Die Konkretisierungsphase beginnt:

Was passiert in SSW 21?

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Mit dem Beginn des sechsten Schwangerschaftsmonats spüren viele Frauen, wie die Beziehung zu ihrem Kind enger wird: Sie können jetzt seine Bewegungen fühlen und durch den weiter wachsenden Bauch ist die Anwesenheit des Babys ohnehin ständig präsent. Vielleicht sprechen Sie jetzt häufiger mit Ihrem Baby oder streichen gedankenverloren über Ihren Bauch? Gut so! Ihr Baby kann Ihre Stimme und die Berührungen von außen wahrnehmen und reagiert darauf: Lesen Sie, was sich sonst noch in SSW 21 tut.

Wie entwickelt sich mein Baby in der 21. Schwangerschaftswoche?

  • Die Konkretisierungsphase beginnt: Aus Sicht der meisten Frauen war die Schwangerschaft in den letzten Monaten schon ziemlich konkret. Mit der Konkretisierungsphase in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ist aber gemeint, dass die grundsätzliche Entwicklung Ihres Babys abgeschlossen ist – ab jetzt muss es vor allem wachsen und Fettreserven anlegen.

  • Das Gehirn bildet sich weiter aus: Die Entwicklung des Gehirns hat schon im ersten Schwangerschaftsdrittel begonnen. In SSW 21 bilden sich nun langsam erste Furchen, die später die typische Struktur ausmachen werden. Mit der Entwicklung des Gehirns verfeinern sich auch die Sinneswahrnehmungen Ihres Babys weiter: Es lauscht auf Geräusche und Stimmen, nimmt Lichtveränderungen wahr und ertastet seinen eigenen Körper.

  • Ihr Baby beginnt zu schmecken: Die Theorie, dass das Essverhalten der Mutter in der Schwangerschaft die späteren Geschmacksvorlieben ihres Kindes prägt, kommt nicht von ungefähr: Schon in SSW 21 kann der Fötus durch Einatmen und Schlucken des Fruchtwassers verschiedene Geschmäcker wahrnehmen. Da das Fruchtwasser z.T. aus dem Blut der Mutter gebildet wird, kann es den Geschmack der gegessenen Nahrung annehmen – so lernt Ihr Baby schon im Mutterleib verschiedene Geschmäcker kennen.

  • Schneller Herzschlag: Herz und Blutkreislauf Ihres Babys sind in der 21. SSW vollständig entwickelt und sehr aktiv. Sicher haben Sie bei der letzten ärztlichen Untersuchung dem schnellen, vehementen Pochen gelauscht? Noch schlägt das Herz Ihres Babys etwa doppelt so schnell wie Ihres und ist teilweise etwas unregelmäßig – ganz normal für den sechsten Schwangerschaftsmonat.

  • Größe des Fötus in SSW 21: zwischen 26 und 27 cm in Scheitel-Fersen-Länge

Körperliche Veränderungen – was passiert bei der Mutter in SSW 21?

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Der Kopf Ihres Babys ist fühlbar: In den vergangenen Wochen ist der Kopf ihres Babys strändig gewachsen und die weichen Schädelknocken haben sich verhärtet. Die Hebamme wird in der 21. SSW vielleicht schon das kleine Köpfchen durch die Bauchdecke ertasten können. Meist liegt es zu diesem Zeitpunkt noch oben, also nicht in der Geburtsposition.

Balancieren wird schwieriger: Viele Frauen haben in der 21. SSW zunehmend Schwierigkeiten, auf einem Bein zu stehen oder komplexe Bewegungsabläufe auszuführen, denn durch den wachsenden Bauch verlagert sich der Körperschwerpunkt nach vorn. Häufig stehen Frauen jetzt im Hohlkreuz und laufen etwas schwerfälliger als sonst.

Dehnungsschmerzen im Unterleib: Mit der wachsenden Gebärmutter kann jetzt vermehrt ein kurzer, ziehender Schmerz im unteren Bauch vorkommen. Dieser tritt auf, wenn die Mutterbänder, die die Gebärmutter links und rechts im Bauchraum halten, gedehnt werden. Mit Wehen sind die Dehnungsschmerzen aber nicht zu verwechseln - im Normalfall bleibt der Bauch dabei weich.

Schadet Stress in der Schwangerschaft meinem Baby?

Im sechsten Schwangerschaftsmonat gehen die meisten Frauen noch täglich zur Arbeit oder kümmern sich zu Hause um Haushalt und Familie. Auch ohne Schwangerschaft kann der Alltag ziemlich stressig sein – aber können psychischer Stress, Konflikte oder Traurigkeit dem Baby schaden? Als erwiesen gilt, dass das ungeborene Kind über die Hormone der Mutter viel von deren Gefühlsleben mitbekommt. Allerdings entwickelt der Körper in der Schwangerschaft erstaunliche Schutzmechanismen, die psychischen Stress vom Baby fernhalten. Zudem hat der Fötus kein Erinnerungsvermögen in dem Maß, in dem wir es kennen: Stimmungstiefs, Wutausbrüche oder schlechte Laune wirken sich also höchstwahrscheinlich nicht nachhaltig auf Ihr Baby aus.

Nicht vergessen:

Termine in der einundzwanzigsten Schwangerschaftswoche

Hin und wieder ein „Baby-Gespräch“: Schon in der 21. SSW kann Ihr Baby vertraute Stimmen, Melodien und Geräusche erkennen. Auch nach der Geburt werden ihm diese Laute Geborgenheit vermitteln und ihm helfen, zur Ruhe zu kommen. Darum können Sie in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft häufiger bewusst mit Ihrem Baby sprechen oder hin und wieder Ihre Lieblingsmusik aufdrehen. Ihr Baby wird die Klänge bald als bekannt abspeichern.

Beine hochlegen und lauschen: Sich öfter mal eine Auszeit zu gönnen und die Beine hochzulegen tut jeder Schwangeren gut. Aber ab der zweiten Schwangerschaftshälfte freuen sich viele Frauen noch mehr auf die kleinen Ruhepausen. Der Grund: Das Baby stimmt seine Aktivität mehr und mehr auf die Aktivität der Mutter ab. Ist sie in Bewegung, lässt sich das Kind in den Schlaf schaukeln und wird merklich ruhiger. Legt sich die Mutter dagegen hin, wird das Baby aktiv: Jetzt spürt man deutlich das Zucken und kleine Tritte im Bauch.