Das passiert in SSW 30

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Im achten Schwangerschaftsmonat ist Ihr Baby voll auf Wachsen eingestellt. Sein Körper und die inneren Organe sind so weit entwickelt, dass sie größtenteils selbstständig funktionieren. Auch seine Körpertemperatur kann Ihr Baby jetzt unabhängig regulieren. Bei Ihnen macht sich die nahende Geburt durch ständige Müdigkeit und Kurzatmigkeit bemerkbar. Was sonst noch in SSW 30 passiert – wir verraten es Ihnen.

Wie entwickelt sich mein Baby in der 30. Schwangerschaftswoche?

  • Fötalhaltung: Zu große Bewegungen sind nicht mehr möglich, da der Raum im Uterus langsam immer enger wird. Auch wenn Ihr Baby jetzt seine endgültige Geburtsposition noch nicht einnehmen muss, liegt es meistens in der Fötalhaltung in Ihrem Bauch. Dabei hat es die Knie angezogen und die Arme vor der Brust verschränkt.
  • Rechts- oder Linkshänder? Schon im Bauch lässt sich erkennen, ob Ihr Baby später die rechte oder die linke Hand bevorzugt. Viele Babys lutschen erheblich öfter an ihrem rechten Daumen und geben damit einen Hinweis auf ihre spätere Präferenz.
  • Die Haut wird geglättet: In den letzten Wochen der Schwangerschaft ist Ihr Baby hauptsächlich mit Wachsen und Zunehmen beschäftigt. Die zusätzlichen Fettpolster sorgen dafür, dass die Haut jetzt immer glatter und die Hautfalten nach und nach aufgefüllt werden.
  • Selbstständige Temperaturregulation: Ihr Baby kann in SSW 30 seinen Wärmehaushalt vollkommen eigenständig regulieren.
  • Ein eigenes Schmerzempfinden: Ihr Baby ist in den letzten Wochen bereits immer sensibler geworden und hat auf Ihre Streicheleinheiten reagiert. In SSW 30 kann es auch Schmerzen empfinden. Diese Erkenntnis ist relativ neu und sehr wichtig. Bis in die 1970er Jahre waren die Ärzte überzeugt dass Babys vor und auch noch einige Zeit nach der Geburt keine Schmerzen empfinden können. Die Widerlegung der Annahme führte zu einem Umdenken in der pränatalen Diagnostik und Eingriffen in den Mutterleib vor der Geburt.
  • Größe des Fötus in SSW 30: etwa 40 cm

Körperliche Veränderungen – was passiert bei der Mutter in SSW 30?

Schnell aus der Puste: Vielen Frauen bleibt nun öfters der Atem weg. Treppensteigen oder ein längerer Spaziergang werden immer anstrengender. Die große Gebärmutter nimmt viel Platz ein und gibt der Lunge weniger Platz zum Entfalten. Dadurch können Sie weniger Luft holen. Versuchen Sie sich zu schonen und anstrengende Aufgaben abzugeben.

Schnell müde und kaputt: Sie haben im achten Schwangerschaftsmonat weniger Sauerstoff zur Verfügung und nehmen weiterhin zu. Das zusätzliche Körpergewicht macht Bewegen schwerer und Sie fühlen sich jetzt wahrscheinlich schnell erschöpft und müde. Gönnen Sie sich Pausen und legen Sie öfter Mal die Füße hoch. Nur noch ein paar Wochen und sie dürfen in den Mutterschutz. Dann haben Sie ausreichend Zeit sich zu entspannen und auf die anstrengende Zeit vor und nach der Geburt vorzubereiten.

Die Lage der Plazenta: natürliche Geburt oder Kaiserschnitt?

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Zwischen der 29. und 32. SSW steht die letzte große Ultraschalluntersuchung an. Schon in den Vorsorgeuntersuchungen hat Ihr Arzt wahrscheinlich regelmäßig die Lage der Plazenta überprüft. Da aber erst zum Ende der Schwangerschaft endgültig festgestellt werden kann, wo die Plazenta liegt, spielt sie in der letzten großen Untersuchung eine wichtige Rolle. Aus medizinischer Sicht kann es nun ratsam sein, einen Kaiserschnitt durchzuführen. Ggf. müssen Sie Ihre Entscheidung für eine natürliche Geburt nun noch einmal überdenken. Das kann im ersten Moment enttäuschend sein. Für Sie und Ihr Baby bestehen aber in diesem Fall weniger Risiken. Da ein Kaiserschnitt heutzutage im Normalfall unter Lokalanästhesie durchgeführt wird, können Sie Ihr Kind trotzdem direkt nach der Geburt schreien hören und sehen. Auch Ihr Partner kann Ihnen im OP zur Seite stehen und Sie können die Geburt gemeinsam erleben.

Wie beeinflusst die Lage der Plazenta die Geburt? Die Plazenta befindet sich grundsätzlich an der Stelle im Uterus, an der sich die befruchtete Eizelle zu Beginn der Schwangerschaft eingenistet hat. Erfolgt die Einnistung im unteren Bereich der Gebärmutter spricht man von einer Plazenta praevia. Berührt sie den Muttermund nur, verdeckt ihn aber nicht, kann Ihr Baby vaginal geboren werden. Durch die Ausdehnung der Plazenta kann es passieren, dass sie den Muttermund teilweise oder komplett verdeckt. Dann kann Ihr Baby nicht problemlos in den Geburtskanal gleiten und muss per Kaiserschnitt auf die Welt kommen.

Nicht vergessen:

Termine in der 30. Schwangerschaftswoche

Kliniktasche packen: In der Mitte des achten Monats ist die Zielgerade schon langsam in Sicht. Wenn Sie Ihr Kind nicht zu Hause zur Welt bringen, können Sie jetzt die Zeit nutzen, um die ersten Dinge in die Kliniktasche zu packen. Nehmen Sie sich ruhig Zeit und besprechen Sie auch mit Ihrer Hebamme, was Sie alles in den ersten Tagen für Ihr Baby und sich brauchen werden. Die gepackte Kliniktasche in Griffnähe stehen zu haben gibt Sicherheit und wenn es später schnell gehen muss, dann können Sie sich sofort auf den Weg ins Kranken- oder Geburtshaus machen.