Die ersten Herzschläge:

Was passiert in SSW 6?

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Frauen, die ein Kind mit ihrem Partner planen und ihren Zyklus entsprechend gut im Blick haben, wissen in SSW 6 meist schon längst Bescheid – es hat geklappt mit dem Baby! Ansonsten deutet am Anfang des zweiten Schwangerschaftsmonats aber noch nicht viel darauf hin, dass ein neues Leben im Körper der Mutter heranwächst. Einige Frauen fühlen sich schon jetzt ständig schlapp oder verspüren Übelkeit. Im Grunde ist das ein gutes Zeichen, denn es heißt, dass sich der Hormonhaushalt der Mutter voll und ganz auf den Schutz des Embryos einstellt. Und was ist sonst noch los in der sechsten Schwangerschaftswoche?

Wie entwickelt sich mein Baby in der sechsten Schwangerschaftswoche?

Kopf und Hals erkennbar: In der 6. SSW ist der Kopf des Babys – wenn auch unverhältnismäßig groß im Vergleich zum restlichen Körper – deutlich erkennbar, ebenso wie die Anlagen für Augen, Ohren und das Gehirn. Der Hals ist als Fortsatz des Kopfes auszumachen und geht in den runden Rückenstrang über, aus dem später die Wirbelsäule des Babys entsteht.

Erste Ansätze für Arme und Beine: Auf dem Ultraschall erkennt man in SSW 6 allenfalls kleine, knubbelige Ansätze am Körper des Embryos, dort, wo später die Arme und Beine wachsen. Die Anlagen dafür sind aber schon vorhanden, ebenso wie die Knorpelstruktur, die sich später in feste Knochen verwandeln wird.

Zeugen der Evolution: In der sechsten Woche der Schwangerschaft scheint der Embryo auf dem Ultraschallbild einen „Schwanz“ zu haben. Der Rückenstrang zieht sich über die Anlagen für die Beine hinaus, ein deutlicher Hinweis auf die evolutionäre Entwicklung des Menschen. In den folgenden Wochen wird sich diese Verlängerung jedoch vollständig zurückbilden.

Größe des Embryos in der 5. SSW: etwa 4 mm

Körperliche Veränderungen – was passiert bei der Mutter in SSW 6?

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Die Nabelschnur übernimmt: In der 6. SSW sind Plazenta und Nabelschnur voll ausgebildet. Bis zur Geburt übernehmen sie die Versorgung des Babys.

Hormonelle Umstellung: Der gesamte Hormonhaushalt stellt sich auf den Schutz von Mutter und Baby ein: Das "Schwangerschaftshormon" hCG verhindert einen weiteren Eisprung, Relaxin lässt schon jetzt das Gewebe von Beckenboden und Muttermund weicher und elastischer werden und Progesteron sichert die Entwicklung des Embryos. Gleichzeitig steigt der Östrogenspiegel an, um die Produktion der Muttermilch vorzubereiten.

Progesteron-Anstieg sorgt für Verstopfung: Der Bauch ist aufgebläht und hart - viele Frauen fühlen sich in SSW 6 schon ziemlich schwanger. Der Grund dafür ist Verstopfung, die in diesem frühen Stadium der Schwangerschaft sehr häufig vorkommt. Verantwortlich ist der steigende Progesteron-Spiegel im Körper der Frau: Das Gelbkörperhormon sorgt dafür, dass sich der gesamte Stoffwechsel verlangsamt, um mehr Energie für den Schutz und die Entwicklung des Embryos zur Verfügung zu haben. Die Folge sind extreme Müdigkeit und Verstopfung, oft bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats.

Unvermeindliche Schwangerschaftssymptome: Die Begleiterscheinugen einer Schwangerschaft sind individuell ausgeprägt - einige Frauen verspüren die gesamte Schwangerschaft hindurch weder Übelkeit noch Essgelüste, andere fühlen sich noch weit über das erste Trimester hinaus schlapp und unwohl. Vermeiden lassen sich die klassischen Schwangerschaftssymptome leider nicht. Aber es gibt viele Möglichkeiten, sie zu lindern, zum Beispiel mit Homöopathie, bewährten Hausmitteln oder in schweren Fällen auch mit stärkeren Medikamenten. 

Warum ist der Mutterpass so wichtig?

Sobald Ihnen der Arzt die bestehende Schwangerschaft bestätigt hat, wird er Ihnen einen Mutterpass ausstellen. Dieser dient zum einen der Dokumentation der gesamten Schwangerschaft bis zur Geburt, zum anderen liefert er alle wichtigen Informationen zu eventuellen Erkrankungen oder Risiken der Schwangerschaft. Auf diese Weise kann jede Hebamme oder jeder behandelnde Arzt auf einen Blick sehen, worauf er oder sie bei der Schwangeren zu achten hat.

Neben der körperlichen Entwicklung von Baby und Mutter werden auch alle Daten zum allgemeinen Gesundheitszustand der Mutter gesammelt, unter anderem:

  • Blutgruppe
  • Antikörper-Tests, z. B. auf HIV, Röteln und Toxoplasmose
  • Test auf Chlamydien
  • Krankenvorgeschichte (Anamnese)
  • Angaben zur Schwangerschaftsberatung

Die wichtigsten Informationen zur Geburt (Datum, Größe und Gewicht des Kindes, spontane Geburt oder Kaiserschnitt, eventuelle Komplikationen etc.) werden ebenfalls im Mutterpass vermerkt – ebenso wie alle folgenden Schwangerschaften.

Nicht vergessen:

Termine in der 6. Schwangerschaftswoche

  • Arbeitgeber informieren: Frauen in Festanstellung sollten schon jetzt ihren Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren, damit dieser den Mutterschutz und die Elternzeit planen kann.
  • Für Selbständige: Anspruch auf Krankengeld prüfen! Auch selbständig tätige Frauen können für die sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt Mutterschaftsgeld beantragen. Voraussetzung ist, dass sie bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und Anspruch auf das gesetzliche Krankengeld haben. Wenn Sie als Selbständige schwanger sind, sollten Sie so schnell wie möglich Ihren Anspruch auf Krankengeld prüfen und diesen ggf. zusätzlich abschließen, um das Mutterschaftsgeld zu erhalten.