Ich bin schwanger – und jetzt?

Schwanger_und_jetzt_Schwangerschaft_v2_123_650.jpg
© 123RF

Den positiven Schwangerschaftstest noch in der Hand, beginnt sich für viele Frauen das Gedankenkarussell bereits zu drehen: Wem sage ich es zuerst? Worauf muss ich jetzt achten? Wie wird es, Mutter zu sein? Freude und Dankbarkeit mischen sich nicht selten mit leisen Zweifeln: Schaffe ich das überhaupt? Das Einzige, was jetzt hilft: Tief durchatmen und sich bewusst machen, dass Sie noch viele Monate Zeit haben, sich auf Ihr Baby vorzubereiten. Wir haben ein paar Tipps, wie Ihnen das leichter fällt.

Organisatorisches: Woran muss ich jetzt denken?

  • Ab zum Arzt: Er stellt Ihren Mutterpass und ggf. ein Attest für den Arbeitgeber aus
  • Krankenkasse informieren, um Mutterschaftsgeld und die Krankenversicherung für Ihr Baby zu organisieren
  • Familie und Freunde einweihen
  • Arbeitgeber (bei Arbeitslosen: Agentur für Arbeit) informieren
  • Risiken meiden: Das gilt für die Ernährung ebenso wie für gefährliche Sportarten und extreme Stresssituationen
  • Hebamme für die Geburtsbegleitung und Nachsorge suchen
  • Krankenhaus oder Geburtshaus aussuchen und sich anmelden
  • Kinderarzt finden – spätestens für die U3 (etwa 6 Wochen nach der Geburt)
  • Kinderzimmer planen: Wird ein Wohnungsumbau/eine Renovierung fällig?
  • Erstausstattung für das Baby besorgen
  • Mutterschaftsgeld beantragen
  • Anträge vorbereiten: Kindergeld, Elterngeld, ggf. Anträge auf Zuschüsse
  • Behördengänge, z. B. Anerkennung der Vaterschaft und gemeinsames Sorgerecht bei unverheirateten Paaren

Schaffe ich das? Ängste und Zweifel in der Schwangerschaft

Wechselbad der Gefühle:

In der Schwangerschaft fahren die Gefühle mitunter Achterbahn. Eben noch haben Sie voller Vorfreude Ihren Bauch gestreichelt und an Ihr Baby gedacht und plötzlich kommen die Sorgen:

  • Wie schaffe ich die Geburt?
  • Was, wenn ich als Mutter nicht gut bin?

Mit der Schwangerschaft verändert sich Ihr ganzes bisheriges Leben. Verunsicherung ist daher ganz normal, auch wenn Ihnen Ihre Zweifel mitunter den Schlaf rauben.

Ist mein Baby gesund?

Die Gesundheit Ihres Babys ist die größte Sorge vieler Frauen. Vollständig ausschließen lassen sich genetische Defekte oder Krankheiten auch mit modernster Medizin nicht, es bleibt immer eine kleine Ungewissheit. Sich mit diesem Gedanken aktiv auseinander zu setzen und die Möglichkeit zuzulassen, dass Ihr Baby gesundheitliche Probleme hat, ist ein wichtiger Prozess. Vielen Frauen hilft es, darüber mit ihrem Partner, der Hebamme oder der besten Freundin zu sprechen.

Werde ich eine gute Mutter?

Die Natur macht den Anfang, indem sie den Hormonhaushalt der Frau durch eine massive Oxytocin-Ausschüttung während der Geburt komplett auf Lieben und Umsorgen einstellt. Der Rest kommt mit der Zeit, denn jede Frau muss nach und nach in ihre Mutterrolle hineinwachsen. Es ist unmöglich, im Voraus zu sagen, wie Sie als Mutter sind. Nur so viel ist sicher: Perfekt ist keine Mutter.

Schwanger_und_jetzt_Schwangerschaft_v2_123_650_1.jpg
© 123RF

Muss ich mein Leben jetzt komplett umkrempeln?

Mit einigen Dingen ist jetzt erst mal Schluss: Das Glas Wein am Abend, die Zigarettenpause oder Sushi zum Abendessen. Auch durchfeierte Nächte, exotische Fernreisen oder schweißtreibende Workouts werden jetzt wohl erstmal deutlich weniger werden. Einige Frauen hadern während der Schwangerschaft an ihrer veränderten Lebenssituation und machen sich Sorgen, dass sie ihr altes Leben „opfern“ müssen. Tatsächlich wird sich vieles ändern, nichts aber für immer. Dieser Gedanke kann helfen, Zweifel in der Schwangerschaft zu beruhigen.

Ungeplant schwanger – was mache ich jetzt?

Was will ich – für mich und für mein Kind?

Nicht immer ist der positive Schwangerschaftstest ein Anlass zum Jubeln. Wenn ein Baby nicht geplant ist, stürzt die Bestätigung der Schwangerschaft die werdende Mutter schnell in tiefe Verunsicherung:

  • Bin ich bereit, Mutter zu sein?
  • Habe ich im Kindsvater einen Partner, mit dem ich mein Baby gemeinsam aufziehen kann?
  • Kann oder will ich meine ganze künftige Lebensplanung auf ein Kind ausrichten?

Sicher, den „perfekten“ Zeitpunkt für ein Baby gibt es ohnehin nicht, aber die Schwangerschaft erfordert es, seine Prioritäten und die des Partners klar zu formulieren und möglicherweise auch zu verteidigen.

Nicht mit der Entscheidung allein bleiben:

Kaum eine Frau nimmt die Entscheidung für oder gegen ein Baby auf die leichte Schulter. Manchmal sprechen die Umstände klar gegen das Kind. Etwa, wenn Gesundheitsrisiken bestehen oder wenn eine Frau nicht in der Lage ist, sich um ihr Kind zu kümmern. Aber auch unter besseren Voraussetzungen zweifeln viele Frauen, ob ein Baby zum jetzigen Zeitpunkt das Richtige ist. Wichtig ist, dass Sie mit der Entscheidung nicht allein bleiben: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, mit einer Beratungsstelle wie proFamilia oder mit vertrauten Personen. Erlauben Sie sich, alle bestehenden Optionen durchzuspielen – das kann helfen, herauszufinden, was sie wollen.