Was hilft wirklich gegen Schwangerschaftsbeschwerden?

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So sehr Sie sich auf Ihr Baby freuen, es gibt Tage, da ist eine Schwangerschaft einfach nur anstrengend. Insbesondere die ersten Monate, wenn im Körper alle Zeichen auf Veränderung stehen, leiden viele Frauen unter den typischen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Übelkeit, Schwindel und Erschöpfung lassen mit dem vierten Schwangerschaftsmonat zwar deutlich nach, dafür macht sich der wachsende Bauch bemerkbar und Ihr Körper reagiert auf die zunehmende Belastung. Sorgen machen müssen Sie sich in aller Regel nicht. Schwangerschaftsbeschwerden sind zwar unangenehm, aber völlig normal und meist harmlos. Mit ein paar Tricks und bewährten Hausmitteln bekommen Sie die meisten Beschwerden gut in den Griff.

Die typischen Schwangerschaftsbeschwerden und wie Sie sie in den Griff bekommen

Müdigkeit, Erschöpfung

Vor allem in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten würden die meisten Frauen am liebsten permanent schlafen. Alles fällt etwas schwerer, selbst gewohnte Arbeiten oder Sport werden zur Anstrengung. Ursache: Grund für die Erschöpfung ist die Hormonumstellung. Neben dem Schwangerschaftshormon HCG wird vermehrt das beruhigend wirkende Progesteron produziert. Die Plazenta wächst und das Blutvolumen steigt an. Diese Arbeit ermüdet den Körper zusätzlich. Was hilft? Ausreichend Ruhe, Entspannung und viel trinken. Gönnen Sie sich häufiger Pausen und gehen Sie an der frischen Luft spazieren, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Übelkeit, Appetitlosigkeit

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden der ersten drei Monate. Die Stärke der Beschwerden variiert von leichtem Unwohlsein bis hin zu häufigeren Erbrechen über mehrere Tage. Ursache: Auslöser für die Übelkeit ist vermutlich der HCG-Anstieg im Blut. Das Schwangerschaftshormon sorgt auch dafür, dass Frauen geruchs- und geschmacksempfindlicher werden. Was hilft? Vermeiden lässt sich die Übelkeit nicht. Glücklicherweise ist es damit aber auch bald wieder vorbei. Vielen Frauen hilft ein kleiner, süßer Snack direkt morgens nach dem Aufwachen, zum Beispiel ein Keks. Bei sehr starker, anhaltender Übelkeit kann Ihnen Ihr Arzt ein Medikament verschreiben.

Verstopfung

Im Verlauf der Schwangerschaft kann sich immer wieder Verstopfung bemerkbar machen. Der aufgeblähte, schmerzende Bauch ist unangenehm und sorgt für vorübergehende Appetitlosigkeit. Ursache: Der Anstieg des HCG- und Progesteronspiegels lässt den Darm träge werden. Gleichzeitig braucht der Körper viel Flüssigkeit für die zusätzliche Blutbildung. So entsteht ein Flüssigkeitsmangel, der zu Verstopfung führen kann. Was hilft? Viel trinken, am besten ein großes Glas lauwarmes Wasser direkt nach dem Aufstehen und im Laufe des Tages mindestens zwei Liter Wasser, Tee oder verdünnte Säfte. Ballaststoffreiche Nahrung und leichte Bewegung regen die Verdauung zusätzlich an. Abführmittel sollten Sie nur in Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen.

Sodbrennen

Wenn sich die Übelkeit der ersten Monate gelegt hat, macht sich bei vielen Schwangeren verstärkt Sodbrennen bemerkbar. Gerade in den Abendstunden oder wenn Sie Fetthaltiges oder scharf Gewürztes gegessen haben, spüren Sie das saure Brennen im unteren Halsbereich. Ursache: Der Halsschließmuskel, der normalerweise verhindert, dass die Magensäure in der Speiseröhre aufsteigt, lockert sich durch die Schwangerschaftshormone. Zudem gerät der Magen durch die wachsende Gebärmutter immer mehr unter Druck, so dass die Magensäure schneller aufsteigt. Was hilft? Bewährte Hausmittel gegen Sodbrennen sind Mandeln oder Weißbrot, langsam zerkaut. Auch ein Schluck Milch kann helfen. Gegen Sodbrennen am Abend und in der Nacht hilft ein zusätzliches Kissen, mit dem Sie Ihren Kopf im Bett höher lagern als den Körper. Grundsätzlich sollten Sie lieber häufiger kleine Portionen essen, die Sie gut zerkauen, und schwer verdauliche Speisen meiden.

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Rückenschmerzen/Ischiasbeschwerden

Je größer das Baby in Ihrem Bauch wird, desto mehr spüren Sie das zusätzliche Gewicht im Rücken. Längeres Stehen oder Liegen kann sehr unangenehm werden und zu schmerzhaften Verspannungen im unteren Rückenbereich führen. Ursachen: Durch den Babybauch verlagert sich der Körperschwerpunkt nach vorne, so dass die Frau gezwungen ist, ins Hohlkreuz zu gehen. Das belastet die Wirbelsäule. Gleichzeitig drückt die wachsende Gebärmutter auf den Ischiasnerv, was Schmerzen verursachen kann. Was hilft? Regelmäßiges Schwimmen, Yoga und leichte Gymnastik trainieren die Rückenmuskeln und helfen, Verspannungen zu lösen. Flache Schuhe und ggf. ein „Baby-Belt“ entlasten die Wirbelsäule und unterstützen eine aufrechte Körperhaltung. Wenn Hausmittel, wie Wärmflasche, Kirschkernkissen und leichte Massagen keine Linderung bringen, können Sie es mit Akupunktur versuchen. Viele Hebammen bieten dies als zusätzliche Leistung an.

Krampfadern, schmerzende Beine und Besenreiser

Schmerzende Beine und Krampfadern stellen sich vor allem in den letzten Schwangerschaftsmonaten ein. Glücklicherweise verschwinden Sie nach der Geburt in der Regel von allein wieder. Ursachen: Das Gewebe lockert sich mit der Hormonumstellung und der Körper pumpt bis zu 35 % mehr Blut durch die Adern. Das begünstigt die vorübergehende Entstehung von Krampfadern. Was hilft? Regelmäßige Bewegung und öfter mal die Beine hochlegen. Auch Kompressionsstrümpfe (bitte in Ihrer individuellen Größe bestellen) lindern Schmerzen in den Beinen und helfen, Krampfadern zu vermeiden.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden entstehen aus dem gleichen Grund wie Krampfadern, nämlich durch die in der Schwangerschaft geweiteten Gefäße und das höhere Blutvolumen. Genau wie Krampfadern entstehen auch Hämorrhoiden meist vorübergehend. Störend sind Sie dennoch. Was hilft? Versuchen Sie Verstopfung zu vermeiden, indem Sie viel trinken, sich ausreichend bewegen und täglich einen Esslöffel geschrotete Leinsamen einnehmen. Während des Stuhlgangs sollten Sie nicht pressen. Sitzbäder mit Eichenrinde oder Ringelblume helfen, Schmerzen zu lindern.