Privatschule – Was steckt dahinter?

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Wer auf der Suche nach einer geeigneten Schule für sein Kind ist, hat nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Schulformen wie Gymnasium, Real- oder Hauptschule, sondern kann auch zwischen öffentlichen Schulen und Privatschulen wählen. Doch was zeichnet Privatschulen eigentlich aus? Und vor allem: Ist eine Privatschule das Richtige für mein Kind? Wir haben die wichtigsten Fakten rund um das Thema Privatschule für Sie zusammengestellt. Erfahren Sie hier, was eine Privatschule ausmacht – so können Sie die Frage nach der geeigneten Schule für Ihr Kind vielleicht einfacher beantworten.

Privatschule vs. öffentliche Schule – was sind die Unterschiede?

Ersatz- und Ergänzungsschule:

Innerhalb der Privatschulen wird zwischen Ersatzschulen und Ergänzungsschulen unterschieden. Während eine Ersatzschule die gleichen Unterrichtsinhalte wie eine staatliche Schule vermittelt, bieten Ergänzungsschulen Angebote an, die es an öffentlichen Schulen in dieser Form nicht gibt. Die Ersatzschule ist also eine Alternative zur staatlichen Schule und befähigt zur Erlangungen anerkannter Abschüsse wie dem Abitur.

Träger: Öffentliche Schulen befinden sich in der Hand öffentlicher Träger und werden von Städten, Gemeinden oder Landkreisen betrieben. Im Gegensatz dazu befinden sich Privatschulen in freier Trägerschaft und werden durch nichtstaatliche Vereine, Genossenschaften oder Unternehmen betrieben.

Kosten: Da natürlich auch Privatschulen wirtschaftlich bleiben müssen, ist hier meist das Zahlen von Schulgeld erforderlich. Zwar gibt es einige Unterstützungsmöglichkeiten und Stipendien, jedoch bleiben Privatschulen für viele Eltern zu teuer.

Konzept: In vielen Fällen verfolgen Privatschulen ein bestimmtes Konzept. Das kann z. B. ein weltanschauliches oder religiöses Konzept sein, in anderen Schulen werden Kreativität und Handarbeit gefördert.

Elternarbeit: Während Eltern an Öffentlichen Schulen meist nur wenige Berührungspunkte mit dem Schulalltag haben, fordern viele Privatschulen, dass Eltern sich in verschiedenen Gebieten miteinbringen. Dazu gehört z. B. die Gestaltung der Klassenräume oder das Organisieren von Veranstaltungen.

Unterricht: Lehrer haben an Privatschulen oft mehr Freiräume zur Unterrichtsgestaltung. Dadurch sind sie motiviert und engagiert. Hinzu kommt, dass Privatschulen in der Regel von einem sehr guten Personalschlüssel profitieren. Dadurch sind Lehrkräfte entlastet und es fallen weniger Unterrichtsstunden aus.

Leistungen: Studien wie PISA belegen, dass in vielen Ländern die Lernleistungen der Schüler an Privatschulen im Vergleich zu denen an öffentlichen Schulen besser sind. Da Privatschulen jedoch oft sehr teuer sind, muss berücksichtigt werden, dass sich hier die Schülerschaft meist wenig aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Familien zusammensetzt.

Abschluss: In vielen Köpfen herrscht noch immer das Vorurteil, dass sich Kinder reicher Eltern den Schulabschluss an einer Privatschule kaufen könnten ohne dafür entsprechende Leistungen nachweisen zu müssen. Das ist jedoch falsch. Wie beim Abschluss an einer öffentlichen Schule gelten auch an der Privatschule die gleichen Prüfungsvorschriften.

Entscheidungshilfe: Ist eine Privatschule das Richtige für mein Kind?

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Ob eine Privatschule das Richtige für Ihr Kind ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn im Dschungel der Privatschulen findet sich eine schwer überschaubare Menge an unterschiedlichen Konzepten. Doch genau das kann auch von Vorteil sein: Wenn Sie sich intensiv mit den Einrichtungen auseinandersetzen und die unterschiedlichen Konzepte auch vor Ort in der Praxis begutachten, können Sie die Schule finden, die am besten zu Ihnen und vor allem zur Persönlichkeit Ihres Kindes passt. Berücksichtigen Sie bei der Schulwahl folgende Punkte:

  • Kosten: Seien Sie ehrlich und überlegen Sie sich, ob Sie die Schulkosten auch langfristig zahlen können. Für Kinder ist ein finanziell bedingter Schulwechsel zu einem späteren Zeitpunkt oft sehr schwer.
  • Elternarbeit: Haben Sie Lust und Zeit, sich an der Schule Ihres Kindes einzubringen? In einigen Fällen wird es vertraglich festgehalten, dass sich Eltern engagieren müssen. Das hat den Vorteil, dass Sie mitbekommen, was in der Schule passiert und angeboten wird, jedoch müssen Sie dafür ab und zu Ihre Freizeit opfern. Besonders für berufstätige Eltern kann das ein Problem sein.
  • Pädagogisches Konzept: Privatschulen verfolgen oft ein bestimmtes Konzept, das sich auch in der Unterrichtsgestaltung widerspiegelt. Überlegen Sie sich, ob Sie auch wirklich hinter dem Konzept stehen und dies auch zu Hause fördern möchten oder können.
  • Persönlichkeit des Kindes: Jedes Kind ist anders und nicht jedes Schulkonzept passt zu jedem Kind. So kann z. B. ein offenes Lernsystem für Kinder, die sich nur schwer konzentrieren können, zum Problem werden.
  • Wille des Kindes: Nur wenn auch Ihr Kind hinter dem Schulkonzept steht, wird es sich dort auch wohlfühlen. Treffen Sie die Entscheidung am besten gemeinsam mit Ihrem Kind.
  • Schulbegehung & Probeunterricht: Viele Privatschulen bieten einen Besuch des Geländes und des Unterrichts an. So können Sie sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten machen.