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Eingewöhnung in der Krippe: Tipps für einen entspannten Start in die Kinderbetreuung

Die Krippeneingewöhnung ist nicht nur ein großer, aufregender Schritt für eure Kinder – auch für Eltern. Eine ungewohnte Umgebung, neue Bezugspersonen und die erste Trennung von ihren Müttern und Vätern sind für Babys und Kleinkinder häufig mit Stress und sogar Ängsten verbunden. Ähnlich geht es Eltern, denn auch für euch ist die Umstellung eine ungewohnte Herausforderung.

Doch keine Sorge: JAKO-O hat die wichtigsten Infos und wertvolle Tipps für euch zusammengestellt und zeigt, wie ihr und eure Kinder möglichst stressfrei in den neuen Lebensabschnitt startet.

Hier erfahrt ihr, wie eine Eingewöhnung in der Krippe üblicherweise abläuft, welche Ausstattung sinnvoll ist und was euren Kindern bei Problemen während der Krippeneingewöhnung am besten hilft. 

Eingewöhnung in der Krippe während Corona

Kinderkrippen sind wie andere Kindertagesstätten aufgrund der Corona-Pandemie häufiger geschlossen und ein Regelbetrieb mit vollen Gruppen ist nicht immer möglich. Aus diesem Grund kann die Eingewöhnung oft nicht so stattfinden, wie geplant und von euch wird mehr Flexibilität verlangt.

Vor allem aber haben die notwendigen Corona-Maßnahmen Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder. Während Babys und Kleinkinder sonst schon in Krabbelgruppen, auf Spielplätzen oder bei Freunden und Verwandten Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen, bietet die Krippeneingewöhnung zurzeit häufig die erste Erfahrung mit anderen Spielkameraden. Um die vielen neuen Eindrücke verarbeiten zu können, brauchen die kleinen Entdecker also noch mehr Zeit für die Eingewöhnung.

Vertraut hier auf die Erzieherinnen und Erzieher. Sie wissen genau, wie sie mit euren Kindern umgehen müssen, um ihnen die Umstellung auch unter besonderen Voraussetzungen so leicht wie möglich zu machen. 

Bald Krippenkind: Tipps & Ideen für den Übergang in die Kinderbetreuung

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Der Krippenplatz ist gesichert und der Plan zur Eingewöhnung steht. Jetzt wird es für euch Eltern und eure Schützlinge gleichermaßen aufregend. Im Gegensatz zur Eingewöhnung in den Kindergarten läuft die Vorbereitung zum Krippenstart bei Babys und Kleinkindern naturgemäß etwas anders ab. In einer Krippe werden Kinder zwischen drei Monaten und drei Jahren betreut, die meisten sind zur Eingewöhnung zwischen acht und 14 Monate alt. In diesem Alter fremdeln die Kleinen häufig und treten neuen Umgebungen und Personen misstrauisch und sogar ängstlich gegenüber.

Wie bereitet ihr eure Schätze also am besten auf die Kinderkrippe vor? Hier lautet das Motto: Übung macht den Meister. Lasst eure Kinder schon früh mit anderen Kindern spielen, am besten in einer Gruppe. Dafür eigenen sich Krabbelgruppen, Babygymnastik, Ausflüge auf Spielplätze oder natürlich Treffen mit Freunden und Familie. Auch ein Babysitter ist eine gute Idee, damit sich eure Kids nicht erstmalig zum Krippenstart mit fremden Menschen außerhalb der Familie auseinandersetzen. 

Kurzzeitige Trennungen sind auch für euch Eltern eine tolle Übung. Wahrscheinlich habt ihr seit der Geburt kaum Zeit ohne eure Kinder verbracht und könnt euch zunächst nicht vorstellen, sie in die Obhut anderer Personen zu geben. Beginnt am besten mit kleinen Schritten und steigert euch langsam, dann ist der Trennungsschmerz bei der Krippeneingewöhnung nicht so groß.

Bei ersten Schnupperstunden in der Einrichtung habt ihr gemeinsam mit euren Kindern die Möglichkeit, die Umgebung zu erkunden und sogar erste Kontakte zu anderen Krippenkindern oder Eltern zu knüpfen. Dort könnt ihr alle eure Fragen stellen und auch die besonderen Bedürfnisse eurer Kinder erwähnen. Lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen – je eher sich eure Kleinen an andere gewöhnen, desto einfacher wird der Übergang. 

Checkliste: die richtige Ausstattung für die Kinderkrippe

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Kitas und Kinderkrippen sind bestens ausgestattet mit allem, was eure Kids brauchen. Dennoch braucht jedes Kind eine Reihe an individuellen Dingen im Krippenalltag, die ihr euch anschaffen solltet. Dazu gehören Kleidung, Babynahrung und in manchen Einrichtungen auch Windeln, Feuchttücher und Co. Damit ihr nichts vergesst und gleich zu Beginn der Krippeneingewöhnung alles Nötige beisammenhabt, haltet ihr auch am besten an die praktische JAKO-O Checkliste. Auch wenn ihr nicht alles am ersten Tag der Eingewöhnung braucht, nimmt euch eine gute Vorbereitung den Druck und Stress, kurzfristige Besorgungen erledigen zu müssen. 

Grundausstattung:

§  Rucksack oder Tasche

§  Brotdose

§  Trinkflasche

§  Regen- & Matschbekleidung

§  Gummistiefel

§  Mütze, Schal & Handschuhe

§  Sonnenhut & Sonnencreme

§  Wechselkleidung (Hosen, Oberteile, Socken, Unterwäsche)

§  Stoffbeutel für schmutzige Wäsche

§  Namensetiketten

§  Hausschuhe (zum Krabbeln oder Laufen)

§  Bettwäsche (optional)

§  Schlafkleidung & Schlafsack

§  Zahnbürste & Zahnpasta (optional)

§  Windeln, Wundcreme & Feuchttücher (optional)

§  Babynahrung (optional)


Zum Trösten:

§  Kuscheltier oder Schnuffeltuch

§  Schnuller

§  Einschlafhilfe

§  Lieblingsspielzeug

§  Familienfoto

§  Tröstekissen

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Must-haves für die Kinderkrippe

Kunterbunte Namensaufkleber auf der Kleidung und Accessoires sind eine praktische Hilfe im Krippenalltag. Tschüss Verwechslungsgefahr! 

 

Namensettiketten entdecken 

Allgemeiner Ablauf einer Krippeneingewöhnung

Wie genau eine Krippeneingewöhnung abläuft, ist hauptsächlich von eurer Einrichtung und euren Kindern abhängig: Jede Krippe und jedes Kind ist anders.

So hängt die Eingewöhnung zumindest zum Teil von der pädagogischen Ausrichtung der Krippe ab. Die meisten orientieren sich am sehr verbreiteten Berliner Modell oder nach dem darauf aufbauenden Münchner Eingewöhnungsmodell. Welches Konzept die Kinderkrippe eurer Wahl verfolgt, erfahrt ihr in einem der Vorgespräche. Dort werden euch alle Einzelheiten zur Eingewöhnungszeit und Betreuung erklärt.

Die Eingewöhnungsmodelle sind in mehrere Phasen unterteilt. Zu Beginn ist mindestens ein Elternteil direkt involviert und verbringt mehrere Stunden mit dem Kind in der Krippe. Dann halten sich Mutter oder Vater im Rahmen einer ersten Trennung außerhalb der Sicht- und Hörweite auf. Bis sich eure Kinder an die neue Umgebung und andere gewöhnt haben, braucht es mehrere Anläufe. Gegen Ende der Eingewöhnung fassen eure mutigen Mäuse immer mehr Vertrauen zu den Erzieherinnen und Erziehern und ihr Eltern könnt vermehrt Zeit außerhalb der Krippe verbringen.

Andere Einrichtungen gehen die Eingewöhnung weniger konzeptionell an und lassen Eltern und Kinder entscheiden, wie lange sie für die Umstellung brauchen. Der Ablauf ist also auch davon abhängig, wie gut eure Kids mit der neuen Situation umgehen. Einige Kinder sind sehr neugierig und kontaktfreudig, andere eher zurückhaltend und erst einmal überfordert mit der Gruppe. Früher oder später findet aber jedes Kind seinen Platz und gewöhnt sich an den Krippenalltag.

Unabhängig von der Persönlichkeit eurer kleinen Schätze spielt häufig auch das Alter eine Rolle beim Ablauf. Bei Babys zwischen drei und sechs Monaten ist die Krippeneingewöhnung oft erstaunlich leicht. Sie fremdeln noch nicht und ihre Bindung zu den Eltern bezieht sich vor allem auf Grundbedürfnisse wie beispielsweise die Nahrungsaufnahme. Sind Babys schon ein paar Monate älter, ändert sich das und sie fangen an ängstlich zu werden – dann braucht es viel Geduld und Zuwendung für die Eingewöhnung und letztendlich mehr Zeit in den einzelnen Phasen.

Wie lange dauert die Krippeneingewöhnung?

Die Eingewöhnungszeit in der Krippe ist davon abhängig, wie schnell sich eure Kinder mit den neuen Umständen arrangieren. Während manche Babys und Kleinkinder keine Schwierigkeiten damit haben, sich an eine neue Bezugsperson zu binden, fällt es anderen schwerer und sie brauchen mehr Zeit.

Je nach Alter und Entwicklungsstand eurer Kleinen legt die Einrichtung üblicherweise einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen fest. Am besten ihr haltet euch diese Zeit frei und plant nicht viele weitere Aktivitäten und Veränderungen ein. So vermeidet ihr eine Reizüberflutung eurer Kinder und stresst sie nicht mehr als nötig. Außerdem ist es empfehlenswert, die Eingewöhnungszeit nicht direkt vor euren Wiedereinstieg in den Beruf zu legen. Die neue Situation verlangt einiges von euch ab, also probiert sie so entspannt wie möglich zu gestalten.

Die Eingewöhnung gilt als erfolgreich und abgeschlossen, sobald eure Kinder ihre Erzieherinnen und Erzieher als ihre (vorübergehenden) Bezugspersonen akzeptiert und eine vertrauensvolle Bindung zu ihnen aufgebaut haben. Sie lassen sich beispielsweise von ihnen trösten, schlafen legen oder füttern. 

Probleme bei der Eingewöhnung: Tipps gegen Tränen

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Es ist ganz normal, dass bei der Eingewöhnung in der Krippe hin und wieder die Tränen kullern. Die meisten Kinder lassen sich leicht beruhigen und ablenken. Schon bald ist der Abschied von den Eltern vergessen und die Zeit bis zum Wiedersehen vergeht wie im Flug. Doch was ist, wenn sie sich nicht beruhigen lassen und bei jedem Trennungsversuch das gleiche Spiel abläuft?

Im Krippenalter steckt dahinter in den allermeisten Fällen das Phänomen des Fremdelns. Zwischen dem vierten und achten Lebensmonat, manchmal auch später, beginnen viele Kinder damit, unbekannten Personen mit Abneigung, Angst sowie starkem Misstrauen zu begegnen – auch wenn das vorher kein typisches Verhalten war. Das hängt damit zusammen, dass die Kleinen in ihrer Entwicklung so weit fortgeschritten sind, dass sie Vertraute und Fremde visuell unterscheiden können.

Wenn der Krippenstart in dieser Phase liegt, wird die Eingewöhnung zur wahren Herausforderung, die Eltern und Kindern viel Geduld abverlangt. Hier kann es helfen, wenn die Schnupperstunden deutlich länger ausfallen als gewöhnlich und die Trennungen in kleinsten Schritten eingeführt werden. Die gute Nachricht: Kinder wachsen schnell aus dem Fremdeln heraus und von der einen auf die andere Woche sieht die Welt schon wieder viel besser aus. Falls ihr die Möglichkeit habt, zeitlich etwas flexibler zu sein, lohnt es sich eine Pause einzulegen und die Eingewöhnung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.

Manchmal liegt die Ursache für die Probleme bei der Eingewöhnung jedoch woanders. Schüchternen Kindern fällt es oftmals schwer, sich an die vielen Personen im Umfeld zu gewöhnen und die Reizüberflutung sorgt für Tränenausbrüche und Angst. Schließlich haben sie nicht nur ihre Erzieherin bzw. ihren Erzieher als fremde Person in ihrer Nähe, sondern auch andere Kinder und zum Teil auch andere Elternteile.

Auch Hochsensibilität kann eine Ursache für eine schwierige Krippeneingewöhnung sein. Sucht am besten regelmäßig das Gespräch mit den Fachkräften in eurer Kinderkrippe. Die jahrelange Erfahrung der Erzieherinnen und Erzieher hilft euch, die Situation besser einschätzen zu können. Sie teilen euch mit, wie die nächsten Schritte aussehen werden und was ihr als Eltern unternehmen könnt, um eure Kinder bestmöglich zu unterstützen.

Zu guter Letzt: Habt Vertrauen in euch und eure Kinder und gebt ihnen ausreichend Zeit, die Veränderungen zu verarbeiten. Gebt Acht auf eure persönliche Einstellung und Stimmung. Denn: Fühlt ihr euch unsicher und verängstigt, überträgt sich das auf eure kleinen Schätze.

Wann sollte eine Krippeneingewöhnung abgebrochen werden?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Häufig spielen zusätzlich zum Verhalten des Kindes auch äußere Umstände eine Rolle. Bevor ihr euch dazu entscheidet, die Krippeneingewöhnung nicht nur zu pausieren, sondern ganz abzubrechen, ist es wichtig, ausführliche Rücksprache mit den Erzieherinnen und Erziehern zu halten. Stimmen sie zu, ist vielleicht eine alternative Kinderbetreuung eine Möglichkeit für euch. So sind zum Beispiel viele Kinder, die sich in einer Kinderkrippe nicht wohlfühlen, viel glücklicher in der persönlichen Betreuung einer Tagesmutter oder eines Au Pairs. Als Mutter und Vater wisst ihr letztendlich, was das Beste ist für euer Kind – vertraut gerne auf euer Bauchgefühl.

Ein Abbruch der Krippeneingewöhnung bedeutet nicht, dass ihr nie auf das Angebot einer Kita zurückgreifen könnt. In den meisten Fällen wachsen Kinder aus ihren Ängsten heraus und zu einem späteren Zeitpunkt können sie sich nichts Schöneres vorstellen, als in einer großen Spielgruppe mit vielen anderen Kindern zu toben. 

Häufige Fragen rund um die Eingewöhnung in der Krippe

  1. Wie viel Zeit muss ich für die Krippeneingewöhnung einplanen?
    Für die Eingewöhnung in der Kita und Kinderkrippe solltet ihr mindestens zwei bis sechs Wochen einplanen. Eine Eingewöhnung in weniger als 14 Tagen abzuschließen, ist eher ungewöhnlich. Manche Eltern haben jedoch nicht so viel freie Zeit, daher ist es wichtig, Rücksprache mit der zuständigen Erzieherin oder dem Erzieher zu halten, um eine für euch individuelle Lösung zu finden.
  2. Ab welchem Alter beginnt die Eingewöhnung in der Krippe?
    In einer Krippe werden Kinder ab einem Alter von drei Monaten betreut. Die meisten Krippenkinder sind jedoch etwas älter bei ihrem Krippenstart. Im Gegensatz zur Kita oder der Schule ist eine Krippe jedoch sehr flexibel, was die Eingewöhnung angeht. Üblicherweise seid ihr nicht an ein festes Alter gebunden und könnt selbst wählen, ab welchem Alter ihr eure Kinder in die Krippe bringt.
  3. Wie kann ich mein Kind auf die Krippeneingewöhnung vorbereiten?
    Die beste Vorbereitung auf die Krippe ist, eure Babys schon vor Krippenstart hin und wieder mit anderen, gleichaltrigen Kindern spielen zu lassen. So gewöhnen sich die Kleinen an diese Art von Eindrücken und es fällt ihnen leichter, sich an die Krippenumgebung zu gewöhnen. Außerdem hilft es, wenn ihr Eltern der bevorstehenden Trennung offen und positiv entgegenblickt, sodass sich keine negativen Gefühle auf eure Kinder übertragen.

Bildnachweise

Erzieherin musiziert mit Krippenkind © liderina - stock.adobe.com

Krippenkinder beobachten ein Ballspiel © Anna Ritter - stock.adobe.com