So klappt es mit den Hausaufgaben in der Grundschule

Hausaufgaben_Grundschule_123_650.jpg
© 123RF
Endlich Schulkind! Am Tag der Einschulung marschiert Ihr Kind stolz mit Schultüte und neuem Schulranzen in sein Klassenzimmer. Alles ist neu und aufregend. Aber nach und nach stellt sich Routine ein und spätestens, wenn die Hausaufgaben ins Spiel kommen, wissen Kinder, warum vom „Ernst des Lebens“ die Rede ist. Vielen fällt es schwer, sich nach einem Vormittag in der Schule noch einmal hinzusetzen, um in Ruhe die Hausaufgaben für den nächsten Tag zu erledigen. Nicht selten werden die Hausaufgaben zum Streit-Thema in der Familie: Wir klären, wie sich Hausaufgabenfrust vermeiden lässt und wie viel Hausaufgaben in der Grundschule überhaupt sein müssen.

Wie viel Hausaufgaben sind für Grundschüler angebracht?

Halbtagsschule oder Ganztagsschule: Während an Halbtagsschulen ab der ersten Klasse Hausaufgaben anfallen, müssen Ganztagsschüler in der Regel keine Aufgaben mehr erledigen, wenn sie nach Hause kommen, denn die notwendigen Wiederholungen des Unterrichtsstoffs werden über den längeren Schulunterricht abgedeckt.

Empfohlene Hausaufgabezeiten: In vielen Grundschulen halten sich die Hausaufgaben in der ersten Klasse in Grenzen, sodass sich die Kinder langsam daran gewöhnen, nachmittags eigenständig ihre Arbeiten zu erledigen. Auch ab der zweiten Klasse sollten die Hausaufgaben nicht länger als 30 Minuten täglich in Anspruch nehmen. In der dritten und vierten Klasse sollten die Aufgaben zwischen 30 und 60 Minuten dauern, in der fünften und sechsten Klasse kann es – auch, weil die Zahl an Unterrichtsfächern zunimmt – schon mal 90 Minuten dauern.

Stoff wiederholen statt nachholen: Der Sinn von Hausaufgaben ist es, den im Unterricht gelernten Stoff noch einmal zu wiederholen, damit sich das Wissen verfestigt. Darum sind Hausaufgaben wichtig für den Lernerfolg. In der Grundschule sollten Hausaufgaben auf keinen Fall neues Unterrichtsmaterial enthalten, sodass ein Kind die Aufgaben stets selbständig und in kurzer Zeit bewältigen kann.

Zu viel Hausaufgaben: Kinder brauchen unterschiedlich lange für ihre Hausaufgaben. Wenn Sie aber feststellen, dass Ihr Kind regelmäßig länger als die empfohlenen Zeiten an seinen Aufgaben sitzt, obwohl es nicht unkonzentriert oder abgelenkt ist, dann sollten Sie die jeweiligen Lehrer auf das Problem ansprechen. Vielleicht sehen es andere Eltern ja genauso?

Soll ich meinem Kind bei den Hausaufgaben helfen?

Hausaufgaben_Grundschule_(2)_123_650.jpg
© 123RF

Ihr Kind sitzt an seinen Hausaufgaben, zappelt herum und kann sich nicht mehr konzentrieren. Oder es bemüht sich nach Kräften und kommt mit einer Aufgabe einfach nicht weiter. Diese und ähnliche Situationen kennen fast alle Eltern von Schulkindern genauso wie die Frage: Soll ich meinem Kind helfen oder muss es die Hausaufgaben ganz allein bewältigen?

Die Lösung vorzusagen oder einen Aufsatz zu diktieren, ist sicher keine gute Idee. Schließlich soll Ihr Kind lernen, eigenständig zu arbeiten und auch Probleme erst mal allein anzugehen. Unterstützung bei den Hausaufgaben ist aber völlig in Ordnung – sei es durch die bloße Anwesenheit im Raum, die ihrem Kind hilft, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, oder indem Sie einen Denkanstoß geben, wenn es bei einer Aufgabe feststeckt. Langfristig gesehen, fördert es das Selbstbewusstsein Ihres Kindes, wenn es seine Hausaufgaben allein schafft.

Die wichtigsten Hausaufgaben-Regeln

Ein ruhiger Arbeitsplatz: Optimal ist ein eigener, aufgeräumter Schreibtisch im Kinderzimmer, wo Ihr Kind seine Hausaufgaben selbständig erledigt. In der Realität werden Hausaufgaben oft in der Küche und im Wohnzimmer gemacht. Auch das ist in Ordnung, solange es nicht zu laut ist und Fernseher und Radio ausbleiben.

Hausaufgabenzeit einplanen: Planen Sie nachmittags ausreichend Zeit für die Hausaufgaben ein, bevor andere Termine oder Verabredungen anstehen. Wenn die Hausaufgaben schnell fertig werden müssen, weil ein Freund zum Spielen kommt, fehlt die nötige Ruhe, um alles richtig zu erledigen.

Hausaufgaben selbständig erledigen: Natürlich sollten Sie bei Fragen weiterhelfen, gerade am Anfang, wenn es mit dem Lesen und Schreiben noch nicht so recht klappt. Aber Ihr Kind sollte alle Aufgaben allein lösen, sonst wird es kaum etwas dabei lernen.

Nach Dringlicheit sortieren: Ihr Kind kann seine Hausaufgaben mit Hilfe des Stundenplans nach Wichtigkeit sortieren. Aufgaben, die am nächsten Tag fällig sind, sollten immer zuerst erledigt werden. Falls am Ende eines langen Tages die Konzentration nachlässt, kann Ihr Kind andere Hausaufgaben, die erst in ein paar Tagen benötigt werden, zur Not um einen Tag verschieben.

Aufgaben am besten direkt erledigen: Die Hausaufgaben wiederholen den Unterrichtsstoff, darum ist es am besten, sie möglichst am gleichen Tag zu erledigen, weil das Gelernte dann noch präsent ist. Falls sehr viele Hausaufgaben anstehen, kann man - wie oben beschrieben - die weniger dringenden Aufgaben nach hinten schieben.

Schulsachen mit System: Die Hausaufgaben fallen leichter, wenn im Ranzen und auf dem Schreibtisch alles seinen Platz hat: Aufgabenblätter sollten eingeheftet werden, die Schulhefte sauber beschriftet und Stifte und Arbeitsmaterialien in der Federtasche verstaut werden. Schaffen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein Ordnungssystem - das erspart eine Menge Frust.