Wie kann ich mein Kind unterstützen? Lesen lernen

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Lesen lernen ist ein wichtiger Schritt in die Selbstständigkeit Ihres Kindes, ein Eintritt in eine neue Welt! Mit ein bisschen Übung können sie dann Buchstaben entschlüsseln und Bekanntes in einer neuen Form wiederentdecken. Natürlich ist es immer noch schön, wenn Mama und Papa am Abend die Gute-Nacht-Geschichte vorlesen und mit einem kuscheln. Jedoch können die Kleinen dann auch selber in Geschichten versinken und dabei Piraten, Prinzessinnen und Drachen bei ihren Abenteuern begleiten oder Geheimnisse mit ihrem Lieblingsdetektiv aufdecken. Wie Sie Ihr Kind beim Lesen lernen unterstützen können – wir verraten es Ihnen.

Lesen lernen – was steckt dahinter?

  1. Buchstaben wiedererkennen: Der wichtigste Schritt, um Lesen zu lernen, ist, dass Ihr Kind die Buchstaben zu identifizieren und von anderen Zeichen zu unterscheiden lernt. Auch die Fähigkeit, denselben Buchstaben wiederzuerkennen, ist ein wichtiger Schritt während des Lernprozesses.
  2. Buchstaben und Laute verknüpfen: Nachdem Ihr Kind die Buchstaben erkennt, muss es anfangen, diese mit Lauten in Verbindung zu bringen. Hierbei stellt sich die Schwierigkeit, dass einige Buchstaben unterschiedlich aussehen, in manchen Fällen aber gleich ausgesprochen werden. Dazu gehört z. B. Flügel, Vogel oder Philip.
  3. Laute verbinden: Der nächste Schritt ist es, die gelernten Laute miteinander zu Silben und dann zu Wörtern zu verbinden. Hier haben Kinder zunächst noch Schwierigkeiten mit Buchstaben, die zwar da sind, aber nicht einzeln betont werden, wie zum Beispiel im Wort Biene.
  4. Lesen und verstehen: Nachdem Ihr Kind die einzelnen Laute zu Wörtern und später auch zu kurzen und längeren Sätzen verbinden kann, ist der letzte Schritt, den Sinn des Gelesenen während des Lesens zu begreifen. Hier hilft es, Wörter immer wieder zu lesen. Irgendwann erkennt Ihr Kind die Wörter dann intuitiv und der Lesefluss wird schneller.

Wie entstehen Leseprobleme?

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Wenig Erfahrung: Kinder, die nicht schon vor der Schule Erfahrung mit Buchstaben gemacht haben oder deren Wortschatz zu gering ist, haben oft Probleme damit, Wörtern ihren Sinn zuzuordnen oder Wörter im Kontext zu unterscheiden: Eine Birne ist eben nicht nur eine Frucht, sondern auch ein Leuchtmittel für Lampen.

Lesestoff zu schwer: Bücher, die zu komplex sind, schmälern die Motivation zum Lesen. Wenn Sie wissen, dass Ihr Kind noch Probleme mit dem Lesen hat, sollten Sie nicht unbedingt auf die Altersangaben auf den Büchern achten, sondern darauf, was Ihrem Kind leicht fällt und gefällt. So kann es sich langsam steigern.

Brille erforderlich? So banal, wie diese Frage vielleicht klingt, ist sie nicht. Kinder mit einer Sehschwäche sind sich dieser selten bewusst. Wenn bis jetzt noch nicht herausgekommen ist, dass Ihr Kind eine Brille benötigt, sollten Sie einen Sehtest durchführen lassen. Besonders, wenn Ihnen auffällt, dass Ihr Kind häufig die Augen zusammenkneift.

Lesen lernen geht bei Kindern unterschiedlich schnell. Während einige Kinder schon am Ende der ersten Klasse flüssig lesen können, brauchen andere auch noch das zweite Schuljahr. Lesen ist ein Prozess und Sie sollten nicht gleich ein schwerwiegendes Problem vermuten, wenn Ihr Kind etwas langsamer lernt als seine Freunde. Macht Ihr Kind jedoch über einen längeren Zeitraum gar keine Fortschritte, könnte auch etwas Ernsteres dahinter stecken. Probleme wie eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Formen von Legasthenie sollten von einem Fachmann untersucht und behandelt werden.

Wie unterstütze ich mein Kind beim Lesen lernen? – Tipps und Tricks

Vorbid sein: Ihr Kind schaut sich seine Gewohnheiten vor allem bei Ihenen ab. Nehmen Sie sich also selbst öfter ein Buch in die Hand oder lesen Sie eine Zeitschrift. Dadurch wird auch Ihr Kind zum Lesen motiviert.

Interesse wecken: Bücher sollten anfangs vor allem eins: Spaß machen! Wenn sich Ihr Kind für ein bestimmtes Thema interessiert, wird es Bücher darüber geradezu verschlingen. Auch ein selbst ausgesuchtes Buch in der Bücherei eignet sich wunderbar, um das Interesse an Themen und Büchern zu wecken.

Üben, üben, üben: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihr Kind in der Schule schon genug liest. Hier kann nicht jedem Kind Raum für ausreichende Übung gegeben werden.Sie können auch zusammen kurze Geschichten lesen. Oder Ihr Kind übernimmt einen Absatz in der Gute-Nacht-Geschichte.

Den Alltag nutzen: Nicht nur Bücher kann man lesen. auch im alläglichen Leben sehen wir Buchstaben, Wörter und Sätze. Lassen Sie Ihr Kind deshalb auch Straßennamen, Werbeplakate oder Verpackungen laut vorlesen.

Namen schreiben: Ein Kind, welchs schon vor der Einschulung seinen Namen schreiben kann, ist besonders stolz. Auch Mamas und Papas Namen oder die Namen der Geschwister. Hierbei lernt Ihr Kind besonders gut, die Zeichen/Buchstaben mit bekannten Lauten zu verbinden.

Singen: Viele Texte von Kinderliedern kennt Ihr Kind bestimmt auswenig. Das hilft, wenn Sie gemeinsam mit ihm die geschriebenen Texte lesen. Zusätzlich haben viele Kinder beim Singen weiniger Probleme, die Worte flüssig auszusprechen. Wie Singen Ihr Kind noch fördert, lesen Sie bei uns.