Schulangst, Stress & mehr: Probleme in der Schule

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Die meisten Eltern hoffen darauf, dass sie und ihre Kinder die Schulzeit ohne größere Probleme meistern können. Kinder sollten gern in die Schule gehen, jeden Tag etwas Neues lernen und dann mit guten Noten auf dem Zeugnis nach Hause kommen. Diese Ideal-Vorstellung zieht sich jedoch selten über die gesamte Schulzeit hinweg, doch das ist vollkommen normal. Nicht jeder springt morgens hochmotiviert aus dem Bett und bringt immer gleich gute Leistungen, das kennen auch alle Erwachsenen. Es gibt aber auch Probleme, die sich über längere Zeit hinziehen und Ihnen und Ihrem Kind Stress und Unwohlsein bescheren können. Hier ein kurzer Überblick der gängigsten Schulprobleme:

Leistungsdruck: Auch wenn in der Grundschule oft noch spielerisch und ohne Noten gelernt und geprüft wird, merken schon die Kleinsten, dass es in de Schule auf Leistung ankommt. Je älter die Kinder werden, desto mehr steht Leistung im Mittelpunkt. Manche Kinder setzen sich selbst stark unter Druck, andere bekommen nur für gute Noten die Anerkennung ihrer Eltern.

Überforerung: Ist der Unterrichtsstoff zu schwer, sind Kinder schnell zu stark gefordert. Zusätlich beschränken sich die Aktivitäten der meisten Kinder heutzutage nicht mehr nur auf die Schule. Die Freizeit, die eigentlich den nötigen Ausgleich schaffen soll, ist dann mit Musikunterricht, Sporttraining und anderen Terminen verplant und die Kinder können nicht ausreichend abschalten.

Unterforderung: Überdurchschnittlich intelligente Kinder langweilen sich oft im Unterricht. Sie fangen an, zu stören oder de Aufgaben nicht zu erledigen und werden dann meist zu Unrecht als faule Störenfriede abgestempelt. Unterforderung zu identifizieren ist daher sehr schwierig. Eltern können ihre Kinder am besten einschätzen und sollten den Verdacht der Unterforderung gegenüber dem Lehrer äußern.

Prüfungsangst: Das Schuljahr über ist alles in Ordnung, vor großen Prüfungen aber gerät Ihr Kind in Panik und will nicht in die Schule? Die Angst vor wichtigen Arbeiten ist nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen verbreitet und äußert sich oft in körperlichen Symptomen wie Kopfschwerzen oder sogar Panikattaken.

Motivationslosigkeit: Früh aufstehen und fast den ganzen Tag in der Schule verbringen ist selten an jedem Tag toll. Grundschulkinder lassen sich dabei meist noch leichter für die Schule motivieren. Tennager aber, die mit ihrer Pubertät oft schon genug zu tun haben, leiden häufiger an der "Null Bock Einstellung".

Schulangst: Ein gemeiner Lehrer oder mobbende Mitschüler können Kindern leicht die Lust auf den Schulbesuch nehmen. Sie sollten allerspätestens eingreifen, wenn sich die Situation so weit zuspitzt, dass Ihr Kind regelrecht Angst hat, in die Schule zu gehen.

Lernstörungen: Kann Ihr Kind aufgrund einer Lernschwäche wie Legasthenie oder Dyskalkulie dem Unterricht nicht richtig folgen, führt das meist zu Frust und Problemen in der Schule.

Schuleschwänzen: Ein paar Mal hat wahrscheinlich jeder von uns ein bissschen Schulzeit "abgeklemmt". Wenn das jedoch häufiger vorkommt oder Ihr Kind der Schule komplett fernbleibt, verletzen Sie Ihre Aufsichtspflicht und können dafür sogar bestraft werden.

Wie merke ich, dass mein Kind Probleme in der Schule hat?

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Oft gibt es keine klaren Anzeichen dafür, dass Ihr Kind Probleme in der Schule hat. Lehrer werden nicht immer rechtzeitig aktiv. Hören Sie daher Ihrem Kind aufmerksam zu, wenn es von der Schule erzählt. Fragen Sie öfters nach, wie es ihm geht und achten Sie auf Veränderungen im Verhalten. Alle Symptome können, müssen aber nicht auf Probleme hindeuten. Oft hilft ein ehrliches und liebevolles Gespräch am besten, um herauszufinden, ob und welche Sorgen Ihr Kind beschäftigen.

Rückzug? Hat Ihr Kind eigentlich immer gerne von seinem Tag berichtet, zieht es sich aber immer mehr zurürck und blockt ab, wenn Sie fragen?

Appetit? Kann Ihr Kind nicht aufhören zu Essen oder bekommt auf einmal keinen Bissen mehr runter?

Körperliche Bescherden? Klagt Ihr Kind morgens oft über Kop- oder Bauchschmerzen? Hat es Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten?

Investierte Zeit? Kann sich Ihr Kind überhaupt nicht mehr motivieren lassen, nach der Schule noch die Hausaufgaben zu erledigen?

Wie können wir Probleme in der Schule lösen?

Zuhören: Aufmerksamkeit gegenüber den Kindern ist bei Problemen besonders wichtig. Wenn Ihr Kind von seinen Sorgen erzählen möchte, sollten Sie sich genügend Zeit nehmen.

Ehrlich sein: Erzählen Sie Ihrem Kind von der eigenen Schulzeit und dass auch Sie ab und zu mal Probleme hatten. So merkt Ihr Kind, dass es nicht alleine ist. Diese Tatsache tröstet oft schon sehr.

Vorwürfe bringen nichts: Ihrem Kind zu unterstellen, dass es faul oder nicht intelligent genug ist, bringt wenig. Vielmehr sollten Sie unterstützend zur Seite stehen und auch bei schlechten Noten nicht schimpfen.

Zusammen: Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wie Sie helfen und unterstützen können. Wenn Ihr Kind merkt, dass es sich auf Sie verlassen kann und seine Familie als Team hinter ihm steht, kann es daraus Kraft schöpfen.

Hilfe holen: Sozialpädagogen und Lehrer sind dafür ausgebildet bei Schulproblemen zu helfen. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind das Gespräch und lassen Sie sich beraten.