Weihnachten weltweit – so feiert man rund um den Globus

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Das Türchen am Adventskalender, ein Stück Stollen zum Adventskaffee, „Stille Nacht, heilige Nacht“ und natürlich der Weihnachtsmann, der mit Knecht Ruprecht von Haus zu Haus stapft, um die braven Kinder zu belohnen – Weihnachten wäre nicht vorstellbar ohne die typischen Bräuche. Auf der ganzen Welt feiern Christen das Weihnachtsfest, aber jedes Land hat seine eigenen Weihnachtslieder und -gewohnheiten. Während die Feiertage bei uns eher ruhig und besinnlich begangen werden, wird in anderen Ländern laut und fröhlich gefeiert. Auch die Bescherung findet nicht überall an Heiligabend statt, sondern am ersten Weihnachtsfeiertag oder sogar erst im Januar. Wir erklären die wichtigsten internationalen Weihnachtsbräuche.

Advent, Nikolaus und Christkind: Weihnachten in Deutschland

Deutschland gilt nicht nur als Ursprungsland des Weihnachtsbaumes, es hat auch besonders viele Weihnachtstraditionen. Das ist nicht verwunderlich, denn die Deutschen kosten die Weihnachtszeit nach allen Regeln der Kunst aus: Mit dem ersten Advent beginnt die Vorweihnachtszeit oft schon Ende November, und sie dauert offiziell bis zum Dreikönigstag am 6. Januar, wenn traditionell auch die Weihnachtsbäume abgeschmückt werden.

Typisch deutsch: der Advent

Viele der deutschen Weihnachtsbräuche sind daher eher Adventsbräuche – vom Adventskranz und dem Adventskalender für Kinder über die Weihnachtsmärkte bis hin zum klassischen Weihnachtsmärchen. Auch das Nikolausfest ist ein typisch deutscher Brauch – genau wie Stollen und Plätzchen: Kaum ein anderes Land kennt so viele Rezepte für traditionelles Weihnachtsgebäck.

Weihnachtsbräuche und -traditionen auf der ganzen Welt

Nach Ostern ist Weihnachten das wichtigste Fest der christlichen Kirche. Dass sich die Weihnachtsbräuche von Land zu Land so unterschiedlich ausgeprägt haben, liegt auch daran, dass sich in vielen Ländern heidnische und christliche Rituale vermischt haben. So gelten immergrüne Bäume und Kerzenlicht in vielen Kulturen seit jeher als Symbole für Leben und Hoffnung.

Julfest mit Trollen: So feiert man Weihnachten in Skandinavien

In Skandinavien begeht man Weihnachten sehr gemütlich im Familienkreis – es wird viel gebacken und all gehen am Heiligen Abend gemeinsam in die Sauna. Weihnachten ist eng mit dem Julfest, dem Tag der Wintersonnenwende am 21. Dezember verbunden. Auch andere Weihnachtsbräuche sind stark vom heidnischen Glauben geprägt: So stellen Kinder in Dänemark und Schweden am Heiligen Abend eine Schüssel Brei auf die Fensterbank oder vor die Tür. Sie ist ein Geschenk an die Trolle, damit diese das Haus beschützen und ihre Bewohner nicht ärgern. In Island gibt es übrigens 13 freche Weihnachtsmänner, die vom 12. Dezember an 13 Tage lang Unfug machen, bevor sie die Geschenke bringen.

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Geschenke schon zum Nikolaus: Weihnachten in den Niederlanden und in Belgien

Bei uns gibt es zum Nikolaus Schokolade und vielleicht eine Kleinigkeit im Stiefel – in den Niederlanden ist der 6. Dezember der wichtigste Tag der Weihnachtszeit. Die Menschen legen in der Nacht zum Nikolaustag Säcke vor die Haustüren, die vom Sinterklaas und seinem Gehilfen, dem Schwarzen Peter (Zwarte Piet), mit Geschenken gefüllt werden.

Christmas stockings und Mistelzweige: Weihnachten in England, Irland und Schottland

In Großbritannien findet die Bescherung nicht am Heiligen Abend statt, sondern am Morgen des 25. Dezember. Der Weihnachtsmann überbringt die Geschenke nicht persönlich, wie es in Deutschland ursprünglich Brauch ist: Er gelangt nachts ungesehen durch die Schornsteine in die Häuser und füllt die großen Weihnachtssocken, die die Kinder am Kamin aufgehängt haben. Statt Stollen gibt es England und Irland den christmas pudding, ein fester Früchtekuchen, der oft schon Monate im Voraus gebacken und eingelagert wird. Ein sehr bekannter englischer Weihnachtsbrauch ist der Mistelzweig, der auch im heidnischen Glauben große Kräfte hat: Er wird in der Weihnachtszeit in Türrahmen aufgehängt, und wenn ein Mann und eine Frau gleichzeitig darunter stehen, müssen sie sich küssen.

Ein Lichtermeer und ein rotnasiges Rentier: Weihnachten in Amerika

Die Weihnachtsbräuche der USA orientieren sich größtenteils an den britischen Traditionen, die von den Einwanderern mit ins Land gebracht wurden. Auftakt zur Weihnachtszeit ist das Thanksgiving-Fest am 25. November – spätestens ab jetzt wird jedes Haus hell und bunt geschmückt. Der Weihnachtsmann kommt mit seinem Rentierschlitten, der unter anderem vom rotnasigen Rentier Rudolph gezogen wird.

In Mexiko und Südamerika ist das Weihnachtsfest dagegen deutlich christlich geprägt: Aufwändig gestaltete Weihnachtskrippen bestimmen das Straßenbild und die Familien treffen sich, um diese zu bewundern.

Väterchen Frost beschenkt die Kinder in Osteuropa

In den osteuropäischen Ländern überwiegt der katholische und orthodoxe Glaube. Hier wird zur Adventszeit nicht geschlemmt, sondern gefastet – erst am Heiligen Abend zu Einbruch der Dunkelheit endet mit dem großen Weihnachtsessen die Fastenzeit. Der Weihnachtsmann heißt in Russland, Polen und Rumänien Väterchen Frost. Er bringt die Geschenke zusammen mit seiner Tochter Schneeflöckchen. Die russischen Kinder müssen allerdings etwas länger auf ihre Geschenke warten: Da sich die russischen Feiertage nach dem Julianischen Kalender richten, wird Weihnachten dort erst am 7. Januar gefeiert.

Italien und Spanien feiern am Dreikönigstag Weihnachten

In Spanien richtet sich die Geschenketradition nach der biblischen Weihnachtsgeschichte: Am 6. Januar, dem Tag, an dem die Heiligen Drei Könige Jesus ihre Gaben in Bethlehem überbracht haben, bekommen auch die spanischen Kinder ihre Geschenke. An diesem Tag werden im ganzen Land prächtige Dreikönigsumzüge veranstaltet. Auch in Italien bekommen die Kinder am Dreikönigstag Geschenke, allerdings nicht von den Heiligen Drei Königen, sondern von der Weihnachtshexe La Befana. Insgesamt wird Weihnachten in Italien ähnlich lange und intensiv gefeiert wie in Deutschland – angefangen mit San Nicola, dem Nikolaustag über das Fest der heiligen Lucia am 13. Dezember und die Geburt Jesu am 25. Dezember bis hin zum Dreikönigstag.