– Benja Braunbär –
Freundschaft ist, was zählt!

– Benja Braunbär – Freundschaft ist, was zählt!

Hallo, ich bin Benja …
und mir ist ein echtes Wunder passiert!

Ich habe Matti kennengelernt! Wir haben uns angesehen und wussten: Wir sind Freunde! Und mit Matti habe ich Elo Elch und Piku Pinguin und alle anderen kennengelernt. So viele Freunde auf einmal! Aber … was macht eigentlich eine Freundschaft aus?

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Wenn ich so darüber nachdenke, ist es wohl die Zeit. Zeit, die wir gemeinsam miteinander verbringen. Denn erst mit der Zeit können wir ein Gefühl für den anderen entwickeln. Wenn wir miteinander reden oder Dinge tun. Am besten Dinge, die beide toll finden. Zum Beispiel einen Weihnachtsbaum zu schmücken und Weihnachten zu feiern … Mit der Zeit zeigt sich, wie gut wir uns verstehen und wie vertraut wir einander sind. Mit unseren Freunden verbringen wir gern Zeit, denn mit ihnen fühlen wir uns wohl, geborgen.

Vertrauen ist wichtig. Denn Freunde vertrauen sich oft Geheimnisse an: Gedanken, die man vielleicht selber noch nicht so richtig zu Ende gedacht hat. Sorgen. Schönes! Ein guter Freund hört zu, unterstützt, muntert auf. Freut sich aufrichtig mit einem. Freunde können sich auch Wahrheiten sagen, die unangenehm sind. Weil sie es freundschaftlich tun, tut es nicht so weh. So machen uns unsere Freunde stark. Wie Matti mich und ich ihn. Ich kann ihm alles sagen und er mir. Er würde nie, niemals ein Geheimnis ausplaudern. Da bin ich mir bei Matti absolut sicher.

Es gibt also unterschiedliche Arten der Freundschaften – und tatsächlich haben sich damit schon Philosophen und Wissenschaftler befasst, hat mir Edda Eule erklärt. Edda hat so viel gelesen und ist so schlau! Philosophen, sagt sie, das sind Leute, die über die Welt nachdenken und alles, was darauf wichtig ist. Und Freunde sind sehr, sehr wichtig.

Man braucht gar nicht viele Freunde, aber echte: die machen glücklich. Sie machen sogar gesund und ausgeglichen, reich. Weil sie das Leben bereichern. Echte Freunde begleiten durch „dick und dünn“. Manche Freundschaften halten ein Leben lang. Andere einige Jahre, bevor sie auseinandergehen. Das ist okay, denn Freunde müssen auch zur Lebenslage passen, zu den Interessen, die man teilt. Und die ändern sich im Laufe eines Lebens, meint Edda. Ich kann dazu noch nicht so viel sagen, ich bin ja noch klein. Aber eins habe ich schon deutlich gespürt: Es gibt Freunde, die tun einem gut. Und andere tun einem wirklich gar nicht gut. Auch für die, sagt Edda, gibt es einen Begriff: „falsche Freunde“. An solche kann man geraten, und oft dauert es eine Weile, bis man merkt, was los ist. Aber es gibt Anzeichen: Falsche Freunde hören nicht richtig zu. Sie freuen sich nicht mit dir, wenn du was Tolles erlebt hast – sondern finden ganz schnell etwas, was sie noch viel Toller finden (meistens sich selbst). Sie nutzen einen aus, sie kosten Energie, ziehen einen runter.

Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit und Gleichheit: Da ist es wieder, das Vertrauen. Wenn ich mich auf den anderen verlassen kann, ist das ein gutes Zeichen. Auf Matti kann ich mich ganz und gar verlassen. Wir verstehen uns sogar ohne Worte, ist das nicht toll? Und das … das habe ich nur mit Matti. Matti und ich, wir sind Seelenverwandte. Das ist ein ganz schön großes und schweres Wort. Es heißt: Man versteht sich, ohne alles erklären zu müssen. Bei uns ist das so, und das ist ganz schön schön! Matti ist mein allerbester Freund, und solche findet man nicht allzu oft im Leben. Ich wünsche jedem von euch da draußen auch so einen Freund, so eine Freundin – so ein wunderbares Wunder!

Eure Benja

– Freundschaft –
ehrlich, inspirierend, loyal!

Freundschaften sind wichtig: Von Anfang an, ein Leben lang. Denn in Freundschaften verbinden wir uns mit anderen, mit „Gleichen imGeiste“ – freiwillig. Das unterscheidet unsere Freunde von unserer Familie. Während wir unsere Familie nicht auswählen können, entstehen Freundschaften mit der Zeit – und lösen sich womöglich auch wieder. Und doch gibt es sie immer wieder: die „Sandkastenfreundschaften“, die ein Leben lang halten. Auch Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen, will gelernt sein. Dabei tun sich manche Kinder leichter als andere. Es kostet Mut, auf andere zuzugehen … und sich womöglich einen Korb abzuholen. Du unterstützt dein Kind, indem du es zu nichts drängst und immer wieder auffängst. Freundschaften lassen sich nämlich nicht erzwingen. Ebenso wenig lassen sie sich unterbinden, selbst wenn du die Wahl deines Kindes vielleicht nicht so gut findest. Dein Kind lernt – auch aus Fehlern.

Baby

Die meisten Babys finden Gleichaltrige spannend: Sie schauen ihnen zu und schauen sich allerhand von ihnen ab. Wenn sie spielen, spielen sie eher nebeneinander als miteinander. Das ist völlig in Ordnung so: Dein Baby lernt ja gerade erst, sich in seiner Welt zu orientieren. Was Freundschaft bedeutet, kannst du ihm zeigen: Indem du selbst deine Freundschaften pflegst. Und indem du deinem Baby seine ersten kleinen Freunde ans Herz legst: Kuscheltiere und Puppen, mit denen es spielen kann. Es wird sich seine besten Freunde selber wählen!

  
  

Kleinkind

Ab etwa drei Jahren, also im Kindergartenalter, wird dir dein Kind stolz von seinen ersten Freunden erzählen. Keine Sorgen, wenn sie häufig wechseln: Freund oder Freundin ist, wer gerade die Interessen deines Kindes teilt. Spielkamerad und Vorbild – dein Kind wird sich eine Menge abschauen. Konflikte werden oft mit Gewalt „gelöst“, weil sich die Kinder sprachlich einfach noch nicht so gut ausdrücken können. Und die Sache mit dem Teilen ist meist auch noch schwierig. Alles will gelernt sein, auch Loslassen und Abgeben. Kinder mit guten Spielideen finden leichter Freunde! Hilf deinem Kind, indem du mit ihm spielst – am besten Spiele, die es dann auch mit anderen spielen kann: Verkleiden, Höhle bauen, Bausteine, Puppen – kurz, Spiele für die Fantasie!

  
  

Kinder

Je älter dein Kind wird, desto wichtiger werden Freunde – echte Freunde. Im Grundschulalter werden Freundschaften nun bewusster geschlossen. Mit allen Vor- und Nachteilen: Freunde geben Halt, machen stark. Freunde holen aus der Komfortzone heraus und stiften Identität. So schnell manche Freundschaft geschlossen wird, so schnell kann sie wieder enden. Eine schmerzliche Erfahrung! Doch auch das ändert sich: Mit zunehmendem Alter werden Freundschaften konstanter. Während Mädchen oft innige Zweierbeziehungen (am besten mit Zweit- und Drittfreundin „in der Hinterhand“) pflegen, sind Jungenfreundschaften praktisch orientiert und zuverlässiger. Im „Beziehungsdschungel“ hilfst du deinem Kind mit Gesprächen, guten Büchern (in denen es meistens auch um Freundschaft geht) und Spielzeug, das Freunde verbindet, weil sie damit gern gemeinsam spielen.