Bin ich bereit fürs Vatersein?

Das fragen sich alle werdenden Väter

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„Du wirst Vater“. Ganz gleich, ob ihr mit eurer Partnerin aktiv an der Familienplanung gearbeitet habt oder dieser Satz einigermaßen überraschend kommt, mischt sich in die Freude über den zukünftigen Nachwuchs auch der Zweifel darüber, ob man dieser Rolle tatsächlich schon gewachsen ist. Vater zu werden und zu sein bringt immer auch Verunsicherung mit sich, denn zunächst ist diese neue Situation für den zukünftigen Vater nicht greifbar; ihr spürt nicht wie die Mutter bereits die ersten körperlichen Veränderungen. Wie du mit den Fragen, die dir wahrscheinlich jetzt im Kopf herumschwirren, umgehst und sich aufs Vatersein vorbereiten kannst – wir haben ein paar Tipps und Anregungen für dich zusammengestellt.

Vatersein – Wie verändert sich mein Leben?

Verantwortung:

Auf einmal ist da jemand, der Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit von dir verlangt. Du bist nicht mehr nur für dich selbst verantwortlich. Das kann zunächst sehr beängstigend sein. Aber sei beruhight, mit der Zeit wirst du sicherlich in deine neue Vaterrolle hineinwachsen.
 

Finanzen:

Wahrscheinlich werden sich schon vor der Geburt die Prioritäten bei der Finanzplanung verändern: Das Kinderbettchen statt romantischen Urlaub, eine größere Wohnung statt des neuen Autos. Je nachdem, wie ihr die Erziehung eures Kindes aufteilen wollt, fällt auch etwas Gehalt weg. Besprecht mit eurer Partnerin, wie ihr die Zeit vor und mit eurem Kind finanziell planen könnt.

Flexibilität:

Aktivitäten mit einem Kind wollen meist geplant werden. Ein spontanes Treffen am Abend oder ein Wochenendausflug werden jetzt wahrscheinlich nicht mehr so einfach stattfinden. Dafür wird die Zeit, die ihr mit eurem Kind und der kleinen Familie verbringt, immer kostbarer.
 

Paarbeziehungen:

Mit Baby und dem Zurechtfinden in der neuen Situation wird die Beziehung wahrscheinlich erst einmal hintenastehen, da sich auch die Welt deiner Partnerin wahrscheinlich überwiegend um das Neugeborene dreht. Wenn sich alles eingespielt hat und euer Baby etrwas größer ist, bieten sich eure Familie und Freunde aber sicherlich mal für ein paar Stunden Babysitter an, damit ihr euch etwas Zeit für die Partnerschaft nehmen könnt.

Vatersein – Elternzeit für Väter

Die Zeit, um eine tiefe und intensive Beziehung zu deinem Kind aufzubauen, kommt für Väter meist erst nach der Geburt. Bis dahin konntet ihr die Tritte im Bauch der Mutter spüren und die Ultraschallbilder bewundern, aber nach der Geburt könnt ihr endlich auch kuscheln, vorlesen und Windeln wechseln. Seit einiger Zeit haben Väter als Arbeitnehmer auch das Recht auf Elternzeit und nutzen diese, um ihr Kind aufwachsen zu sehen, die Kinderbetreuung zu übernehmen und die Mutter zu entlasten. Dies solltest du beachten:

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© 123RF

Mit dem Arbeitgeber sprechen: Viele Arbeitgeber stehen der neuen Vaterrolle positiv gegenüber. Dieses Umdenken ist jedoch noch nicht bei allen angekommen. Sprecht also mit eurem Arbeitgeber, wie dieser der Elternzeit für Väter gegenüber eingestellt ist. So verhinderst du ggf. böse Überraschungen auf beiden Seiten.
 

Finanzielles planen: Insgesamt haben Mutter und Vater Anspruch auf zunächst zwei Jahre Elternzeit. Jedoch stehen euch nur für 14 Monate Elterngeld zu. Überlegt aus diesem Grund mit eurer Partnerin, wie ihr die Zeit aufteilt und trotzdem genug Geld für die Versorgung der Familie zur Verfügung habt.

Fristen einhalten: Den Antrag auf Elternzeit müsst ihr spätestens sieben Wochen vor Antritt einreichen. Der Kündigungsschutz gilt jedoch erst acht Wochen vor Antritt. Reicht euren Antrag aus diesem Grund am besten in dieser Zwischenzeit ein.
 

Zurück im Beruf: Wenn du nach deiner Elternzeit wieder in den Beruf einsteigst, hast du das Recht auf die gleiche Bezahlung. Dies muss aber nicht bedeuten, dass du auch dieselben Kompetenzen und Aufgaben wie früher innehast. Achtet aus diesem Grund auf das Verhältnis zu deinem Arbeitgeber und gehe offen mit deinen Wünschen um.

Tipps für werdende Väter

  • Rat einholen: Vielleicht gibt es in deinem Freundeskreis bereits Väter. Bittet diese um ein entspanntes Treffen, und holt euch Rat ein, welche Lösungen bei Fragen und Zweifeln geholfen haben.
     
  • Informieren: Vielen Männern hilft es, wenn sie Informationen einholen und Dinge planen. Zwar könnt ihr  nicht von vornherein die Beziehung zu eurem Kind planen, aber ein Finanzplan, Infos zu Elternzeit und -geld oder verschiedenen Kinderwagenmodellen machen die Situation greifbarer.
     
  • Die Partnerin einweihen: Das Bild vom starken Mann, der nicht über Gefühle spricht, ist längst überholt. Deine Partnerin macht sich ähnliche Sorgen und gemeinsam könnt ihr versuchen, Lösungen zu finden. Das schweißt nicht nur zusammen, sondern hilft euch auch Dinge auszusprechen, die euch beschäftigen.
     
  • Vertraut machen: Wenn möglich, solltet ihr versuchen bei Vorsorgeterminen dabei zu sein oder auch schon mit dem Babybauch sprechen und ihn streicheln. So ist das Baby schon mit deiner Stimme vertraut und lässt sich auch nach der Geburt leichter von dir beruhigen.