Vögel füttern im Winter

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Tipps und Infos für eure „Snackbar“ im Garten

Wintervögel sind immer auf Futtersuche. Meisen beispielsweise sind im Winter bis zu 85 % des Tages damit beschäftigt, ihre Fettreserven neu aufzufüllen. Unsere gefiederten Freunde sind so gut an ihren Lebensraum angepasst, dass sie auch harten Frost überleben und eigentlich auch im strengsten Winter nicht von uns Menschen zusätzlich gefüttert werden müssen. Um aber Kinder für die Natur zu begeistern, ist eine Futterstelle im Garten durchaus zu vertreten und vermittelt nebenbei Artenkenntnisse. Wo sonst lässt sich lebendige Natur sogar in der Stadt aus nächster Nähe so gut beobachten und erleben? Typischerweise füttert man im Winter von November bis Ende Februar. Was es dabei zu beachten gibt, lest ihr hier.

Der richtige Standort …

für die Futterstelle wird bestimmt von den Vogelarten, die bei euch „anzutreffen“ sind. In einem naturnahen Garten mit Büschen, Bäumen und Freiflächen sind alle Fütterungsvarianten sinnvoll. Hier tummeln sich sowohl Futterhäuschen-Freunde (überwiegend Sperlinge und verschiedene Finken), am Boden fressende Arten (Amseln, andere Drosseln, Goldammern, Rotkehlchen, Eichelhäher usw.) sowie Vögel, die hängende Futterplätze bevorzugen (Meisen, Kleiber, Spechte und andere Arten).
Wählt für die Futterstelle einen Platz, an den sich keine Katzen anschleichen können und an dem ihr gleichzeitig die Vögel gut beobachten könnt. Idealerweise sollten in der Nähe Bäume oder Büsche Deckung bei möglichen Attacken von Sperbern bieten.
Achtet darauf, dass große Glasscheiben in der Nähe nicht zur tödlichen Falle für die Vögel werden. Bringt die Futterstelle entweder an einem anderen Platz an oder beklebt die Scheiben mit entsprechenden Vogelschutzaufklebern.

Wer frisst was?

Für alle Vogelarten gleichermaßen gut geeignet sind Sonnenblumenkerne. Am besten ungeschält, auch wenn dabei mehr Abfall anfällt, denn dann verweilen die Vögel länger an der Futterstelle. Achtung: Gewürzte und gesalzene Lebensmittel und Speisereste sind Gift für die Vögel! Auch Brot ist ungeeignet, da es im Magen der Vögel aufquillt und außerdem schnell verdirbt.

Ihrer Ernährungsweise entsprechend unterscheidet man Vögel in zwei Gruppen: Körnerfresser, die mit einem besonders kräftigen Schnabel ausgestattet sind. Zu ihnen zählen u.a. Finken und Sperlinge. Weichfutterfresser, die ihre Nahrung bevorzugt am Boden suchen, z.B. Rotkehlchen oder Amsel. Sie fressen Insekten oder nur sehr feine Sämereien. Einige Weichfutterfresser stellen sich jedoch im Winter auf Körner um. Zu diesen „Allesfressern“ zählen Meisen, Spechte oder auch Kleiber.

Hier eine Speisekarte für die verschiedenen Geschmäcker typischer Besucher von Winterfütterungsplätzen:

Kohlmeise: gehackte Nüsse, Sonnenblumenkerne Blaumeise: Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnüsse und andere Nüsse Grünfink: gehackte Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf & Mohn), Sonnenblumenkerne
Stieglitz: gehackte Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf & Mohn), Sonnenblumenkerne, Samen abgeblühter Stauden
Buchfink: Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnüsse und andere Nüsse, ölhaltige Samen (Hanf), Bucheckern
Eichelhäher: ganze Erdnüsse, Maiskörner, Eicheln Elster: ganze Erdnüsse, Maiskörner
Grünspecht: Äpfel, Fett, gefettete Erdnüsse (Fettblock mit Erdnüssen oder Mehlwürmern)
Rotkehlchen: gehackte Nüsse, Getreideflocken, Mehlwürmer, Rosinen in Kokosfett/Talg
Haussperling: Allesfresser, gehackte Nüsse, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren
Feldsperling: Allesfresser, gehackte Nüsse, Samen, Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren
Kleiber: Getreideflocken, Hanf, Nüsse (Haselnuss), Sonnenblumenkerne
Amsel: Äpfel, Rosinen, Haferflocken, gehackte Nüsse, Mehlwürmer, geschälte Sonnenblumenkerne, getrocknete Beeren

Allgemeine Tipps zur Winterfütterung

Futterplatz sauber halten. Herkömmliche Futterhäuschen, in denen die Vögel im Futter herumlaufen und eventuell mit Kot beschmutzen, sollten regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden. Hier sollte täglich nur wenig Futter nachgelegt und das Häuschen zudem so angebracht werden, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt, da es sonst verdirbt oder vereist. Spezielle Futtersilos sind „wartungsfrei“ und bieten eine größtmögliche Hygiene im Vogelrestaurant. Diese Futterbehälter müssen nur vor und nach der Wintersaison gereinigt werden. Hier kann also auch eine Futtermenge für einen längeren Zeitraum eingefüllt werden.

Vogelfutter am Boden kann Mäuse und Ratten anlocken. Daher Reste unter der Futterstelle am besten täglich beseitigen.

Plastikfrei! Sehr beliebt bei der Winterfütterung sind Meisenknödel. Hier solltet ihr nicht nur aus Umweltschutzgründen auf die Variante ohne Netz zurückgreifen: Vögel können sich mit den Beinen oder dem Kopf in den Kunststoffsäckchen verfangen und schwer verletzen. Für die netzfreien Knödel gibt es im Handel spezielle Spender und Halterungen zu kaufen.

Ein vogelfreundlicher Garten lockt durch eine naturnahe Gestaltung unsere gefiederten Freunde ganz ohne Extra-Aufwand an und hilft ihnen durch natürliche Nahrungsquellen, z.B. fruchttragende Sträucher und Gehölze, durch den Winter! Dafür genügt es schon, beim Herbstputz im grünen Wohnzimmer mal etwas weniger gründlich zu sein: Nicht gefallenes Obst am Baum hängen lassen. Abgeblühte Gartenstauden und andere samentragende Pflanzen nicht zurückschneiden: große Samenstände sind das reinste Buffet für fliegende Gartenbesucher. In hohlen Stängeln, Blattachsen und Blütenresten überwintern zudem viele Insekten, von denen sich Weichfresser ernähren. Auch aus dem Laub auf dem Boden lesen sie auf, was kreucht und fleucht. Nach Möglichkeit also besser liegen lassen. Die Vögel freut’s!

Basteltipp Vogelglocke

Das braucht ihr:
ca. 150 g Pflanzenfett (z.B. Kokos)
ca. 150 g Sonnenblumenkerne oder Weizenkleie
etwas Speiseöl (z.B. Sonnenblumenöl)
Ton-Blumentopf (10 cm Ø)
Rundholz oder Zweig (etwa 10 cm länger als der Topf), an dem sich die Vögel beim Fressen festhalten können
Hanfkordel

So wird’s gemacht:
Die Kordel an das Rundholz oder den Zweig binden und durch das Loch im Boden des Blumentopfes stecken (ein dicker Knoten in der Kordel verhindert das Durchrutschen des Stockes durch das Loch). Nun wird in einem Topf das Pflanzenfett geschmolzen und mit der gleichen Menge Sonnenblumenkerne oder Weizenkleie und ein paar Tropfen Speiseöl vermengt. Den Blumentopf großzügig damit füllen und die Masse darin auskühlen und fest werden lassen. Dann die Futterglocke kopfüber an einem Ast aufhängen – am besten an einem schattigen Ort, damit sich der Inhalt nicht in der Sonne erwärmt und herausfällt.

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