Warum ist Spielen so wichtig für die kindliche Entwicklung?

Spielen ist das beste Förderprogramm für Ihr Kind

Spielen macht Kindern Spaß und hilft ihnen dabei, groß zu werden. Für sie ist es so notwendig wie Schlafen, Essen und Trinken. Denn: Spielen ist das beste Förderprogramm für Ihr Kind. Bereits Babies trainieren Ihre Sinne beim Spielen, so entdecken sie Stück für Stück ihre Welt.

Freies Spielen: Vorteile für Babies und Kinder

Augen, Hände und der ganze Körper sind bei der Sache

Spielen ist bereits ab dem ersten Lebensjahr gut fürs Gehirn

Jedes Kleinkind hat sein eigenes Tempo beim Spielen. Mit altersgerechtem Spielzeug können Sie ihm helfen, seine motorischen Fähigkeiten zu entwickeln. Übrigens: Wussten Sie, dass zum Beispiel Krabbeln die rechte und linke Gehirnhälfte verknüpft und so wichtig fürs spätere Schreiben-Lernen ist?

Beobachten Sie einmal Ihr Baby, wenn es spielt: Ganz versunken ist es, ganz konzentriert. Augen, Hände und der ganze Körper sind bei der Sache. In seinem ersten Lebensjahr ist Ihr Kind ein Forscher und Entdecker. Es möchte untersuchen und ausprobieren. Es lernt, indem es spielt: Was geschieht, wenn ich etwas irgendwo hineinlege?Kann ich es wieder herausbekommen? Wenn ich etwas werfe – kann ich es zurückholen? Und wenn ich etwas herunterfallen lasse – ist es dann noch da? Im fröhlichen Spiel erkennt Ihr Kind: Welche Wirkung hat mein Tun? Und wieder wird eine wertvolle Erfahrung fürs Leben im Köpfchen abgespeichert.

Spiel ist nicht Spielerei, es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung

So schrieb es einst der Pädagoge Friedrich Fröbel Anfang des 19. Jahrhunderts. Das stimmt, heißt aber nicht, dass Eltern das freie Spiel ihres Kindes mit Ernst verfolgen sollen. Hinter jedem spielerischen Tun zwingend eine Entwicklungsförderung zu sehen, nimmt dem Spielen die Freiheit und Einzigartigkeit. Seien Sie stolz über jeden kleinen Schritt, jedes fröhliche Lächeln Ihres Babys. Vertrauen ist das schönste Geschenk, das Sie einem spielenden Kind machen können.

Tipp

Überfüttern Sie ihr Kind nicht mit zu vielen Angeboten

  • Legen Sie nur ein oder zwei Spielsachen gleichzeitig auf seine Krabbeldecke, mit denen es sich in der nächsten Zeit konzentriert beschäftigen kann
  • Nach ein paar Tagen können Sie das Spielzeug tauschen. Spielen Sie gemeinsam, geben Sie Anregungen, aber lassen Sie Ihr Baby auch eine Weile unter Beobachtung alleine spielen
  • Schon die Kleinsten lieben es, in ihre eigene Welt versunken Neues auszuprobieren: Knabbern, drücken, drehen, rollen & schieben – jedes Kind hat dafür sein eigenes Tempo
  • Spielen heißt intensives Lernen und neue Perspektiven zu gewinnen. Behutsam und sinnlich

Spielen macht Spaß. Spielen macht schlau

Beim Spielen schaltet Ihr Kind alle Sinne auf Empfang – und geht mit Augen, Ohren, Händen und Mund auf große Forschungsreise. Jede liebevolle Anregung, jeder neue Eindruck formt ganz individuell die Persönlichkeit Ihres Kindes. Erleben Sie gemeinsam Tag für Tag die Faszination, etwas Neues und Einzigartiges zu entdecken. Spielen ist ein Lernprogramm erster Klasse, denn es gibt kein „falsch“, sondern nur ein „noch einmal“! Und wenn Ihr Baby ins Spiel vertieft ist, lassen Sie ihm Ruhe und Zeit dazu. Nichts sonst ist dann eine Ablenkung wert.

In den ersten Lebensmonaten stehen Greifen, Sehen, Hören – die Entwicklung der Sinne – hoch im Kurs. Babys lieben bunte Farben, Geräusche und Interessantes zum Fühlen – beim Spielzeug zum Beispiel Greiflinge in verschiedenen Materialien, Rasseln, Mobiles, Schmusetiere.Je kleiner die Kinder sind, desto mehr sind „Greifen“ und „Begreifen“, „Fassen“ und „Erfassen“ miteinander verknüpft. Im Kleinkindalter werden dann Dinge spannend,die sich bewegen lassen: Stoffbälle, Rutscherautos, Dreiräder. Handliche Bauklötze oder Malstifte, mit denen die Kleinen selbst „etwas erschaffen“ können, sind jetzt ebenfalls interessant.

Tipp

Gut zu wissen!

  • Kinder lernen durch Anstrengung. Die Kleinen sind stolz, wenn sie etwas selbst geschafft haben
  • Ihrem Baby ist die Rassel aus der Hand gerutscht und jetzt müht es sich ab, sie zu erwischen? Nicht gleich einspringen, sondern zulassen, dass es sich ordentlich anstrengt, allein ans Ziel zu kommen
  • Eltern können am besten einschätzen, wann das Baby wirklich Hilfe braucht und wann es nur ein bisschen bequem ist. Geben Sie ihm die Chance, sich durch Erfolgserlebnisse stark zu fühlen

So schnell lernt ihr Baby

Die Lernfähigkeit von Babys ist faszinierend. Nie wieder lernt der Mensch so viel in so kurzer Zeit. Durch Sinnesanregungen, durch Erfahrungen und Entdeckungen reift das junge Gehirn. Angetrieben von natürlicher Neugierde und dem Spaß an der Sache entwickeln schärfen Babys und Kleinkinder nicht nur ihre Sinne, sondern entwickeln auch ihre motorischen Fähigkeiten, erfahren elementare Naturgesetze, üben Konzentration undAufmerksamkeit. Damit die Freude am Lernen erhalten bleibt, ist es wichtig, dass Förderung ohne Druck geschieht. Schon kleine Babys signalisieren durch das Abwenden des Gesichts klar und deutlich, wenn sie genug neue Eindrücke gesammelt haben. Respektieren Sie solcheSignale, denn Ruhepausen sind wichtig, um das Gelernte zu verarbeiten und zu festigen.

Tipp

Ihr Baby braucht Freiraum zum Spielen:

  • Auch wenn Ihr Kleines noch nicht selbst mobil ist, lassen Sie ihm viel Bewegungsfreiheit. Es braucht sie, um seine Muskeln zu trainieren und Bewegungsabläufe zu üben
  • Setzen Sie Ihr Kind deshalb nicht länger als nötig in einen Sitz oder eine Wippe
  • Auf einer weichen Decke auf dem Fußboden mit interessanten Dingen zum Anschauen und Greifen ist es besser aufgehoben und kann nach Herzenslust ausprobieren, was es mit Armen, Beinen und dem ganzen Körper anstellen kann

Mit einer Kiste Bausteine oder einer Kugelbahn zeigen kleine Baumeister, wie viel Fantasie, Kreativität und räumliches Vorstellungsvermögen in ihnen steckt. Wer zumBeispiel gerne puzzelt, leistet schon hochkomplexe Geistesarbeit: Sich im Kopf ein Bild von dem fehlenden Teil machen, sich erinnern, es erkennen – das alles fördert logisches und mathematisches Denken.Mit den Jahren werden die Spiele komplexer und ihr Einfluss auf die Entwicklung sowie die Rechen- und Problemlösungsfähigkeiten nimmt zu. Solange Kinder spielen, lernen sie.

Spielen ist Allround-Training

Genauso wie Kinder durch Spielen ihr Gehirn entwickeln, trainieren sie ihren Körper. Mal rennen sie wild herum, mal untersuchen sie etwas vorsichtig mit ihren Fingern. Aber immer kräftigen sie dabei Herz, Kreislauf, Muskeln und Knochenbau. Wer auf einer Linie balanciert oder wild auf einem Trampolin hüpft, verbessert sein Gleichgewicht und seine Geschicklichkeit. Beim Kicken mit einem Fußball und anderen Ballspielen schulen sie ihre Auge-Hand-Koordination und die Wahrnehmung. Weil Kinderimmer mit ihrem ganzen Körper spielen, lernen sie ihn besser kennen und beherrschen. Viel Bewegung beugt auch Übergewicht vor. Am besten spielen Kinder so oft wie möglich draußen, weil frische Luft außerdem ihr Immunsystem stärkt.

Spielen formt die Persönlichkeit

Beim Spielen erleben Kinder immer wieder unterschiedlicheGefühle: Mal sind sie glücklich und stolz, wenn sie gewinnen, mal traurig und wütend, wenn sie verlieren. Sie lernen dabei, mit diesen gegensätzlichen Emotionen umzugehen. Mit ihren Freunden bilden sie Empathie und Mitgefühl aus und lernen miteinander umzugehen. Und nicht zuletzt: Beim Spielen können sich Kinder ausprobieren und erleben so Selbstvertrauen und Selbstbestätigung. Wichtig dabei ist, dass kein Kind wie das andere spielt. Wenn die Spiele zum Kind und zum Alter passen, kann man sein Kind am besten fördern. Ein Tipp: Spielen Sie mit! Eltern sind für ihre Kinder die besten und liebsten Spielkameraden! Wer zusammen schöne Momente teilt, hat eine innigere und tiefere Bindung.

Unterstütztes Spielen: Sind Lernspiele wirklich sinnvoll?

Farben und Formen zuordnen, erste Wörter bilden oder Gedächtnisaufgaben lösen – wenn es um Lernspiele geht, gibt es für Eltern und Kinder eine reichhaltige Auswahl. Für jeden Entwicklungsbereich stehen Spiele und Übungen in den unterschiedlichsten Medien zur Verfügung. Viele Elternnutzen dieses Angebot nur zu gern: Schließlich möchten sie ihre Kinder in jeder Hinsicht optimal fördern. Daraus resultiert der Anspruch, auch die Freizeit möglichst sinnvollzu nutzen und sich Spielen mit konkretem Lerneffekt zu widmen. Was viele Eltern dabei vergessen: Kinder lernen bei jedem Spiel. Ob beim Versteckspiel im Garten, beim Fantasiespiel mit Rittern und Puppen oder beim Herummatschen in Pfützen und Sandkiste. Wir haben uns Lernspiele genauer angeschaut und hinterfragen im folgenden Artikel, wie notwendig und sinnvoll sie für die Entwicklung von Kindern sind.

Welche Lernspiele gibt es für Kinder?

  • Klassische Kinderspiele:
    Memory, Mikado, Quartett und hunderte anderer Klassiker werden schon seit Generationen gespielt. Diesealthergebrachten Lernspiele trainieren Gedächtnis und Kombinationsvermögen, Sprachschatz, Feinmotorik und viele andere Fähigkeiten
  • Lern-Brettspiele:
    Alle bekannten Spielehersteller bieten Lernspiele mit unterschiedlichen Lernschwerpunkten für die verschiedenen Altersgruppen an. Bei 3- bis 5-Jährigen stehen Alltagswissen und Sprachschatz im Vordergrund, zum Beispiel mit Zuordnungsspielen. Für Vorschul- und Grundschulkindern werden unter anderem Lese- und Rechtschreibspiele oder Rechenspiele angeboten sowie Rätselspiele, die das logische Denken fördern. Lernspielefür Kinder von 8–12 Jahren verbinden diese Bereiche und üben Logik, Kombinationsfähigkeit und Strategie
  • Lernsoftware:
    Lernspiele für PC und Tablet gibt es sowohl als Gratis-Download als auch als kostenpflichtige Software. Da Kinder im Allgemeinen sehr medienaffin sind, haben diese Spiele einen besonders großen Reiz. Meist wird hier aber allein gespielt, so dass der kommunikative Aspekt des Spielens auf der Strecke bleibt. Experten empfehlen zudem, dass Kinder je nach Alter nicht mehr als 30–60 Minuten pro Tag am PC verbringen sollten
  • Andere Lernsysteme:
    Ein großer Trend sind interaktive Lernbücher und sogenannte Lerncomputer, an denen Kinder verschiedene Spiele oder Aufgaben machen können. Sie sind eine reizvolle Abwechslung für Kinder, der Unterhaltungswert ist aber meist größer als der Lerneffekt

Lasst eure Kinder einfach spielen!

Die Möglichkeiten der spielerischen Förderung sind heutenahezu unbegrenzt, wirklich notwendig für eine gesunde Entwicklung sind sie aber nicht. Viele Experten sind sogar der Meinung, dass das freie, ungestörte Spiel im Alltag von Kindern heutzutage zu kurz kommt.

Beim Spielen üben Kinder nicht nur Fantasie und Sprachschatz, sie erarbeiten auch Problemlösungen, tragen Konflikte aus und stärken ihr Selbstbewusstsein. Wer Fangen spielt, schult Grobmotorik, Kondition und räumliches Denken, wer eine Höhle baut, muss Kreativitätbeweisen und übt sich „nebenbei“ in Statik. Beim selbstvergessenen Basteln im Kinderzimmerund Herummatschen im Garten lernen Kinder nicht nur eine Fülle verschiedener Materialien, Formen und Zustände kennen, sie entwickeln auch ein Gefühl für Mengen und beschäftigen sich intuitiv mit den Grundlagen von Physik und Chemie. Das Wichtigste aber ist und bleibt: Spielen macht Kinder glücklich und es gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Welt ganz für sich und in ihrem eigenen Tempo zu erkennen.

Tipp

Die Bücherei: Ein Ort zum Ausprobieren von Lernspielen

  • Viele Büchereien bieten nicht nur eine große Auswahl an Büchern, Musik und Filmen für Kinder an, sondern auch Spiele
  • Ein Kinder-Büchereiausweis ist sehr günstig oder sogar kostenlos. So kann Ihr Kind in Ruhe verschiedene Lernspiele ausprobieren und seine Interessen ausloten
  • Auch Lernspiele für den PC oder CDs mit Sprachspielen und musikalischer Frühförderung gibt es in vielen Büchereien zum Ausleihen
To-Dos für den Umgang mit Lernspielen

Im richtigen Rahmen können Lernspiele eine Bereicherung für Kinder sein. Wichtig ist, dass der Spaß im Vordergrund steht und dass ein Kind selbst entscheiden kann, auf welche Art und Weise es spielend lernen möchte. So vermeiden Sie Frust mit Lernspielen:

  • Nichts erzwingen:
    Überreden Sie Ihr Kind nicht zu einem Lernspiel, auf das es keine Lust hat - Spielen sollte keine Verpflichtung sein.
  • Selbst aussuchen lassen:
    Gehen Sie bei der Wahl eines Spiels auf die Interessen Ihres Kindes ein. Wenn Ihr Kind lieber ein klassische Gesellschaftsspiel wie "Mensch ärgere dich nicht" spielen will, auch gut - diese Spiele haben ebenfalls Lerneffekt.
  • Selbst aussuchen lassen:
    Wenn Sie ein Kinder-Lernspiel kaufen, achten Sie darauf, dass es auf das Alter Ihres Kindes ausgelegt ist - zu leichte oder zu schwere Spiele sorgen schnell für Frust.
  • Mitspielen:
    Machen Sie Spielen zur Familienangelegenheit - Kinder freuen sich über die gemeinsam verbrachte Zeit und schauen sich viel von den Eltern ab.
  • Für Abwechslung sorgen:
    Bieten Sie hin und wieder etwas Neues an, sorgen Sie vor allem aber dafür, dass sich Lernspiele, klassische Gesellschaftsspiele und freies Spielen abwechseln, damit das Spielen nicht als "Pflichtprüfung" empfunden wird.
  • Nichts erzwingen:
    Überreden Sie Ihr Kind nicht zu einem Lernspiel, auf das es keine Lust hat - Spielen sollte keine Verpflichtung sein.
  • Selbst aussuchen lassen:
    Gehen Sie bei der Wahl eines Spiels auf die Interessen Ihres Kindes ein. Wenn Ihr Kind lieber ein klassische Gesellschaftsspiel wie "Mensch ärgere dich nicht" spielen will, auch gut - diese Spiele haben ebenfalls Lerneffekt.
  • Selbst aussuchen lassen:
    Wenn Sie ein Kinder-Lernspiel kaufen, achten Sie darauf, dass es auf das Alter Ihres Kindes ausgelegt ist - zu leichte oder zu schwere Spiele sorgen schnell für Frust.
  • Mitspielen:
    Machen Sie Spielen zur Familienangelegenheit - Kinder freuen sich über die gemeinsam verbrachte Zeit und schauen sich viel von den Eltern ab.
  • Für Abwechslung sorgen:
    Bieten Sie hin und wieder etwas Neues an, sorgen Sie vor allem aber dafür, dass sich Lernspiele, klassische Gesellschaftsspiele und freies Spielen abwechseln, damit das Spielen nicht als "Pflichtprüfung" empfunden wird.

Machen Sie den Test: Welcher Spieltyp ist ihr Kind?

Jedes Kind hat unterschiedliche Neigungen und Interessenbeim Spielen. Erfahren Sie in unserem kostenlosten Test, welchem Spieltyp ihr Kind am ehesten entspricht.