„Mama, ich will einen Hund!“

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Ob Hund, Katze oder Rennmaus: Kinder lieben Haustiere und Haustiere tun Kindern gut. Studien zeigen, dass die Vierbeiner nicht nur Freude ins Haus bringen, sondern Kinder in ihrer Entwicklung fördern. Der Umgang mit dem tierischen Hausgenossen stärkt das Verantwortungsgefühl und das Selbstvertrauen.

Kleinkinder sind mit der Sorge für ein Tier noch überfordert. Vom Schulalter an können die Sprösslinge beginnen, Pflichten in der Versorgung zu übernehmen.

Sieben Gründe, warum Haustiere gut für Kinder sind:

  1. Kinder lernen, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Sie entwickeln im Umgang mit dem Tier Rücksichtnahme, Respekt, Mitgefühl, Achtsamkeit und Einfühlungsvermögen. Denn ihr Haustier ist kein Kuscheltier, sondern ein eigenständiges Wesen mit eigenen Bedürfnissen.
  2. Tiere sind geduldige „Zuhörer“, die nicht bewerten. Und sie sind Seelentröster in schwierigen Situationen.
  3. Weil Tiere immer „ehrlich“ sind, schaffen sie ein Gefühl von Sicherheit. Sie sind zum Spielen und Kuscheln immer da, ohne dass das Kind etwas leisten muss.
  4. Es fühlt sich für Kinder gut an, von dem Haustier gebraucht und verstanden zu werden. Ihr Selbstbewusstsein wächst.
  5. Um mit dem Tier umzugehen, müssen Kinder den Ausdruck und das Verhalten genau beobachten, deuten und darauf reagieren. Diese Aufmerksamkeit in der Beobachtung hilft auch in der Kommunikation mit Menschen.
  6. In Tests erzielten Kinder, die mit Tieren aufwachsen, höhere Sympathiewerte bei anderen Kindern:  Sie sind beliebter, kontaktbereiter, isolieren sich weniger und werden häufiger als Vertrauensperson und Spielkameraden gewählt.
  7. Tiere beeinflussen die Gesundheit von Menschen: Der Blutdruck sinkt, Angst und Erregung nehmen ab. Im Beisein von Tieren lachen Menschen mehr.

Welches Tier für Kinder?

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Katzen: Sie beschäftigen sich stundenlang allein, sind sauber und pflegeleicht: Mit gutem Grund sind die Samtpfoten die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Katzen sind der perfekte Kuschelpartner für Kinder. Die Kleinen werden allerdings schnell lernen, dass die Stubentiger ihren eigenen Kopf haben. Wer diesen ignoriert, bekommt die Krallen zu spüren. Wenn die Vierbeiner die Möglichkeit haben, nach draußen zu gehen, können sie allein gehalten werden. Reine Wohnungskatzen fühlen sich zu zweit mit einem Spielkameraden wohler. Vor der Anschaffung sollte sicher sein, dass kein Familienmitglied unter einer Katzenhaarallergie leidet.

Die meisten Kinder träumen von einem Hund als Haustier und oft verstehen sich die beiden instinktiv. Hunde verlangen viel, geben aber auch viel und können für Kinder ein großartiger Kumpel sein: Sie sind anhänglich, spenden Trost, zeigen aufrichtig ihre Liebe und Zuneigung und spielen gern.

Die Vierbeiner kosten allerdings im Vergleich zu anderen Haustieren reichlich Zeit und verpflichten für 10 bis 15 Jahre. Ein Hund ist beinahe wie ein weiteres Kind, wissen erfahrene Hundefamilien. Zu bedenken ist nicht nur das Gassigehen. Manche Rassen brauchen auch intensive Beschäftigung und viel Spielzeit. Darüber hinaus müssen junge Hunde erzogen werden und alle Familienmitglieder müssen den richtigen Umgang mit ihrem vierbeinigen Hausgenossen, sein Ausdrucksverhalten, seine Bedürfnisse lernen.

Je nach Größe des Tieres können Kinder ab dem Schulalter die Verantwortung für Füttern und Gassigehen übernehmen. In der Praxis lässt aber die Begeisterung für die Pflege nach einigen Wochen nach.

Mäuse, Rennmäuse oder Ratten sind einfach zu halten, lieben aber die Gesellschaft eines Artgenossen. Wer nicht in kürzester Zeit eine Großfamilie der Nager beherbergen will, sollte sich kein Pärchen zulegen. Den kleinen Flitzern fehlt der Kuschelfaktor einer Katze oder eines Hundes. Wer ihnen beim Herumsausen und Spielen zuschaut, hat trotzdem viel Spaß. Manche werden auch handzahm und sind dann tolle Spielkameraden. Wissen muss man, dass ihre Lebenserwartung auch bei guter Haltung nicht sehr hoch ist. Kinder müssen also nach wenigen Jahren den Tod ihres tierischen Spielgefährten verarbeiten.

Wer sich in einen niedlichen Hamster verguckt hat, sollte bedenken, dass die Tiere nachtaktiv sind. Tagsüber wollen sie ihre Ruhe haben. Für Kinder also nicht die beste Wahl.

Zwergkaninchen stehen bei Eltern und Kindern hoch im Kurs, sind aber nicht die perfekten Schmusepartner: Hochheben und Herumtragen mögen sie nicht und weil sie Schmerzen nicht äußern, können Kinder ihnen unwissentlich Schaden zufügen. Zudem sind die Hoppler ausgesprochen schreckhaft und lebhafte Kinderspiele bedeuten für sie Stress pur. Wer Kaninchen ins Haus holt, sollte ihnen im Käfig genug Platz einräumen und sie nur in Gesellschaft halten.

Auch Meerschweinchen erfreuen sich großer Beliebtheit, sind aber ebenfalls keine Schmusetiere und geeigneten Haustiere für kleine Kinder. Ebenso wenig wie Kaninchen wollen sie hochgehoben und getragen werden. Der Spiel- und Kuschelfaktor ist also gering. Wem das Anschauen und Versorgen genügt, sollte auch die Meerschweinchen zu mehreren halten.

Zierfische im Aquarium können ein Hingucker sein und eignen sich für Kinder, die wegen Allergien kein Tier mit Fell oder Federn umsorgen dürfen. Wenn nicht zu anspruchsvolle Fischarten und Pflanzen gewählt werden, können Kinder mit Unterstützung der Eltern Füttern und Pflege übernehmen und sich an dem Gedeihen der Tiere im Aquarium erfreuen. Die Wartung der Technik sollten anfangs Eltern übernehmen.

Wellensittiche verbreiten gute Laune: Sie sind gelehrig, lebhaft, können zutraulich werden und passen in jede Wohnung. Wohl fühlen sie sich nur in Gesellschaft ihresgleichen. Deshalb sollen sie niemals allein gehalten werden. Sie wollen regelmäßig herumfliegen und erkunden dann neugierig und gelegentlich knabberlustig ihre Umgebung. Wenn Eltern ein Auge darauf haben, können Kinder ab dem Grundschulalter die Verantwortung für Füttern und Säubern des Käfigs übernehmen.

Reiten für Kinder - Glücklich auf dem Pferderücken

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 Pferde auf dem Pulli, Pferde auf der Schultasche, Pferdebücher und Pferdebilder: Wenn Kinder, vor allem Mädchen, vom Pferdevirus infiziert sind, wollen sie unbedingt auch reiten lernen.

Wann mit Reiten beginnen?

Am Ende der Grundschulzeit sind Kinder im besten Lernalter für Reitunterricht. Aber schon mit vier Jahren können die Sprösslinge beim geführten Ponyreiten oder beim Voltigieren erste Erfahrungen mit den Vierbeinern machen.

Die Ausrüstung wie Reithelm, Hose, Stiefel können gebraucht gekauft oder in den Reitschulen ausgeliehen werden, wenn Eltern von der dauerhaften Pferdeliebe noch nicht überzeugt sind.

Wofür ist Reiten gut?

Ebenso wie ein Hund kann ein Pferd Freund und Tröster für ein Kind sein. sein. Und der Umgang mit ihm fördert ebenso Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit, Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen.

Darüber hinaus trainiert Reiten den gesamten Stütz- und Bewegungsapparat, kann Haltungsschäden vorbeugen und Verspannungen lösen und wirkt positiv auf den Kreislauf. Aber das alles zählt für Kinder kaum: Sie genießen es, die Zügel selbst in die Hand zu nehmen und das Tier zu spüren. Nicht nur beim therapeutischen Reiten bringen Pferde kleine und große Reiter ins seelische Gleichgewicht.

Wissen sollten Eltern aber auch, dass Reiten zu den drei unfallträchtigsten Sportarten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland gehört. Eine private Unfallversicherung ist unbedingt zu empfehlen.

Warum Mädchen verrückt nach Pferden sind

Jede freie Minute im Stall verbringen, wo es nach Heu und Pferden riecht? Für viele Mädchen ein Traum. Aber woher kommt sie, diese Begeisterung für die großen Vierbeiner mit den treuen Augen? Die Kinder finden in den Tieren einen starken Freund, dem sie vertrauen können, der sie im wahrsten Sinne des Wortes trägt, vermuten Psychologen.

Anders als bei vielen Jungen spielt das Kümmern eine wichtige Rolle: Mädchen wollen das Pferd nicht nur reiten, sie wollen es pflegen, Verantwortung übernehmen und eine Beziehung aufbauen. Dies hilft ihnen selbstständiger zu werden. Und die Wärme und Zuneigung des Tieres unterstützt sie bei der langsamen Abnabelung vom Elternhaus. Nicht zuletzt fördert es das Selbstbewusstsein, ein solch großes Tier nach dem eigenen Willen zu bewegen.