Uhrzeit lernen: Ab welchem Alter lernen Kinder die Zeit kennen?

Uhrzeiten lernen

Um 8 Uhr geht der Unterricht los, um halb 2 kommt dich Papa abholen, in einer Stunde gibt’s Abendessen, nur noch 10 Minuten spielen, dann ab in die Wanne … Der Alltag unserer Kinder ist schon früh geprägt von Uhrzeiten, Zeitspannen, Tagesplänen und festgelegten Zeitpunkten. Dass es Zeit in Zahlen gibt, wissen schon die Kleinsten. Die gefühlte Zeit in Ziffern und Zeigern auf einem Uhrenblatt zu verstehen, ist im Leben eines Kindes allerdings ein großer Entwicklungsschritt.

Wann genau sollen Kinder die Uhr lesen lernen, warum ist das Uhrenlesen so wichtig und wie gelingt es, Kindern die Uhr zu erklären?

Uhr lernen leicht gemacht!

  
  
Uhr lesen lernen

Uhr lesen lernen fördert die kindliche Entwicklung

Ab welchem Alter ist es nun für Kinder wichtig, die Uhr lesen zu können und warum? Für einen geregelten Tagesablauf sind Absprachen und das Einhalten von Zeiten unerlässlich. Und während bei den Kleinen Mama, Papa oder andere Erwachsene darauf achten, dass sie immer zum richtigen Moment da sind, wo sie sein sollen, übernehmen diese Verantwortung größere Kinder ab etwa dem Schulalter immer öfter selbst. Groß und selbstständig zu sein macht die Kinder mächtig stolz – und die neu gewonnene Fähigkeit fördert obendrauf auch die seelische Entwicklung.

Die Kinder lernen, zum vereinbarten Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein und entwickeln so automatisch mehr Verantwortungsgefühl und Selbstständigkeit.

Durch das eigenständige Einhalten von Zeiten und Verabredungen erleben sich die Kinder als unabhängiger und selbstbestimmter.

Die neue Fähigkeit, die Uhr zu lesen wie die Großen, macht die Kinder stark, gibt ihnen Selbstbewusstsein und tut ihrem eelischen Wohlbefinden gut.

Worauf ist beim Kauf der ersten Uhr zu achten?

Am besten eignen sich analoge Kinderuhren, mit denen die Kinder das Ablesen der Uhrzeit immer wieder üben.

Die optimale Kinderuhr hat ein gut lesbares Ziffernblatt mit Minutenanzeige, Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger. Ohne Minutenanzeige ist das genaue Bestimmen der Zeit schwierig – zu viele Elemente auf der Uhr hingegen verwirren die Kinder.

Eine Wanduhr fürs Kinderzimmer oder ein Kinderwecker für das Nachtkästchen sollte möglichst geräuschlos sein, damit die Kinder nachts gut schlafen und nicht vom Ticken der Uhr gestört werden.

Vor allem Armbanduhren für Kinder sind robust und pflegeleicht und halten auch einmal einen Stoß oder Sturz aus.

Farbe und Motiv sind natürlich genauso wichtig! Ob Pferdefreunde, Weltraumforscher oder Fußballfans – für jede Vorliebe gibt’s das perfekte Uhrendesign.

Tipps zum Uhrzeit lesen lernen

Jeder kleine Kopf geht anders mit Informationen um und hat natürlich auch andere Interessen. Irgendwann sind aber alle bereit dafür, das Prinzip Uhr zu verstehen. Was euch und euren Kindern auf dem Weg dorthin hilft:

  • Früh ein Gefühl für Zeitspannen entwickeln: Eure Kinder werden schon im Kleinkindalter wissen wollen, wie lange sie auf große Ereignisse warten müssen oder wie viel Spielezeit noch übrig ist. Seid kreativ und findet kindgerechte Zeitbeschreibungen, die eure Kleinen verstehen, wie etwa „so oft noch schlafen“ oder „bis der Sand in der Sanduhr ganz unten ist“.
  • Lernuhr und Jahreszeitenuhr: Kinder sind fasziniert von Jahreszeiten und immer auch interessiert daran, wer in welchem Monat Geburtstag hat. Eine Lernuhr oder ein Spielkalender machen Spaß und zeigen den Kindern spielerisch, was Zeit bedeutet.
  • Geschichten und Bücher zum Uhrzeiten lernen: Mit Geschichten, Büchern und Spielen rund um das Uhrenlesen üben die Kinder von selbst und sind bald echte Uhrzeit-Profis.
  • Apps zum Uhr lernen: Speziell entwickelte Lern-Apps helfen den Kindern Schritt für Schritt die Uhr zu verstehen und sorgen mit lustigen Übungen dafür, dass das Lernen zum Kinderspiel wird.
Tipps zum UHrzeiten lesen

Das erste Verständnis von Zeit

Schon die Kleinsten sind fasziniert von Jahreszeiten, Kalendern und bebilderten Zeitplänen. Lernuhr und Lernkalender sind im Kindergarten und auch zuhause ein beliebtes Spielzeug. Welcher Tag ist heute, wie sieht das Wetter draußen aus, welche Bäume gehören zum Herbst und wie heißt der Monat, in dem ich Geburtstag habe?

Ab etwa 4 Jahren lernen Kinder, das Heute von gestern und morgen zu unterscheiden und entwickeln ein Gefühl dafür, was am Vormittag und Nachmittag stattfindet oder ab wann der Tag zum Abend wird. Was bedeutet es aber wirklich, dass es schon bald acht Uhr und deshalb viel zu spät ist, um noch eine Kugelbahn aufzubauen? Das verstehen die Kinder meist erst später. Wie können wir bis dahin die Zeit für Kindergartenkinder greifbar machen?

So oft noch schlafen: Seit Generationen lernen Kinder mit diesem magischen Satz, wie lange sie noch auf ein besonderes Ereignis oder einen großen Tag warten müssen. Und es klappt genauso gut wie eh und je!

Solange wie zwei Mal mit dem Auto zu Oma fahren. Anhand von bekannten Situationen können Kinder Zeitspannen besser einschätzen und sich vorstellen, wie lange sich diese Zeitspanne anfühlen wird.

Bis die Sanduhr fertig ist: Durch das Sichtbarmachen von Zeitspannen erkennen die Kinder, wie viel Zeit buchstäblich verronnen ist und wie viel noch bleibt. Als moderne Variante der Sanduhr hilft ein Timer mit sichtbarer Zeitspanne.

Das richtige Alter für die erste Uhr

Manche Kinder zeigen bereits ab 5 oder 6 Jahren Interesse am Uhrenlesen und sind dann schon in der Lage, das Prinzip von Zeigern und Ziffernblatt zu verstehen. Andere lassen sich damit Zeit. Und das ist auch völlig in Ordnung.

Im Schulalter werden die Tage der Kinder automatisch nach Unterrichtszeiten und Stundenplänen organisiert. Kinder müssen spätestens jetzt täglich zur selben Zeit aufstehen und aus dem Haus gehen. Auch deshalb ist der Schulbeginn ein beliebter Anlass für die erste eigene Kinderuhr, Armbanduhr oder einen Kinderwecker. Etwa ab der zweiten Klasse lernen Kinder dann auch gezielt in der Schule, mit Uhrzeiten umzugehen.

Die erste eigene Uhr

Uhr lesen lernen in 5 Schritten

Wenn eure Kinder damit beginnen, die Uhr zu lesen, kennen sie auch bereits die Zahlen von 1-12. Aber was hat es jetzt mit den Zeigern auf dem Ziffernblatt auf sich? Besprecht mit eurem Kind vorab, dass es zwei Zeiger gibt, die sich immer in dieselbe Richtung drehen (nach rechts) und die als Team die richtige Zeit anzeigen. Und dann geht’s los:

1.Kleiner Zeiger: Erklärt eurem Kind, dass der kleine Zeiger für die vollen Stunden da ist. Der Kleine ist also der Bestimmer. Sobald er auf einer Zahl steht, beginnt diese Stunde.

2.Großer Zeiger: Nun lernen die Kinder, wie der große Zeiger eine halbe Stunde und eine viertel Stunde anzeigt. Übt unterschiedliche Zeiteinstellungen mit „viertel vor“, „viertel nach“ und „halb“-Angaben.

3.Minuten: Am besten verwendet ihr eine Lernuhr mit Minutenanzeige. Auch dafür ist der große Zeiger zuständig und hilft dem kleinen dabei, die Zeit ganz genau zu beschreiben.

4.Zeitabstände: Kinder, die bereits rechnen können, dürfen nun die Zeitabstände üben. Wie viel Zeit vergeht zwischen den Stunden und halben Stunden? Und wie drücken wir kleine Abstände in Minuten aus?

5.Üben, üben, üben: Ob auf der Lernuhr, der Küchenuhr oder dem eigenen Kinderwecker – fragt eure Kinder immer mal wieder nach der Uhrzeit – Sie werden stolz sein, euch diese Information zu geben und verankern so ganz nebenbei ihre neuen Fähigkeiten

Verwendet vorerst Zeitangaben von 1-12 und verzichtet noch auf 24-Stunden-Angaben wie 15 Uhr. Das macht das Lernen leichter.

 

Damit klappt das Zeitmanagement

  
  

Lernuhr selber basteln

Ihr braucht:

  • Karton oder Fotopapier
  • Bleistift
  • Schere
  • 1 Musterbeutelklammer
  • Stifte oder Farben zum Verzieren
Uhr lesen lernen

So geht’s:

1.Schneidet aus dem Karton einen Kreis aus. Tipp: am besten klappt’s, wenn ihr den Kreis mit einem Zirkel vorzeichnet. Alternativ könnt ihr einen Teller auflegen und den Rand mit einem Bleistift nachziehen.

2.Schneidet zwei unterschiedlich lange Zeiger aus dem Karton aus. Achtung: Die Zeiger sollten mindestens 1-2 cm dick sein, damit genug Platz ist, um später die Klammer durchzustecken.

3.Schreibt die Ziffern von 1–12 auf das Ziffernblatt. Tipp: schreibt zuerst oben die 12, unten die 6, rechts die 3 und links die 9 auf. Danach jeweils die zwei fehlenden Zahlen dazwischen.

4.Verziert das Ziffernblatt nach Lust und Laune mit Farben oder Stickern.

5.Stecht jeweils ein Loch in die Mitte des Ziffernblatts und in die Unterseite der beiden Pfeile.

6.Steckt die Musterklammer durch die beiden Pfeile und das Ziffernblatt und fixiert die Klammer so auf der Unterseite, dass sich die Pfeile einfach drehen lassen.

Fertig ist eure Lernuhr. Viel Spaß mit der wundersamen Welt der Zeit!