Geschichte des Faschings

Helau, Ahoi, Alaaf!

So bunt wie die 5. Jahreszeit, so vielfältig sind die Narrenrufe. Doch woher kommen die vielen Bräuche? Kommen Sie mit auf einen unterhaltsamen Streifzug durch die bewegte Geschichte!

Fasching, Fastnacht, Karneval – weil sich die Bräuche rund um die 5. Jahreszeit regional unterschiedlich entwickelt haben, heißt auch die große Feier überall anders. Eines ist überall gleich: Ihren Höhepunkt haben die tollen Tage zwischen dem Weiberfasching und dem Faschingsdienstag. Und am Aschermittwoch ist alles vorbei.

Wissenswertes

Seit wann gibt es den Fasching?

Tatsächlich wurde schon vor über 5000 Jahren in Mesopotamien ein Fest gefeiert, das „die Sklavin der Herrin gleichstellt … Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet“, besagt eine Inschrift. Auch bei den Saturnalien,die die Römer feierten, tauschten Herren und Diener die Rollen, es wurde tagelang gefeiert und fröhliche Umzüge veranstaltet. (Quelle: wikipedia)

Die Feierlichkeiten, wie wir sie heute kennen, gehen auf Bräuche aus dem Mittelalter zurück: Vor der langen Fastenzeit vor Ostern sollte noch einmal kräftig gefeiert und die Lebensmittel verbraucht werden, die nicht „fastentauglich“ waren. In dem Wort „Fastnacht“ steckt der Hinweis auf die Fastenzeit drin. Das Wort „Karneval“ kommt wohl vom Mittellateinischen „carne levare“, also „Fleisch wegnehmen“, denn in der Fastenzeit sollte auf Fleisch verzichtet werden. Hier liegt übrigens auch die Erklärung für den heute als „Sessionsauftakt“ gefeierten 11. November: Nach dem Martinstag begann früher eine inzwischen in Vergessenheit geratene Fastenzeit vor Weihnachten. So richtig startet die Faschingszeit auch heute erst nach dem Dreikönigstag am 6.Januar.

Warum gibt es lange und kurze Sessionen?

Fasching

Der Beginn der Fastnacht hängt also vom Datum des Osterfestes ab, das bereits im Jahr 325 auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond festgelegt wurde. 1091 wurde beschlossen, dass an den sechs Sonntagen vor Ostern nicht gefastet werden soll. Um dennoch auf 40 Fastentage zu kommen, verlängerte man die Fastenzeit um 6 Tage, somit ist der erste Fastentag ein Mittwoch – der Aschermittwoch. Der frühestmögliche Aschermittwochstermin ist der 4. Februar, der späteste der 10. März. Je nach Frühlingsvollmond gibt es also Jahre mit langer und mit kurzer Session.

Wird nur in Köln, Mainz und Düsseldorf gefeiert?

Fasching

Natürlich nicht! Die so genannten „Karnevalshochburgen“ blicken auf eine lange Geschichte mit Höhen und Tiefen, sogar Verboten der Feierlichkeiten zurück. Im frühen 19. Jahrhundert wurde die Fastnacht zunehmend politisch und die Sitzungen und Umzüge genutzt, um Kritik an der (preußischen und katholischen) Obrigkeit zu äußern. Es bildeten sich Komitees, um die Feierlichkeiten zu organisieren. Mit großer Ernsthaftigkeit wurde „wider den tierischen Ernst“ gearbeitet.

Fasching
Fasching
Fasching

Wurde der Fasching lange Zeit vor allem in katholischen Gegenden gefeiert, erlebt er seit den 1990er Jahren einen regelrechten Boom auch in den protestantischen Gegenden. In Franken, Ost- und Norddeutschland blicken viele Gemeinden auf eine lange Faschingstradition zurück, die in den vergangenen 25 Jahren wiederbelebt wurde. Eine Besonderheit bildet die schwäbisch-alemannische Fastnacht, bei der mit fantasievollen Maskenumzügen und viel Lärm der uralte Brauch, den Winter zu vertreiben, gefeiert wird..


Fasching