Loslassen üben – Wie klappt die Eingewöhnung in den Kindergarten?

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Endlich Kindergartenkind: Viele kleine Entdecker freuen sich schon darauf, endlich in den Kindergarten zu kommen und erwarten gespannt, was sie erwartet. Andere sind von vorneherein eher skeptisch: So lange ohne Mama oder Papa – Kann das Spaß machen? Hat die Eingewöhnung begonnen, machen sich bei den meisten Kindern dann erstmal Verlustängste bemerkbar und auch die Eltern müssen sich erstmal daran gewöhnen, ihr Kind in fremde Hände abzugeben. Lesen Sie bei uns, wie die Eingewöhnung in den Kindergarten für alle Beteiligten entspannter wird.

Wie bereite ich mein Kind auf den Kindergarten vor?

Die Kita beschnuppern: Die meisten Kindergärten bieten vor der Eingewöhnung schon einen Schnuppertag an. Hier können die Kinder sich schon einmal die Spielräume anschauen und lernen die Erzieher und ein paar der Kinder kennen. Dann ist am ersten Tag nicht alles neu und ungewohnt.

Trennung üben: Kinder, die nicht vorher schon eine Krippe besucht haben, sind im Kindergarten oft das erste Mal für längere Zeit von Mama und Papa getrennt. Um Ihr Kind langsam daran zu gewöhnen, können Sie mit den Großeltern ausmachen, dass Ihr Kind mal einige Zeit alleine bei Oma und Opa verbringt. So sind immer noch vertraute Personen da, die sich um Ihr Kind kümmern.

Neugier wecken: Vor der Eingewöhnung können Sie mit Ihrem Kind schon Bücher lesen, in denen ein Kindergarten vorkommt. Sie können ihm dann erzählen, dass es bald auch in die Kita kommt, dort tolle neue Spielkameraden kennenlernt und viele spaßige Aktionen wie Basteln, Singen oder Toben angeboten werden.

Die Ausstattung besorgen: Ein paar neue Hausschuhe, eine Trinkflasche und Brotdose mit einem lustigen Motiv, das man schnell wiedererkennt und ein eigener kleiner Rucksack steigern die Vorfreude auf den Kindergartenbesuch. Sie können bei sich zu Hause auch einen kleinen Haken extra für den Rucksack anbringen. So hat Ihr Kind einen festen Platz für seine Sachen – genau wie Mama und Papa auch.

Wie läuft die Eingewöhnung in der Kita ab?

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Wie genau Ihr Kindergarten die Eingewöhnung gestaltet, hängt von der Einrichtung ab. Viele richten sich heutzutage nach dem Berliner oder dem Münchner Modell, bei dem die Eltern stark miteinbezogen werden. Am ersten Tag sind sie noch präsent, dann ziehen sie sich immer mehr zurück, warten im Kita Flur und lassen das Kind letztlich für einige Zeit alleine in der Kita spielen.

Die Erzieher werden vermutlich nicht nur darauf achten, dass es Ihrem Kind gut geht, sondern auch immer aktiv mit Ihnen zusammenarbeiten. Die Ruhe, die Sie dadurch bekommen, überträgt sich auch auf Ihr Kind und es kann leichter Vertrauen zu seinen Erziehern aufbauen. Zusätzlich zieht sich in Kindergärten die Eingewöhnung für junge Kinder oft über einen längeren Zeitraum, damit nicht alle an einem Tag anfangen und sich ein Betreuer intensiv mit Ihrem Kind beschäftigen kann und zu einer engen Bezugsperson wird.

Eingewöhnung in den Kindergarten – So wird’s entspannter

Puffer einplanen: Jedes Kind reagiert anders auf eine neue Situation. Planen Sie etwa vier Wochen für die Eingewöhnung ein, damit Sie auch noch einmal im Kindergarten bleiben können, falls der Reiz des Neuen noch nicht verflogen ist und Ihr Kind doch Probleme bei der Eingewöhnung hat.

Veränderungen aufteilen: Der Besuch in der Kita ist meist eine Umstellung für die gesamte Familie. Versuchen Sie deshalb nicht auch noch den Wiedereinstieg in den Beruf oder die Einschulung älterer Geschwister in diese Zeit fallen zu lassen. Das verwirrt Ihr Kind zusätzlich und erschwert die Eingewöhnung.

Ruhig bleiben: Kinder können die Stimmung Ihrer Eltern mit ihren feinen Antennen sehr gut spüren. Wenn Ihr Kind merkt, dass Sie es eigentlich nicht oder nur sehr ungern in der Kita lassen wollen, wird es dementsprechend reagieren. Strahlen Sie aber Sicherheit aus, überträgt sich dies auch auf Ihr Kind.

Verbindlich bleiben: Besonders in der Eingewöhnungsphase ist der Kindergarten oft mit Trennungsängsten verbunden. Wenn Sie Ihrem Kind versprechen, es zu einer abgemachten Uhrzeit oder nach einem bestimmten Ritual abzuholen, dann sollten Sie das auch einhalten. Nur so lernt Ihr Kind, dass es sich auf Sie verlassen kann und spielt in Ihrer Abwesenheit wesentlich entspannter.

Abschiedsrituale einführen: Je nachdem was Sie und Ihr Kind gerne mögen, können Sie sich eine kleine Tradition zum Abschied ausdenken: eine feste Umarmung, ein Kuss, Winken an der Tür oder lieber Schubser von Ihrem Kind. Das gibt Ihrem Kind Sicherheit und signalisiert: Jetzt kann ich in Ruhe Spielen gehen und nachher kommen Mama oder Papa wieder und holen mich ab.

Vertrauen haben: In sich, Ihr Kind und die Erzieher - auch wenn es manchmal schwerfällt. Sie haben sich wahrscheinlich ausführlich mit der Suche beschäftigt und sich die Entscheidung für eine Kita nicht leicht gemacht. Ihr Kind wird sich nach ein paar Wochen sicher pudelwohlfühlen und die Kindergärtnerinnen werden es professionell und liebevoll begleiten.