Mütter brauchen auch Zeit

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Am Anfang sind es Eltern und ältere Geschwister, an denen Kinder ihre Sprache ausprobieren, rumplappern, kreativ werden und von denen sie natürlich vor allem lernen. Wenn Ihr Kind mit etwa drei Jahren in den Kindergarten kommt, sind da auf einmal noch viel mehr Menschen, an denen es seine Fähigkeiten testen kann. Sprachförderung im Kindergarten heißt nicht, dass die Kinder gezielt in der Sprache trainiert werden. Vielmehr wird hier eine Atmosphäre geschaffen, in der sie dazu ermuntert werden zu sprechen und ihre Sprache kennenzulernen. Das funktioniert spielerisch und nebenbei, also so, wie Kinder eben am liebsten lernen. Wir verraten Ihnen, wie Sprachförderung im Kindergarten gestaltet wird und wie auch Sie Ihr Kind unterstützen können. Denn Sprache sollte nicht ausschließlich im Kindergarten gefördert werden.

Die eigene Sprache entdecken: Sprachförderung im Kindergarten

Beobachten & einschätzen: Um die Förderung auf die Kindergartengruppe anpassen zu können, achten die Erzieher genau auf die Fähigkeiten der einzelnen Kinder und können dementsprechend entscheiden, mit welchen Spielen und Übungen sie am meisten erreichen können.

Reime & Fingerspiele: Die kleinen Spiele und Fingerübungen sind typisch für den Kindergarten und machen den Kleinen großen Spaß. Sie haben meist schon eine Art von Ritual, denn häufig werden sie morgens zur Begrüßung oder vor dem Mittagessen von allen gemeinsam aufgesagt. Durch diese häufige Wiederholung prägen sich die Worte ein und erweitern den Wortschatz. Ein weiterer toller Effekt: Hier werden Worte mit Bewegungen verbunden und fördern somit auch die Motorik der Kinder.

Lieder & Musik: Kinder haben eine ganz besondere Verbindung zur Musik und haben großen Spaß daran, ihre Stimme und verschiedene Instrumente auszutesten. Spielerisch lernen sie auch die Sprachmelodie besser kennen und erweitern ihr Gefühl für die Sprache.

Stuhlkreise & Mahlzeiten: Zur Begrüßung oder zu den Mahlzeiten sitzen die Kinder meist zusammen. In einem Stuhlkreis können sie über Erlebtes reden und sich mit den anderen austauschen. So lernen sie nicht nur Dinge nachzuerzählen, sondern auch, den anderen zuzuhören und sie ausreden zu lassen.

Nebenbei & ungezwungen: Erzieher sind für die sprachliche Förderung geschult. Sie achten besonders darauf, dass sie die eigenen Handlungen oder Geschehnisse kommentieren und das Kind so nebenbei seinen Wortschatz ausbauen kann.

Flexibel & individuell: Sprachförderung funktioniert am besten, wenn sie die Kinder in unterschiedlichen Situationen und mit allen Sinnen anspricht. Aus diesem Grund gehen die Erzieher auf die Interessen der Kinder ein und thematisieren zum Beispiel das Lieblingstier oder -spielzeug.

Migrationshintergrund: Sprachenvielfalt im Kindergarten

In immer mehr Kindergärten steigt der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund – und das zum Vorteil von allen. Oft haben Kinder mit einer anderen Muttersprache im Kindergarten den ersten intensiven Kontakt mit der deutschen Sprache. In diesen Fällen sind die Erzieher besonders gefordert, die Kinder im Deutschen zu fördern, um die optimalen Voraussetzungen für den Schulbeginn zu schaffen. Andersherum können sie die Vielfalt der Kinder dazu nutzen, um etwas über das Herkunftsland zu lernen. Lieder in der Muttersprache eignen sich besonders, um sie in den Kindergartenalltag einzubauen. So fühlen sich die Kinder mit Migrationshintergrund eher angenommen und können stolz etwas von ihrer Kultur weitergeben. Die deutschen Kinder bekommen hingegen einen Eindruck davon, wie unterschiedlich die Menschen sind und werden später offener auf andere Kulturen zugehen. Außerdem wird Ihr Kind wahrscheinlich mit stolzgeschwellter Brust das neue Lied aus dem Land des Kumpels oder der liebsten Spielkameradin singen und auch gerne Zuhause vortragen.

Sprachförderung im Kindergarten: Wie können Eltern unterstützen?

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Sprache im Alltag fördern: Hörspiele und die Lieblingsserie sind eine tolle Abwechslung zum Bilderbuch und anderen Spielen. Aber trotzdem sollten Sie die sprachförderung auch Zuhause aktiv weiterführen, sei es beim Abendbrot über den Tag zu reden oder die Reime und Lieder aus dem Kindergarten zu wiederholen.

Handlungen kommentieren: "Jetzt nehmen wir Messer und Gabel und legen sie auf den Tisch". Indem Sie Alltägliches immer mit den passenden Sätzen begleiten, erweitern Sie den Wortschatz Ihres Kindes. Aus Zusammenhang lernt es neue Begriffe kennen und kann sie auch selbst anwenden.

Nur in der Muttersprache: Sprachförderung bringt Ihrem Kind nur einen wirklichen Mehrwert, wenn es die Sprache von einem Muttersprachler lernt. Aus diesem Grund sollten Sie mit Ihrem Kind immer nur in der Sprache sprechen, die Sie auch wirklich beherrschen. Erzwungene Zweisprachigkeit führt eher zu einem Sprachgewirr im Kopf Ihres Kindes und es lernt keine der Sprachen richtig.

Aktiv zuhören: Wenn Ihr Kind abends von seinem Tag erzählt, können sie altersgerechte Fragen stellen und so das Gespräch fortführen. Ihr Kind freut sich über Ihre Aufmerksamkeit und wird so zum Sprechen motiviert.