Krabbeln fördern – kann ich mein Baby beim Krabbeln unterstützen?

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Anfangs für kurze Zeit etwas vorsichtig, dann aber zunehmend sicherer stützt sich das Baby aus der Bauchlage auf die Hände auf, schaut sich ausgiebig um und zieht dann die Knie an und bringt sich in den ersten wackeligen Vierfüßerstand. Geschafft – jetzt geht es bald los mit dem Krabbeln. Alle Eltern sind stolz, wenn ihr Kind diese motorische Leistung vollbracht hat, und sehr schnell werden die Kleinen zu wahren Krabbelmeistern. Mit spätestens einem Jahr sind die meisten erstaunlich schnell und selbstbewusst unterwegs. Der Weg zum Krabbeln lernen verläuft von Kind zu Kind unterschiedlich. Viele Eltern möchten ihr Baby in seiner Entwicklung unterstützen – aber kann man das Krabbeln überhaupt fördern?

Krabbeln – eine motorische Meisterleistung

Wenn sie zu krabbeln beginnen, müssen Babys zum ersten Mal mehrere verschiedene Muskelpartien in koordinierten Bewegungsabläufen einsetzen. Das ist nicht nur eine große motorische Leistung, sondern auch ein wichtiger Schritt für die kognitiven Fähigkeiten. Die koordinierte Bewegung fördert nämlich die Vernetzung der Nervenenden im Gehirn. Zudem stärkt das Krabbeln das Selbstbewusstsein Ihres Babys: Plötzlich kann es selbst entscheiden, wohin es sich bewegt – und schon sehr bald beginnt es, sich an allen verfügbaren Gegenständen hochzuziehen.

So können Eltern ihr Baby zum Krabbeln animieren

Mein Baby krabbelt nicht

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Wenn gleichaltrige Babys schon munter durch die Gegend flitzen, das eigene Kind aber noch kein Interesse am Krabbeln zeigt, sind viele Eltern beunruhigt. Einen Grund zur Sorge gibt es in der Regel nicht. Einige Babys beginnen schon mit sechs Monaten zu krabbeln, andere fangen erst mit zehn Monaten an, wenn sie sich schon eigenständig hinsetzen können.

Es kommt vor, dass Babys überhaupt nicht krabbeln, sondern sich so lange robbend oder rollend vorwärts bewegen, bis sie sich hochziehen und zu laufen beginnen. Die motorische Entwicklung verläuft bei allen Kindern individuell. Wann und ob Ihr Baby krabbelt, entscheidet es selbst. Sie können es unterstützen, sollten aber nichts erzwingen und schon gar nicht verzweifeln wenn Ihr Baby noch nicht krabbelt.

In seltenen Fällen kann eine Blockade im Hals- oder Schulterbereich der Grund dafür sein, dass ein Kind nicht krabbelt. Ein Anzeichen dafür kann sein, dass sich das Baby sehr untypisch fortbewegt und zum Beispiel über den Boden rollt anstatt zu robben oder zu krabbeln. Häufig sind solche Blockaden die Folge einer komplizierten Geburt und bleiben unbemerkt, bis ein Baby mobiler wird. Ein Besuch beim Osteopathen bringt Klarheit, ob Ihr Baby eine Blockade hat oder sich einfach noch etwas Zeit lässt mit dem Krabbeln.

Darauf sollten Sie achten, wenn Ihr Baby zu krabbeln anfängt

  • Zeit und Raum geben: Krabbeln lernt man nicht an einem Tag. Ein Baby braucht Zeit und Ruhe, um seine Muskeln zu entwickeln und die nötige Koordinationsfähigkeit zu erlangen.
  • Vertrauen haben: Es nützt nur wenig, wenn Sie Ihrem Kind Hilfestellungen geben, im schlimmsten Fall ist es sogar schädlich, wenn sie es in Krabbelposition bringen, obwohl seine Muskeln noch nicht kräftig genug sind. Vertrauen Sie in die Fähigkeiten Ihres Kindes und erlauben Sie ihm sein eigenes Tempo.
  • Dabei sein: Lassen Sie Ihr Kind nicht allein durch die Wohnung krabbeln. Auch, wenn vermeintlich alles kindersicher ist, besteht die Gefahr von Unfällen. Zudem macht das Krabbeln viel mehr Spaß, wenn die Eltern dabei sind, um ausgiebig zu loben.
  • Wohnung sichern: Mit dem Krabbelalter rückt alles in greifbare Nähe: Zimmertüren, Schranktüren, Tierfutter-Näpfe, Steckdosen und leider auch Treppen. Machen Sie die Wohnung rechtzeitig kindersicher, z. B., indem Sie wackelige Regale und Dekorationsgegenstände befestigen oder entfernen und ein Treppengitter anbringen.