Pucken

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Im Paket schlafen viele Babys besser: Pucken – das klingt niedlich und irgendwie gemütlich. Und tatsächlich soll die uralte Technik, Babys mit dem ganzen Körper fest in ein Tuch zu wickeln, die Geborgenheit der Gebärmutter vermitteln. Vor allem Schreibabys und Babys, die nur schwer zur Ruhe kommen, werden durch das Pucken deutlich ruhiger. Daher empfehlen viele Hebammen jungen, erschöpften Eltern, es mit dem Pucken zu probieren. Die Puck-Technik, die Hebammen heute empfehlen, ähnelt der Methode, die seit dem Altertum bekannt und in vielen Kulturkreisen auch heute noch üblich ist. Allerdings werden beim modernen Pucken die Beine des Babys nicht fest mit eingewickelt, sondern haben etwas Bewegungsfreiheit. Viele Babys scheinen die Enge des Puck-Tuches tatsächlich zu genießen – und für viele Eltern erleichtert es den Übergang in den ersten Monaten, bis ihr Baby richtig in der Welt angekommen ist.

Pucken – so wird’s gemacht

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1. Am besten eignet sich eine quadratische Decke zum Pucken. Bei rechteckigen Decken muss ein Teil umgeklappt werden, so dass die Decke möglicherweise zu dick wird. Die Decke ausbreiten, eine Ecke nach innen umklappen und das Baby mit Kopf und Schultern darauf legen.

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2. Die untere Ecke der Decke über das Kind klappen, sodass sie Beine und Oberkörper bedeckt, Spitze der Ecke ggf. nochmals umklappen. Achtung – Mund und Kinn des Babys müssen in jedem Fall frei bleiben.

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3. Zuerst die eine Seite der Decke straff über den Körper des Kindes ziehen und ggf. leicht unter dem Körper fixieren. Dann die andere Seite darüber ziehen und das Kind damit umwickeln.

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4. Gepuckte Babys schlafen meist schneller ein und wachen seltener auf. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Baby nicht zu lange in der gleichen Position liegen bleibt und dass es im Schlafraum nicht zu warm ist.

Pucken – Möglich, aber nicht immer nötig

Pucken ist eine Methode, um sehr unruhigen Kindern oder Schreibabys das Ein- und Durchschlafen zu erleichtern. Viele Hebammen empfehlen das Pucken für die ersten Monate und wenn es die Umstände nahelegen.

Kinderärzte stehen dem Pucken eher kritisch gegenüber. Sie sehen die Gefahr von Wirbelsäulen- und Hüftproblemen und einer Abflachung des Hinterkopfes, weil das Baby nicht wie im Mutterleib in Embryonalstellung ist, sondern mit Kopf und Rücken flach aufliegt. Zudem befürchten sie die Gefahr einer Überhitzung durch die eng gewickelte Decke.

Ob Sie Ihr Baby pucken, entscheiden Sie selbst – Kinder, die nicht über das „normale“ Maß hinaus weinen oder quengeln, müssen allerdings nicht unbedingt gepuckt werden. Und auch bei Babys mit bereits vorhandener Hüftfehlstellung, die breit gewickelt werden müssen, ist das Pucken nicht empfehlenswert. Dazu kommt, dass einige Babys das Pucken einfach nicht mögen und lautstark protestieren.

Das Tragetuch – Gute Alternative zum Baby pucken

Babys, die nicht gepuckt werden mögen, kommen vielleicht in einem Tragetuch eng am Körper der Eltern zur Ruhe. Die Kinder sind ebenso „eingepackt“ wie im Puck-Tuch, allerdings in etwas runderer Körperhaltung und mit der tröstlichen Körperwärme von Mama oder Papa. Zudem haben die Eltern ihr Baby genau im Blick und bemerken sofort, wenn es sich unwohl fühlt.

Checkliste – richtig pucken

  • Quadratische Decke oder ein Tuch
  • Optimal sind dünne Baumwolldecken oder spezielle Puck-Tücher
  • Strampler oder Schlafanzug reicht – die Decke wärmt
  • Die Beine sollten nicht gestreckt werden, um Hüftschäden vorzubeugen
  • Darauf achten, dass die Puck-Decke straff gewickelt ist
  • Mund und Kinn vollständig freilassen
  • Nur kurzzeitig für die Ruhephasen pucken – keine Dauerlösung
  • Arme beim Pucken ggf. freilassen, wenn der Bewegungsdrang zunimmt
  • Nach 2-3 Monaten nicht mehr pucken
  • Nicht geeignet für Babys mit Hüftfehlstellung