Wie bringe ich meinem Kind gesundes Essverhalten bei?

Gesundes_Essverhalten_123_(2)_650.jpg
© 123RF

Die gesunde Ernährung von Kindern stellt Eltern vor viele Herausforderungen. Schließlich essen nur die wenigsten gerne Gemüse, Salat und Fisch. Um Kindern ein gesundes Essverhalten zu vermitteln, gehört jedoch nicht nur die Auswahl der Speisen zu den Aufgaben von Eltern und Bezugspersonen. Doch was bedeutet eigentlich ein gesundes Essverhalten? Wir haben Informationen und Tipps gesammelt, was ein gesundes Essverhalten ausmacht und wie ihr eurem Kind ein Gespür für die richtige Ernährung mit auf den Weg gebt.

Gesundes Essverhalten – Was ist das eigentlich?

Kein Fett, keine Süßigkeiten: Wer an gesundes Essen denkt, dem fallen in erster Linie allerlei Verbote ein. Doch wie genau sieht eine gesunde Ernährung eigentlich aus? Und was hat das mit dem Essverhalten zu tun?
 

Gesunde Ernährung: Zu einer gesunden Ernährung gehört es, verschiedene Lebensmittelgruppen zu kombinieren und gegenseitig zu ergänzen. Da können mal Kartoffeln, mal Fleisch, mal Fisch und mal Salat auf dem Speiseplan stehen, das gerne auch mal gleichzeitig. Ausreichend Wasser und ein angemessenes Verhältnis von Fetten, Ballaststoffen, Eiweiß und Kohlenhydraten sind die Basis einer ausgewogenen Ernährung.
 

Gesundes Essverhalten: Das Essverhalten selbst hat nur in zweiter Linie etwas mit der Auswahl der Speisen zu tun. Denn neben dem, was ich esse, geht es bei einem gesunden Essverhalten auch darum, wie ich esse. Ein Bewusstsein für Essensmengen und Essenszeiten zu entwickeln, auf den Körper zu hören und zu wissen, wann es reicht, stehen hier im Fokus.

Wie kann ich gesundes Essverhalten vermitteln

Gesundes_Essverhalten_123_650.jpg
© 123RF

Kinder holen sich das, was sie brauchen. Hinter dieser Weisheit steckt ein wahrer Funke. Denn Kinder haben ein besseres Gespür für die eigenen Bedürfnisse als viele Erwachsene. Kinder schauen sich viel von den Eltern ab, ein gesundes Essverhalten braucht also ein Vorbild. Das Essverhalten später umzutrainieren ist nur schwer möglich, deshalb gilt: Am besten von Anfang an richtig machen!
 

Beim Essen Zeit lassen: Wer hastig isst, der schlingt sein Essen oft einfach herunter. Da das Sättigungsgefühl erst zeitversetzt einsetzt, ist es wichtig, in Ruhe und mit so wenig Ablenkung wie möglich zu essen.
 

Hunger aushalten: Klar, auch für Kinder ist das Hungergefühl unangenehm. Trotzdem schadet es nicht, dieses Gefühl für eine bestimmte Zeit auszuhalten. Braucht das Gericht noch 20 Minuten im Ofen, solltet ihr eurem Kind auch bei anstrengenden Quengeleien nicht vorab schon etwas zu essen reichen.
 

Alter des Kindes: Wenn ihr eurem Kind gesundes Essverhalten vermitteln wollt, spielt immer auch das Alter eine wichtige Rolle. Älteren Schulkindern könnt ihr genau erklären, warum manche Lebensmittel wichtiger sind als andere. Wenn ihr dann als Vorbild fungiert, entwickelt sich bei jüngeren Kindern von ganz alleine ein gesundes Essverhalten.
Bei jüngeren Kindern kann man meist nicht mit Verständnis rechnen. Wenn ihr erklärt, dass man von Süßigkeiten Löcher in den Zähnen bekommt, und dann beim nächsten Zahnarzttermin alles in Ordnung ist, merken Kinder schnell, dass etwas nicht stimmt.
 

Entspannt bleiben: Vielleicht erinnert ihr euch selbst noch daran, dass ihr bestimmtes Gemüse oder Fisch nicht mochtet. Es ist vollkommen normal, dass Kinder bestimmte Speisen ablehnen und meist handelt es sich dabei genau um die gesunden Sachen. Später legt sich die Aversion gegen Rosenkohl, Salat und Spinat dann in der Regel ganz von allein.
 

Essen ist werder Belohnung noch Bestrafung: "Wenn du aufisst, gibt es Nachtisch", "Wenn du lieb bist, holen wir nachher noch ein Eis", "Wenn du noch mehr Schokolade isst, bekommst du schlechte Zähne" Essen sollte niemals zur Manipulation eingesetzt werden, denn damit wird es gelöst von seinem Ursprung: dem Sättigungsgefühl.
 

Vorbild sein: Vieles erlernen Kinder, indem Sie Eltern und andere Bezugspersonen nachahmen. Auch in Sachen Ernährung gilt deshalb: Versucht ein Vorbild zu sein. Ausgewogene Mahlzeiten, wenig zwischendurch, bei Zwischenmahlzeiten lieber zum Apfel greifen statt zu Kuchen. Nur so könnt ihr glaubhaft ein gesundes Essverhalten vermiteln.
 

Alles in Maßen: Ihr müsst nicht alles Ungesundes streichen. Ein paar Leckereien sind in jedem Falle erlaubt. Viel wichtiger als Süßigkeiten und zu fettiges Essen zu verbieten, ist es eurem Kind zu erklären, dass diese Sachen ungesund sind und deshalb nicht in großen Mengen und zu häufig verzehrt werden sollten.
 

Satt ist satt: "Noch drei Löffel, dann darfst du aufstehen" - akzeptiet, wenn euer Kind satt ist. Es muss seinen Teller nicht aufessen, wenn es nicht will. Das ist wichtig, damit Ihr Kind nicht verlernt. auf sein Sättigungsgefühl zu hören. Erklärt ihm besser, dass es sich beim nächsten Mal den Teller nicht so voll machen soll und lieber zwei Mal etwas weniger nimmt, damit am Ende nichts weggeschmissen weren muss.