Trinken will gelernt sein – wieviel soll mein Kind trinken?

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Wasser ist lebensnotwendig, das wissen wir alle. Aber nicht nur die Flüssigkeitsmenge ist entscheidend für ein gesundes Trinkverhalten, sondern auch die Art der Getränke, die wir zu uns nehmen. Das gilt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, aber dennoch sind viele Eltern nicht unbedingt ein gutes Vorbild, was die Wahl der Getränke angeht. Wie kann man Kindern von Anfang an beibringen, regelmäßig und vor allem das Richtige zu trinken? Und wie viel Flüssigkeit braucht ein Kind überhaupt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Getränke für Kinder im folgenden Artikel.

Wie viel sollte ein Kind am Tag trinken?

Neuere Studien haben ergeben, dass fast alle Kinder zu wenig trinken. Zwar hat ein geringfügiger Flüssigkeitsmangel keine gravierenden gesundheitlichen Folgen, aber Kinder, die dauerhaft zu wenig trinken, leiden eher unter Verdauungsbeschwerden, Konzentrationsschwäche oder trockener, rissiger Haut. Wieviel Flüssigkeit ein Kind am Tag braucht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab:

  • Größe und Gewicht des Kindes
  • körperliche Aktivität
  • Wetter/Temperaturen
  • Speiseplan des Kindes

Nicht der gesamte Flüssigkeitsbedarf wird über Getränke gedeckt: Wer viel rohes Ost und Gemüse oder Suppen isst, nimmt damit ebenfalls Flüssigkeit auf. Stark gesalzene oder gezuckerte Speisen dagegen steigern den Flüssigkeitsbedarf.

Während der Stillzeit benötigen Babys keine zusätzliche Flüssigkeit. Für die Jahre danach gelten folgende Richtwerte pro Tag:

  • 1-3 Jahre: 600–700 ml Flüssigkeit
  • Kindergartenalter: 800 ml Flüssigkeit
  • Grundschulalter: 900–1.000 ml Flüssigkeit
  • Ab 10 Jahre: 1,2–1,4 l Flüssigkeit
  • Ab 15 Jahre: 1,5 l Flüssigkeit und mehr

Solange Ihr Haus nicht über alte Bleileitungen versorgt wird, können Sie Ihrem Kind übrigens getrost Leitungswasser anbieten. Im Zweifelsfall kann Ihnen Ihr Wasserversorger mehr über die Trinkwasserwerte in Ihrer Region sagen.

Welche Getränke sind für Kinder geeignet?

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Am besten ohne alles: Die beste Wahl sind alle Getränke, die weder Zucker noch Zuckeraustauschstoffe, kein Koffein und keine anderen chemischen Zusatzstoffe enthalten, also Wasser und ungesüßte Früchte- und Kräutertees. Diese Getränke sollten beim Essen und für zwischendurch immer bereitstehen, notfalls mit einem Strohhalm, denn der animiert fast alle Kinder zum Trinken.

Fruchtzucker-Falle: Reine Fruchtsäfte enthalten zwar keine Zusatzstoffe und noch etliche Vitamine, dafür aber auch jede Menge Fruchtzucker. Vom Zuckergehalt her kann sich ein Glas Apfelsaft durchaus mit einem Glas Limonade messen. Wenn Sie Ihrem Kind Saft geben, sollten Sie ihn daher etwa im Verhältnis 1:3 mit Wasser mischen. Auch mit abgekühltem Malven- oder Hagebuttentee lassen sich Säfte gut mischen.

Ausnahmen erlaubt? Natürlich gibt es immer mal Ausnahmen von den Getränkeregeln: Wenn z. B. auf dem Kindergeburtstag alle Kinder süße Limonade bekommen, sollten Sie es Ihrem Kind nicht verbieten. Wichtig ist, dass Ihr Kind von klein auf ein gesundes Trinkverhalten lernt und dieses auch im Alltag praktiziert wird.

Wie erkenne ich, ob mein Kind ausreichend trinkt?

Wenn Ihr Kind die typischen Anzeichen einer Dehydration zeigt, ist der Flüssigkeitsmangel schon sehr gravierend. Das kann etwa bei sehr heißen Temperaturen und großer Anstrengung über längere Zeit hinweg passieren. Kinder, die regelmäßig etwas zu wenig trinken, sind meist völlig gesund. Ein Hinweis darauf, dass Ihr Kind etwas mehr trinken müsste, könnten Verstopfung oder häufige Bauchschmerzen sein. Auch dunkler, intensiv riechender Urin kann auf einen Flüssigkeitsmangel hinweisen.

Tipps, wie es mit dem gesunden Trinken klappt

Ein gutes Vorbild sein: Greifen Sie selbst zu Wasser, Tee oder Saftschorlen, so sind Sie nicht nur ein gutes Vorbild, sondern tun auch etwas für Ihre Gesundheit. Wenn Cola, Limonade und Co. gar nicht im Haus sind, wird Ihr Kind auch nicht auf die Idee kommen, etwas anderes als Wasser zu verlangen.

Getränke immer in Reichweite: Getränke sollten für Ihr Kind den ganzen Tag über in Reichweite sein, z. B. im Trinkbecher im Kinderzimmer und in der Küche oder in Form einer Wasserflasche für unterwegs. Wenn Ihr Kind das Trinken häufig vergisst, können Sie auch regelmäßige Trinkpausen einführen, bei denen Sie gemeinsam einen Schluck trinken.

Trinken auch zu den Mahlzeiten: Vor allem ältere Generationen sind häufig der Meinung, dass Kinder zum Essen nichts trinken sollten, damit sie sich nicht „satt trinken“. Diese Annahme gilt inzwischen als falsch – mehr noch, es kann die Verdauung erschweren, wenn es zum Essen nichts zu trinken gibt.

Eine lustige Trinkflasche: Eine tolle Trinkflasche animiert viele Kinder, mehr zu trinken. Es gibt die unterschiedlichsten Modelle: mit besonderen Verschlüssen, bunten Strohhalmen oder Bildern darauf. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Trinkflasche aus, die ihm gefällt.

Viel frisches Obst und Gemüse: Ausreichend trinken und gesunde Ernährung gehen Hand in Hand: Bieten Sie geschnittenes rohes Gemüse und Obst als Snack an, pressen Sie frischen Orangensaft für das Sonntagsfrühstück und beginnen Sie das Mittagessen mit einem kleinen Rohkostsalat. So haben Sie schon viel für einen gesunden Flüssigkeitshaushalt getan.