Schnitzeljagd am Kindergeburtstag: Das Alter entscheidet.

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„Immer den Pfeilen hinterher! Wo ist der nächste Hinweis?“ Kinder sind gerne aktiv und lieben Rätsel. Gute Voraussetzungen, um am nächsten Kindergeburtstag eine spannende Schnitzeljagd zu veranstalten. Das ist auch praktisch für Euch: Während die kleinen Gäste sich draußen auspowern, könnt Ihr in Ruhe die Kaffeetafel abräumen und das Abendessen vorbereiten. Vorausgesetzt natürlich, die Kinder sind groß genug, um alleine nach draußen zu gehen. Aber nicht nur in dieser Hinsicht spielt das Alter der Schatzsucher eine wichtige Rolle. Auch die Dauer des Spiels, die Streckenauswahl und die Aufgabenstellungen sollten auf die Leistungsfähigkeit der jungen Teilnehmer abgestimmt sein. So stellt Ihr sicher, dass die Schnitzeljagd zu einem echten Highlight des Kindergeburtstages wird.

Die Vorbereitung macht das Spiel: die Streckenauswahl

Je kleiner die Kinder, desto kürzer die Strecke: Sind Ihre kleinen Schatzsucher erst drei bis vier Jahre alt, veranstaltet Ihr die Schnitzeljagd am besten im Haus oder im eigenen Garten. Hier halten sich die Gefahren in Grenzen und Ihr behaltet leichter den Überblick. Sind die Kinder etwas größer und Ihr wollt einen Teil der Schatzsuche im freien Gelände stattfinden lassen, solltet Ihr die Strecke vorher abgehen und sorgfältig auf Gefahrenstellen prüfen. Achtet auf unübersichtliche Straßen oder Kreuzungen, aber auch auf Flüsse, Böschungen und Baustellen. Versucht die Perspektive des Kindes einzunehmen und bedenkt, dass die Suche nach dem nächsten Hinweis die Aufmerksamkeit der kleinen Jäger einschränkt. Denkt auch daran, die Uhr im Blick zu behalten. Die Faustregel besagt, dass 30 bis maximal 45 Minuten für alle Kinder unter sieben Jahren ausreichend sind. Danach lassen Konzentration und Neugier nach und das Risiko ist groß, dass die anfängliche Freude in Frustration umschlägt. So sollte kein Kindergeburtstag enden!

Spiel und Spaß: Ideen für die Kleinen

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Zeit, kreativ zu werden! Steht die Strecke für die Schnitzeljagd fest, geht es an die Auswahl der Spiele und Aufgaben. Auch hier spielt das Alter der Schatzsucher eine entscheidende Rolle.

Kinder bis 4 Jahre:

In dieser Altersgruppen sollten in erster Linie Bilder, Farben und ganz einfache Arbeitsanweisungen zum Einsatz kommen. Entweder Ihr zeichnet eine Karte mit leicht verständlichen Bildern oder Ihr moderiert die Schnitzeljagd selbst. Bereitet Ihr acht bis zehn Stationen vor und markiert sie gut sichtbar, zum Beispiel mit bunten Luftballons. An jeder Station muss eine Aufgabe gelöst werden und für jede gelöste Aufgabe gibt es einen Stempel. Wenn am Schluss das Stempelheftchen voll ist, können sich die Schatzsucher einen kleinen Preis abholen. So könnten einige der Aufgaben aussehen:

  • Spürnasen: Die Kinder müssen einen bestimmten Gegenstand oder ein Tier auf einem Wimmelbild finden und es rot einkringeln.
  • Baumeister: Aus Bauklötzen muss ein Türmchen gebaut werden, das eine bestimmte Höhe erreicht, ohne umzufallen.
  • Sammler: Im Garten sind kleine Schokomarienkäfer versteckt, die die Kleinen finden und einsammeln müssen – ohne sie zu vernaschen.
  • Hüpfer: Die Zwerge müssen sportliches Talent beweisen und eine bestimmte Strecke auf einem Bein oder in einem Sack hüpfen.
  • Blumenkind: Sie haben gelbe und rote Tulpen im Garten? Bestens. Die Kinder müssen herausfinden, welche Farbe häufiger vertreten ist.

Kinder bis 7 Jahre:

Gestaltet Ihr die Schatzsuche für ältere Kids, rücken einzelne Spiele eher in den Hintergrund. Spannender ist es für die Fünf- bis Siebenjährigen, durch die Gegend zu ziehen und einzelnen Hinweisen nachzugehen. Sucht eine interessante Strecke heraus und hinterlasst ca. alle 20 bis 30 Schritte eine Markierung, die verrät, wie es weitergeht. Aber macht es euren kleinen Schatzsuchern nicht zu einfach. Zwischendurch könnt Ihr ruhig mal eine falsche Fährte legen.

  • Fährte: Am üblichsten ist es, mit Kreide Pfeile auf den Boden zu malen. Wenn Ihr es weniger offensichtlich machen wollt, könnt Ihr aber auch mit anderen Hinweisen arbeiten und zum Beispiel Steinchen, Kastanien oder Sägespäne nutzen.
  • Zettel: Versteckt an der Route das eine oder andere Briefchen mit einem Rätsel. Die Lösung verrät den kleinen Jägern, wo es für sie weitergeht. Zeichnet zum Beispiel einen Straßennamen.
  • Puzzle: Damit die Schatzsucher auch beweisen können, dass sie wirklich allen Hinweisen nachgegangen sind, müssen sie an jeder Station ein Puzzleteil finden. Erst wenn sie am Ziel das ganze Bild zusammenbauen können, bekommen sie ihren Preis.

Die moderne Schnitzeljagd: Geocaching für die Großen

Üblicherweise sagt man, dass Schnitzeljagden nur für Kinder bis ca. sieben Jahre geeignet sind. In der heutigen Zeit sieht das etwas anders aus. Smartphone & Co haben die Schnitzeljagd unter dem Namen „Geocaching“ sogar für Erwachsene salonfähig gemacht. Und so funktioniert‘s: Nehmt euch eine kleine Kiste und füllt sie beispielsweise mit Schokotalern und Gutscheinen. Dann versteckt Ihr diesen Schatz irgendwo in der Stadt oder im Wald, am besten so, dass ihn nicht jeder Spaziergänger entdeckt. Zückt euer Smartphone und notiert euch den genauen Standort des Verstecks. Die Koordinaten übergebt Ihr nun an die kleinen oder etwas größeren Schatzjäger. Zudem stellt Ihr ihnen ein Smartphone mit einer vorinstallierten Geocaching-App zur Verfügung. Und schon kann es losgehen!