Steckdosen sichern – das sollten Sie wissen

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Wenn Babys zu krabbeln beginnen, verwandelt sich das eigene Zuhause scheinbar über Nacht in eine einzige Gefahrenzone. Es lauern Schubladen und Schranktüren, Treppenstufen und offene Regale und immer wieder Steckdosen: Babys fühlen sich magisch angezogen von allem, was sich von der Umgebung abhebt, zum Beispiel eine Steckdose in der Wand. Wahrscheinlich war Ihnen gar nicht bewusst, wie viele Steckdosen es in einer Wohnung gibt, bevor Sie ein Baby hatten. Aber muss man wirklich alle Steckdosen sichern und wenn ja, welche Sicherung funktioniert am besten? Wir haben ein paar Tipps rund um Steckdosensicherungen für Sie zusammengestellt.

Wie sichere ich Steckdosen richtig?

Steckdosen von Anfang an verbieten: Viele Eltern sind relativ entspannt, was den Umgang ihrer Kinder mit Steckdosen angeht, wenn die Dosen einmal gesichert sind. Das ist gefährlich, denn jedes Kind trifft früher oder später auf eine ungesicherte Steckdose. Steckdosen und Kabel sollten trotz Sicherung grundsätzlich tabu für Babys sein – und zwar von Anfang an. Ein deutliches „Nein“, wann immer Ihr Kind sich der Steckdose nähert, wird bald Wirkung zeigen.

Keine Steckdose vergessen: Klar, im Kinderzimmer, im Wohnzimmer und in der Küche werden die Steckdosen sofort gesichert. Aber schauen Sie aufmerksam in der ganzen Wohnung und denken Sie auch an Steckdosen, die vielleicht hinter einem Vorhang oder einem Tisch versteckt sind.

Rechtzeitig sichern: Am besten setzen Sie die Steckdosensicherungen spätestens dann ein, wenn Ihr Baby erste Versuche macht, sich robbend oder rollend fortzubewegen. So gibt es bei den ersten Erkundungsgängen kein Unglück.

Keine Steckerleisten auf dem Boden: Steckerleisten sind spannend für Kinder, nicht nur, weil sie mehrere Steckdosen enthalten, sondern auch, weil die Kabel in unterschiedliche Richtungen verlaufen und mit verschiedenen Geräten verbunden sind. Ein kräftiges Ziehen an der Steckerleiste kann ausreichen, um Fernseher, Tischlampe oder Musikanlage zu Fall zu bringen. Daher sollten Sie Steckerleisten am besten unter Tischplatten bzw. Regalbrettern anschrauben oder möglichst hoch anbringen.

Welche Steckdosensicherungen für Babys und Kleinkinder gibt es?

Steckdosensicherungen: Steckdosensicherungen sollen zum einen effektiv vor einem Stromschlag schützen, zum anderen soll die Steckdose natürlich weiterhin nutzbar sein. Eltern haben verschiedene Möglichkeiten:

Stecksicherungen:

Die am häufigsten verwendeten Steckdosensicherungen sind kleine Platikscheiben, die in die Steckdosen gesetzt werden und die Löcher verschließen. Nur, wenn man einen stecker in die Löcher der Plastikscheiben schiebt und diese in der Steckdose dreht, kann der Stecker eingesteckt werden. Es gibt sowohl einpolige (für eines der Löcher) als auch zweipolige (für beide Löcher) Stecksicherungen, wobei die zweipoligen definitiv kindersicherer sind. Achtung: Wann immer sie einen Stecker ziehen, zum Beispiel beim Staubsaugen, sollten Sie prüfen, ob die Stecksicherung noch richtig in der Dose sitzt.

Sicherungen für ungenutzte Steckdosen:

Wenn eine Steckdose nicht genutzt wird, kann sie mit einem speziellen Verschluss gesichert weren. Dieser sitzt über den Löchern der Steckdose und kann nur mit einem entsprechenden Schlüssel geöfnet werden.

FI-Schalter:

Der sogenannte Fehlerstromschalter sichert keine einzelne Steckdose, sondern den gesamten Stromkreislauf der Wohnung. Sobald ein Mensch mit Strom in Kontakt kommt, schaltet der FI-Schalter den Strom ab. In Neubauten und Wohnungen mit sanierter Elektronik ist ein FI-Schalter meist schon vorhanden. Falls nicht, kann der Elekriker den Schalter unkompliziert am Sicherungskasten installieren.

Sicherheitssteckdosen:

Wenn Sie ohnehin gerade renovieren oder wenn Sie weitere Kinder planen, kann es sich lohnen, in Sicherungssteckdosen zu investieren. Bei diesen Steckdosen sind die zwei Stecklöcher mit kleinen Plättchen verschlossen, die sich nur öffnen, wenn auf beide Löcher gleichzeitig Druck ausgeübt wird. Sicherheitssteckdosen sind sehr effektiv, bedeutet aber, dass die normalen Steckdosen von einem Elektroniker vollständig ausgetauscht werden müssen.

Was tun, wenn mein Kind die Stecker aus den Steckdosen zieht?

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Auf einmal funktioniert die Musikanlage nicht mehr, der Receiver hat die Aufnahme unterbrochen oder im schlimmsten Fall hat es den Kühlschrank erwischt. Entdeckungsfreudige Kinder haben großen Spaß daran, Stecker aus den Steckdosen zu ziehen. Die Steckdose selbst lässt sich ohne weiteres sichern, aber wie sorge ich dafür, dass mein Kind den Stecker nicht ziehen kann?

Den Stecker auf der Dose festzukleben oder mit einem selbstgebauten Verschluss zu fixieren mag effektiv sein, sicher ist es aber nicht: Im Fall eines Kabelbrandes können Sie den Stecker vielleicht nicht rechtzeitig ziehen und keine Versicherung würde die entstehenden Schäden bezahlen. Falls sich die Stecker in einer Steckerleiste befinden, können Sie versuchen, diese über Kopfhöhe Ihres Kindes anzubringen, z. B. in einer Wandhalterung.

Was aber am besten hilft: Etwas Geduld und Konsequenz: Ihr Kind sollte von Anfang an lernen, dass sowohl Stecker als auch Steckdose tabu sind, Sicherung hin oder her. Das kostet Nerven, aber in der Regel verlieren die Stecker ihren Reiz nach einiger Zeit wieder.