Wandern mit Kindern – so wird eure Tour zum gelungenen Erlebnis

wandern-mit-kindern-im-wald.jpg
Immer in Bewegung, die unberührte Natur um sich herum genießen und draußen mal so richtig durchatmen – eine kindgerecht geplante Wandertour macht ganz viel Spaß: Egal ob Groß oder Klein. Natürlich ist Wandern mit Kindern anders, als wenn ihr allein losziehen würdet – sowohl was die Planung angeht als auch auf der Strecke selbst. Doch mit der Zeit freuen sich eure Kids, immer längere Strecken zu bewältigen. Mit den richtigen Anreizen wird Wandern zum großartigen Erlebnis für die ganze Familie. JAKO-O gibt euch Tipps, wie eure Familienwanderung ein voller Erfolg wird.

Den passenden Wanderweg für Kinder auswählen

wandern-mit-kindern-wanderwege.jpg

Eine Wanderung mit Kindern steht und fällt mit der Auswahl der geeigneten Route. Der Wanderweg darf für die Kids nicht zu anspruchsvoll sein, sollte sie aber gleichzeitig auch nicht langweilen. Im besten Fall gibt es auf der Strecke viel zu sehen und zu entdecken. Sehr gut eignen sich Themen- und Erlebnispfade, die an spannenden Stationen vorbeiführen. Auch Entdeckungstouren durch die Natur und im Wald machen Spaß. Hierbei können heimische Wildtiere beobachtet oder verschiedene Pflanzenarten bestimmt werden.
 

Erkundigt euch am besten bei lokalen Anlaufstellen nach Ausflugszielen in eurer Region. Dabei können zum Beispiel Tourismusbüros oder auch Wanderführer hilfreich sein. Aber auch im Internet sind zahlreiche Wanderwege verzeichnet, die euch Spaß machen werden.

Klar, beim Wandern denken wir zuerst an Bergwiesen, Hochwälder und wohlverdiente Pausen auf der Hütte. Aber wer sagt, dass ihr zum Wandern gleich in die Berge müsst? In ganz Deutschland gibt es wunderschöne Wanderstrecken, die sich sehr gut für Wanderungen mit Kindern eignen, vor allem Touren entlang von Flüssen und Bächen. Am besten wählt zu Anfang nicht direkt eine schwere Bergtour über viele Höhenmeter, sondern zunächst eine leichte Wanderung mit geringen Höhenunterschieden.

Welche Wanderstrecke kann ich meinem Kind zumuten?

Wandern_mit_Kindern2.jpg
© 123RF

Tageswandertouren sind für Kindergarten- und Grundschulkinder schon eine echte Herausforderung. Und wenn euer Kind über schmerzende Füße klagt oder schlicht keine Lust mehr hat, weiterzugehen, dann macht die Strecke auch euch Eltern nicht mehr viel Freude. Aber wie viele Kilometer könnt ihr eurem Kind zumuten?

Einige Stunden sind okay: Die Wanderzeit ist wichtiger als die gewanderten Kilometer – schließlich benötigt ihr je nach Art des Geländes unterschiedlich lang für eine Strecke. Etwa drei Stunden sind das Maximum für Kindergartenkinder. Und auch bei dieser Gehzeit solltet ihr ausreichend Pausen einplanen.

Grundschulkinder schaffen vier bis fünf Stunden, je nach Kondition und Strecke – und je nachdem, wie hoch die Motivation zum Weitergehen ist. Natürlich unterscheidet sich die Ausdauer auch je nach Kind. Unternehmt ihr öfter gemeinsame Wanderungen zusammen mit der Familie, so wird mit der Zeit auch die Ausdauer steigen. Beginnt am besten mit einer kurzen Strecke, auf der ihr nicht zu lange unterwegs seid.

Zur groben Orientierung gibt es vom Deutschen Wanderverband eine weitere Faustregel: Lebensalter x 1,5. Einem fünfjährigen Kind könnt ihr demnach maximal 7,5 Kilometer zumuten. Dabei entsprechen 100 Höhenmeter einem Kilometer.

Wanderurlaub mit Kind? Für Schulkinder ist ein Wanderurlaub eine gute Idee – solange es nicht von Berghütte zu Berghütte geht und jeden Tag im Urlaub eine bestimmte Strecke geschafft werden muss. Wenn ihr flexibel zwischen verschiedenen kurzen Touren wählen und auch mal einen wanderfreien Tag einlegen könnt, haben auch Kinder viel Spaß an einem gemeinsamen Wanderurlaub.

Grundsätzliche Tipps zum Wandern mit Kindern

Am Tempo der Kinder orientieren: Auf einer Wanderung bestimmt immer der langsamste Teilnehmer das Tempo. Das sind auf einer Wanderung mit der Familie meist die Kleinsten. Passt das Tempo eurer Tour immer euren Kindern an, damit ihr sie nicht überfordert.

Einen Anreiz schaffen: Die „tolle Aussicht“ ist für Kinder kein sehr reizvolles Ziel. Vielleicht stellt ihr am Ende der Wanderung lieber ein leckeres Eis in Aussicht, gemeinsames Grillen oder einen Abenteuerspielplatz. Auch Spiele unterwegs oder abenteuerliche Erlebnispfade motivieren eure Kids.

Ausreichend Zeit einplanen: Mit Kind benötigt ihr für eine Wanderstrecke wahrscheinlich rund 50 Prozent mehr Gehzeit, als ihr allein brauchen würdet. Plant diese Extrazeit mit ein und kalkuliert evtl. eine Pause mehr – natürlich mit ausreichend Zeit zum Spielen und Erkunden der Umgebung.

Gleichaltrige mitnehmen: Wenn euer Kind nur mit Erwachsenen wandert, kann es schon mal langweilig werden. Gleichaltrige Kinder sind eine tolle Motivation beim Laufen und ein toller Spielpartner in den Pausen.

Kein Leistungsdruck: Wenn euer Kind müde ist oder keine Lust mehr hat, solltet ihr nicht enttäuscht reagieren – so wird es wahrscheinlich erst recht die Lust am Wandern verlieren. Versucht lieber, es zu motivieren, indem ihr das Ziel oder auch die nächste Rast in Aussicht stellt, damit das Wandern einen positiven Sinn bekommt.

Die geeignete Ausrüstung zum Wandern mit Kindern

wandern-mit-kindern-geeignete-ausruestung.jpg

Damit die Familienwanderung zum großartigen Erlebnis wird, ist die passende Ausrüstung das A und O. Vielleicht steht auch ihr vor jedem Ausflug vor einem riesigen Klamottenberg und wisst nicht, was ihr anziehen oder einpacken sollt.

Hier gilt: lieber etwas weniger einpacken, dafür aber das Richtige. Bedenkt, dass ihr alles, was ihr einpackt, auf eurer Wanderung auch tragen müsst. An einer hochwertigen Grundausstattung darf es für ein Abenteuer im Freien aber trotzdem nicht fehlen. Hier gibt es einige „Must-haves“, auf die ihr bei eurer Wanderung mit den Kindern nicht verzichten solltet.

Gutes Schuhwerk
Nichts ist schlimmer als mit schmerzenden oder schwitzenden Füßen immer weiter laufen zu müssen. Sorgt dafür, dass euer Kind leichte und atmungsaktive Wanderschuhe trägt – langfristig lohnt es sich, hier auch etwas mehr zu investieren. Gute Wanderschuhe sitzen perfekt am Fuß und bieten einen sicheren Halt. Sie verfügen außerdem über eine griffige Außensohle, mit der euer Sprössling auch in schwierigem Gelände nicht wegrutscht. Um auch bei nassem Wetter trockenen Fußes auf jeder Tour zu wandern, empfehlen sich wasserdichte Schuhe mit atmungsaktiver Membran.
 

Passende Outdoor-Kleidung
Wie sagt ein bekanntes Sprichwort so schön: Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung. Mit robuster Outdoor-Kleidung könnt ihr bei jedem Wetter unterwegs sein. Sie hält eure Kids warm und trocken und ist gleichzeitig atmungsaktiv. So können die Jüngsten völlig unbeschwert draußen laufen, ohne dass ihr euch über Matsch, Pfützen oder Grasflecken sorgen müsst.

Für eine Wanderung empfiehlt sich grundsätzlich der „Zwiebellook“, bei dem einzelne Kleidungsschichten nach und nach abgelegt werden können, sollte es euren Kindern durch die Bewegung zu warm werden.

Rucksäcke für kleine Abenteurer
Was wäre ein echter Abenteurer ohne seinen Rucksack? Ein Rucksack gehört auf einer Wanderung einfach dazu. Für die Kleinen gibt es spezielle Kinderrucksäcke, die meist gerne getragen werden. Eben ganz wie die Großen.

Zudem bestechen Kinderrucksäcke durch tolle Farben und niedliche Motive. Hier drin lässt sich prima Wechselkleidung, Regenschutz oder eine Trinkflasche verstauen. Achtet nur darauf, dass ihr den Rucksack für die Wanderung nicht zu schwer bepackt, sonst kann er für eure Kinder schnell zur Belastung werden.

Wandern mit Kinderwagen: was gibt es zu beachten?

wandern-mit-kindern-im-kinderwagen-as-283323075.jpeg
Familie wandert mit Kinderwagen im Park © famveldman - stock.adobe.com

Sucht euch zum Wandern mit Kinderwagen in jedem Fall eine Strecke aus, die sich hierfür gut eignet. Viele Höhenmeter und vor allem große Steigungen sollten vermieden werden. Wichtig ist zudem die Wegbeschaffenheit, damit ihr unterwegs nicht steckenbleibt oder euch längere Abschnitte über unwegsame Steinpisten mit Buggy oder Kinderwagen abmühen müsst. Ideal sind gut ausgebaute Wege. Häufig führen lange asphaltierte Wege an Flüssen entlang.

Doch wie findet ihr solche Strecken? Viele Regionen bauen inzwischen ihr Wegenetz aus und legen barrierefreie Strecken oder Strecken speziell für Familien an. Diese werden meist im Internet beworben. Daneben gibt es sogar spezialisierte Kinderwagen-Wanderführer. Wählt für eure erste Wanderung mit dem Kinderwagen keine allzu lange Strecke aus. Das Schieben eines Kinderwagens kann schnell anstrengend werden. Besonders viel Spaß macht eine Kinderwagen-Wanderung in der Gruppe mit anderen Eltern und Kindern.

Ein „geländetauglicher“ Kinderwagen ist Voraussetzung Nicht alle Familien-Wanderwege sind durchgängig asphaltiert oder auch nur befestigt – streckenweise müsst ihr mit Schotterpisten oder weichem Waldboden rechnen. Daher solltet ihr zum Wandern unbedingt einen geeigneten Kinderwagen mitnehmen. Optimal ist ein leichter, wendiger Buggy mit großen Gummireifen und guter Federung. Falls euer Baby noch zu klein für den Buggy ist, geht auch der klassische Kinderwagen – er sollte aber ebenfalls stabil und gut gefedert sein und über Gummibereifung verfügen.

Wandern mit Baby – unterwegs mit den Jüngsten

Schon mit den Jüngsten könnt ihr Ausflüge in die Natur unternehmen. Eine Wanderung ist dann möglich, wenn ihr bereits längere Spaziergänge mit eurem Baby macht. Ab welchem Alter dies genau der Fall ist, ist pauschal schwer zu beantworten. Da viele Eltern ihr Baby am Körper tragen, ist meist auch nicht das Baby selbst der ausschlaggebende Faktor.

Es kommt eher darauf an, wie fit ihr für die Tour seid. Mutet euch mit sehr kleinen Kindern keine Extrem-Touren zu, die durch sehr schwieriges Gelände und in große Höhen führen. Auch keine all zu langen Strecken. Wie körperlich fit ihr seid, könnt ihr prima zunächst beim nächsten Stadtbummel mit Baby in der Trage herausfinden. Außerdem testet ihr dabei, wie sich euer Kind verhält. Schläft es die ganze Zeit selig oder fühlt es sich unwohl?

Essenziell für eine Wanderung mit Baby ist jedoch eine komfortable und gutsitzende Babytrage oder Kinderkraxe. Sie verteilt das Gewicht gleichmäßig auf den Körper des Trägers und bietet eurem Kind eine angenehme Sitzposition.