Wandern mit Kindern – geht das überhaupt?

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Immer in Bewegung, die unberührte Natur um sich herum genießen und in der Stille mal so richtig durchatmen – für viele Menschen hat Wandern mehr mit Erholung zu tun als mit Sport. Aber wie ist es damit bestellt, wenn ein Kind mitwandert? Und wie motiviert man ein Kind, über mehrere Stunden hinweg immer zu laufen? Natürlich ist Wandern mit Kindern anders als ohne Kinder – sowohl, was die Planung angeht als auch auf der Strecke selbst. Aber wenn Sie es richtig anfangen, haben auch Kinder Spaß daran, längere Strecken zu bewältigen. Wir geben Ihnen im Folgenden gute Tipps für das Wandern mit Kindern vom Babyalter bis zum Jugendlichen.

Grundsätzliche Tipps zum Wandern mit Kindern

Kindergerechte Wanderstrecke auswählen: Die Strecke sollte nicht zu anspruchsvoll und möglichst abwechslungsreich sein. Wasserläufe, Aussichtstürme oder andere Entdeckungen entlang der Strecke machen es spannend für Kinder.

Gutes Schuhwerk und passende Kleidung: Nichts ist schlimmer als mit schmerzenden oder schwitzenden Füßen immer weiter laufen zu müssen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind leichte und atmungsaktive Wanderschuhe trägt - langfristig lohnt es sich, etwas mehr zu investieren.

Einen Anreiz schaffen: Die "tolle Aussicht" istf ür Kinder kein sehr reizvolles Ziel. Vielleicht stellen Sie am Ende der Wanderung lieber ein Lagerfeuer in Aussicht, gemeinsames Grillen oder einen Abenteuerspielplatz - mit einem Wanderführer der Region finden Sie sicher eine passende Wanerroute.

Ausreichend Zeit einplanen: Mit Kind benötigen Sie für eine Wanderstrecke wahrscheinlich rund 50 % mehr Gehzeit, als Sie allein brauchen würden. Planen Sie diese Extrazeit mit ein und kalkulieren Sie evtl. für eine Pause mehr - natürlich mit ausreichend Zeit zum Spielen und zum Erkunden der Umgebung.

Gleichaltrige mitnehmen: Wenn Ihr Kind nur mit Erwachsenen wandert, ist es immer der Langsamste - das nervt. Gleichaltrige Kinder sind eine tolle Motivation beim Laufen und ein Spielpartner in den Pausen.

Keinen Leistungsdruck: Wenn Ihr Kind müde ist oder keine Lust mehr hat, sollten Sie nicht enttäuscht reagieren - so wird es wahrscheinlich erst recht die Lust am Wandern verlieren. Versuchen Sie lieber, es zu motiveren, indem Sie  das Ziel oder auch die nächste Rast in Aussicht stellen, damit das Wandern einen positiven Sinn bekommt.

Welche Wanderstrecke kann ich meinem Kind zumuten?

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Tageswandertouren sind für Kindergarten- und Grundschulkinder schon eine echte Herausforderung. Und wenn ein Kind über schmerzende Füße klagt oder schlicht keine Lust mehr hat, weiterzugehen, dann macht die Strecke auch den Eltern nicht mehr viel Freude. Aber wie viele Kilometer kann man einem Kind zumuten?

Einige Stunden sind okay: Die Wanderzeit ist wichtiger als die gewanderten Kilometer – schließlich benötigt man je nach Art des Geländes unterschiedlich lang für eine Strecke. Etwa drei Stunden sind das Maximum für Kindergartenkinder, und auch bei dieser Gehzeit sollten Sie ausreichend Pausen einplanen. Grundschulkinder schaffen vier bis fünf Stunden, je nach Ausdauer und Strecke – und je nachdem, wie hoch die Motivation zum Weitergehen ist.

Wanderurlaub mit Kind? Für Schulkinder ist ein Wanderurlaub eine gute Idee – solange es nicht von Berghütte zu Berghütte geht und jeden Tag eine bestimmte Strecke geschafft werden muss. Wenn Sie flexibel zwischen verschiedenen kurzen Touren wählen können und auch mal einen wanderfreien Tag einlegen können, haben auch Kinder viel Spaß an einem Wanderurlaub.

Wandern mit Kinderwagen: Es muss nicht immer das Gebirge sein

Klar, beim Wandern denken wir zuerst an Bergwiesen, Hochwälder und wohlverdiente Pausen auf der Almhütte. Aber wer sagt, dass man zum Wandern in die Berge muss? In ganz Deutschland gibt es wunderschöne Wanderstrecken, die sich sehr gut für Wanderungen mit Kindern eignen, vor allem entlang von Flüssen und Bächen. Der Vorteil am Wandern im „Flachland“: Die Strecken sind oft gut ausgebaut insbesondere mit Kinderwagen leichter zu bewältigen.

Was ist beim Wandern mit Kinderwagen zu beachten?

Am besten wählen Sie einen ausgewiesenen Wanderweg ohne allzu große Steigung, zum Beispiel an der Nord- oder Ostseeküste oder entlang der größeren deutschen Flüsse. Auch Heide-, Moor- und Waldgebiete verfügen meist über Wanderrouten und viele Rastmöglichkeiten. Im Gegensatz zu vielen Gebirgswanderwegen können Sie bei Wanderungen im Wald und in Naturschutzgebieten die Route in der Regel flexibel wählen: Das weit verzweigte Netz an Wanderwegen ermöglicht es, abzukürzen oder umzukehren, wenn Ihr Kind die Lust verliert oder wenn Ihnen das Kinderwagenschieben zu anstrengend wird.

Ein „geländetauglicher“ Kinderwagen ist Voraussetzung

Nicht alle Wanderwege sind asphaltiert oder auch nur befestigt – streckenweise müssen Sie mit Schotterpisten oder weichem Waldboden rechnen. Daher sollten Sie zum Wandern unbedingt einen geeigneten Kinderwagen mitnehmen. Optimal ist ein leichter, wendiger Buggy mit großen Gummireifen und guter Federung. Falls Ihr Baby noch zu klein für den Buggy ist, geht auch der Kinderwagen – er sollte aber ebenfalls stabil und gut gefedert sein und über Gummibereifung verfügen. Oder Sie wählen Tragetücher oder spezielle Rückentragen, die in der Form an Rucksäcke erinnern.