Du schaffst das – Wie erziehe ich mein Kind selbstbewusst?

Selbstbewusst_erziehen_123_650.jpg
© 123RF

Selbstbewusste Kinder können sich durchsetzen, wissen, was sie wollen und haben es auch später leichter im Leben. Als Teil der Persönlichkeit wird Selbstbewusstsein in westlichen Kulturen als erstrebenswert angesehen. Aus diesem Grund wollen Eltern natürlich möglichst viel tun, um ihr Kind selbstbewusst zu erziehen. Grundsätzlich sind Kinder von klein auf unterschiedlich und haben schon Charaktereigenschaften, an denen Sie nicht nach Ihren Wünschen „rumerziehen“ sollten: Aus einem sehr schüchternen Kind wird nie der mutige Draufgänger werden, den ihr euch vielleicht wünscht. Ihr könnt ihm aber ein wenig Hilfestellung geben, unter die Arme greifen und das Selbstbewusstsein eures Kindes stärken. Wir sagen euch wie.

Selbstbewusste Kinder: Welchen Einfluss haben die Eltern?

Kinder lernen am meisten durch Nachahmen. Besonders wenn sie noch klein sind, haben sie keine anderen Rollenvorbilder als ihre Eltern und nehmen ihr Verhalten als das einzig richtige Verhalten auf. Euer Kind wird euch beobachten und eure Verhaltensweisen als die eigenen annehmen. Allerdings solltet ihr euch keine zu großen Sorgen machen. Jeder macht mal Fehler. In keiner Familie läuft immer alles rund und euer Kind kann auch aus euren Fehlern lernen. Geht lieber offen damit um und spielt eurem Kind nichts vor. Das ist anstrengend und wird nicht das Ergebnis bringen, das ihr euch wünscht.

Respekt:
Achtung vor der eigenen Person – manchmal ist das gar nicht so einfach. Im Trubel steckt man zurück und die Anliegen des Kindes haben oberste Priorität. Als selbstbewusste Eltern solltet ihr aber auch mal konsequent „nein“ sagen können. Gleichzeitig solltet ihr die eigene Meinung eures Kindes respektieren und ernstnehmen.

Vertrauen:
Eltern müssen in sich und ihre Fähigkeiten vertrauen, damit sie diese Lebensweise auch an ihre Kinder weitergeben können. Ihr könnt nicht von eurem Kind verlangen, dass es etwas macht, das ihr selbst nicht schafft. Zum Aufbau des Selbstbewusstseins muss euer Kind außerdem merken, dass ihr in seine Fähigkeiten vertraut und ihm Dinge zutraut. So stellt es sich Herausforderungen mit mehr Mut.

Liebe:
Kinder verstehen nicht immer, dass man mal wütend aufeinander ist und sich trotzdem noch mag. Auch wenn ihr sauer seid, solltet ihr nicht nachtragend sein. Euer Kind braucht die Gewissheit eurer bedingungslosen Liebe, um aus begangenen Fehlern zu lernen.

„Immer“ und „Nie“ und der Einfluss auf das Selbstbewusstsein von Kindern

Selbstbewusst_erziehen_1_123_650.jpg
© 123RF

„Immer bist du so ungeduldig“, „nie kannst du dein Zimmer richtig aufräumen“, Sätze, die in der Eile oder der Aufruhr mal schnell über die Lippen kommen, nehmen sich Kinder zu Herzen. Hört euer Kind öfter, dass es etwas nicht gut genug macht oder den Ansprüchen seiner Eltern nicht genügt, glaubt es diese Tatsache irgendwann selbst und definiert sich über euch. Kinder verlieren dadurch die Motivation, es beim nächsten Versuch doch zu schaffen oder sich noch ein Stückchen mehr anzustrengen, um ein Ziel zu erreichen und bestätigen dadurch den Satz der Eltern. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung sozusagen. Natürlich müsst ihr auch mal mit eurem Kind schimpfen und es darauf hinweisen, wenn es etwas falsch gemacht hat. Um das Selbstbewusstsein eures Kindes dabei nicht anzugreifen, solltet ihr jedoch versuchen, nicht die Persönlichkeit eures Kindes zu kritisieren, sondern das Verhalten zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dadurch lernt euer Kind, was es falsch gemacht hat, während es sich immer noch von euch geschätzt fühlt.

Wie erziehe ich mein Kind selbstbewusst? – so funktioniert´s
 

Ehrliches Lob:
Kinder haben eine feinfühlige Wahrnehmung und spüren sofort, wenn ihre Eltern nicht ehrlich zu ihnen sind. Lobt euer Kind nicht übertrieben für die kleinsten Aufgaben, sondern wenn es sich wirklich angestrengt hat.
 

Realistische Aufgaben:
Ist eine Aufgabe zu leicht, sinkt die Motivation und euer Kind fühlt sich von euch nicht ernst genommen. Schwere Aufgaben liefern den nötigen Ansporn. Ist euer Kind aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt, solltet ihr helfen oder die Aufgabe vereinfachen.
 

Den Rücken stärken:
Kinder brauchen die Gewissheit, dass ihre Eltern für sie da sind. Vermittelt eurem Kind, dass ihr ihm immer helft und es unterstützen könnt. Lasst ihm aber zunächst die Freiheit, Dinge selbst auszuprobieren. Falls es Hilfe braucht, wird es darum bitten.
 

Fehler zulassen:
Selten klappt etwas beim ersten Mal. Auch wenn euer Kind ein paar Anläufe braucht, um das Zimmer ordentlich zu halten oder mit sauberer Handschrift zu schreiben, sollter ihr es ermutigen. Erklärt ihm, worin der Fehler besteht und lasst es beim nächsten Mal erneut probieren.
 

Körpersprache üben:
Eine aufrechte Haltung und ein fester Händedruck geben eurem Kind ein sicheres Körpergefühl. Das hilft ihm, selbstbewusster aufzutreten. Auch gutes Benehmen bewirkt bei vielen Kindern, dass sie sich selbstbewusster fühlen.