Schwimmen lernen: Mädchen mit Schwimmflügeln

Schwimmen lernen – so bringt ihr es euren Kindern bei!

Viele Kinder lieben das Wasser. Planschen, Toben und Spielen – all das macht es ihnen leichter, schwimmen zu lernen. Auch wenn das Schwimmen mit Spaß verbunden wird, hat es trotz dessen eine noch viel wichtigere Bedeutung: Es ist überlebenswichtig, wenn eure Wasserratten in ihrem späteren Leben auch mal unbeaufsichtigt fremde Gewässer entdecken möchten.

Schwimmen zu können bedeutet ein gewisses Sicherheitsgefühl– für euch als Eltern und auch für eure Kids. Um das zu erreichen, ist es wichtig, dass ihr euch gemeinsam Schritt für Schritt mit dem Wasser vertraut macht. Ob Wassergewöhnungskurse im frühen Alter, das Babyschwimmen oder Schwimmkurse zusammen mit anderen Kindern – es gibt viele Möglichkeiten, eure Kids in die Wasserwelt einzuführen.

Auch ihr als Eltern könnt als Schwimmtrainer fungieren. Wie ihr euren Kids das Schwimmen am besten selbst beibringt oder ob ihr nicht doch auf einen Schwimmkurs zurückgreifen möchtet, entscheidet nur ihr als Familie zusammen mit euren Kleinsten. Auf dieser Seite hat euch JAKO-O wissenswerte Informationen und hilfreiche Tipps rund ums Schwimmenlernen zusammengefasst. Gut informiert trefft ihr mit Sicherheit die richtige Entscheidung für eure kleinen Wasserratten.

Schwimmen lernen in der Corona-Zeit

Die wichtigen und notwendigen Maßnahmen in der aktuellen Corona-Zeit machen es leider nicht immer möglich, Schwimmbäder und Co. in eurer Region zu besuchen.  Das heißt jedoch nicht, dass ihr nicht trotzdem in den Genuss von jeder Menge Wasserspaß kommen könnt.

Sofern ihr einen Garten besitzt, ist das die perfekte Möglichkeit, Planschbecken und Wasserspielzeuge hervorzuholen und eure Kinder spielerisch an das Wasser zu gewöhnen. So könnt ihr die besondere Zeit aktiv dazu nutzen, ihnen das Wasser näherzubringen und womöglich sogar das Schwimmen selbst beizubringen. Für alle Familienmitglieder stellt der Wasserspaß gleichzeitig auch einen Ausgleich zum Alltagsstress dar.

Das Schwimmen wirkt sich positiv auf euer Wohlbefinden aus und lässt euch als Familie gestärkt durch die Pandemie kommen. So schöpft ihr außerdem jede Menge Hoffnung auf eine bessere Zeit nach Corona.

Warum und ab wann sollten eure Kinder schwimmen lernen?

Schwimmen lernen: Junge mit Schwimmgürtel

Wasser zieht viele Kinder magisch an. Das sanfte Gefühl des Wellengangs auf der Haut und das Plätschern wecken das Interesse der Kleinen, sodass sie es kaum erwarten können, die Wasserwelt zu erkunden.

Doch diese birgt auch Gefahrenquellen, die nur zu gerne von neugierigen Entdeckern unterschätzt werden. Ertrinken gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern.

Wie ihr dem am besten vorbeugt? Schwimmen ist der Beste Schutz für eure Sprösslinge. Denn sie erlernen eine gewisse „Selbstrettungskompetenz“, die es ihnen aus eigener Kraft ermöglicht, Gefahrensituationen zu entkommen und sich für gewisse Zeit selbstständig über Wasser zu halten.

Nicht zuletzt schonen eure Kids so ihre Gelenke, stärken ihre Muskulatur, ihr Immunsystem und ihre Ausdauer. Auch Haltungsschäden und Verspannungen werden vorgebeugt.

Je früher eure Kinder das Schwimmen lernen, desto besser. Das hilft eben nicht nur bei der Vermeidung von Schwimmunfällen, es gibt ihnen auch ein natürliches und angstfreies Gefühl von Sicherheit, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.

Bereits Babys und Kleinkinder sollten regelmäßig mit Wasser in Berührung kommen, damit sie sich mit dem Element vertraut machen.

Das richtige Schwimmenlernen kann ab etwa vier oder fünf Jahren in Angriff genommen werden. Denn erst dann besitzen eure Kinder ausreichend motorische Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, komplexere Schwimmbewegungen auszuführen sowie Grundtechniken zu erlernen.

Außerdem sind sie in dem Alter groß genug, um im Nichtschwimmerbecken stehen zu können und sich auf Anweisungen zu konzentrieren.

Als Faustregel gilt Folgendes: Fahren eure Kinder sicher und ohne Stützräder Fahrrad, sind sie auch dazu in der Lage, Schwimmen zu lernen.

Im besten Fall können eure Kinder vor dem Schuleintritt schwimmen oder stecken zumindest voll im Lernprozess. In Grundschulen wird das Schwimmen oft erst ab der dritten Klasse angeboten.

Außerdem können Lehrer nicht jedem Schüler gerecht werden und sich nicht intensiv genug um ängstliche Nichtschwimmer kümmern. Wann eure Kinder tatsächlich Schwimmen lernen, hängt allerdings auch von ihrer Entwicklung, dem Interesse sowie der Begeisterung für das Wasser ab.

Geht euren Kids als gute Vorbilder voran. Vermittelt ihr ihnen, dass auch ihr keine Scheu vor dem Wasser habt, liegt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie sich mit großer Freude in den Lernprozess verschiedener Schwimmtechniken stürzen.

Wassergewöhnung: So mindert ihr die Wasserscheu eurer Kinder

Schwimmen lernen: Familie im Pool

Damit eure Kinder zu begeisterten Schwimmern werden, ist es wichtig, dass ihr sie bereits in jungen Jahren mit Wasser vertraut macht.

Dafür müssen eure Sprösslinge nicht unbedingt mit dem ganzen Körper auf Tauchstation gehen.

Gerade wasserscheue Kinder brauchen Zeit, um mit dem kühlen Nass warm zu werden. 

Die „Schwimmerkarriere“ eurer Kinder startet mit Spaß am Wasser und Herumplanschen.

Schon in der Badewanne, dem Planschbecken und dem Nichtschwimmerbecken lernen sie den Umgang mit Wasser kennen, verlieren ihre Angst und entdecken Druck, Widerstand sowie Auftrieb als Eigenschaften des besonderen Elementes. 

Durch Spiele erhalten Nichtschwimmer einen leichteren Zugang zum Wasser. Sie verlieren früher oder später die Angst, sich darin zu bewegen. Beginnt ihr bereits mit euren Babys Planschmomente zu genießen, ist das durchaus für jeden weiteren Schritt in der kindlichen Entwicklung hilfreich.

Eure Kinder lernen so viel lieber schwimmen und empfinden es nicht als etwas Unsicheres.

Versucht eure Kinder jedoch nicht mit Druck zu überreden und vom Wasserspaß zu überzeugen. Sie haben ihr eigenes Tempo, dem ihr nur mit viel Geduld und Verständnis entgegenkommen solltet.

Traut ihr euch die Wassergewöhnung nicht selbst zu, bieten sich Schwimmkurse an, die sich genau dem widmen. Wassergewöhnungskurse werden oft schon ab einem bis drei Jahren angeboten.

Dort treffen eure Kinder auf Gleichgesinnte. So scheint es sich oft noch leichter zu lernen und die Scheu gerät unbemerkt in Vergessenheit.

Babyschwimmen

Schwimmen lernen: Baby mit Schwimmtrainer

Wassergewöhnungskurse für Säuglinge und Kleinkinder sind als „Babyschwimmen“ bekannt.

Hier geht es nicht um das Erlernen von bestimmten Schwimmtechniken, sondern eben um den ersten Kontakt mit dem Wasser.

Eure Kinder lernen so ein gewisses Schutzempfinden kennen, dass es ihnen in der Zukunft möglich macht, Gefahrensituationen instinktiv zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Bevor es mit dem Babyschwimmen losgehen kann, solltet ihr eure Kinder bereits beim Baden langsam auf das Wasser vorbereiten.

Gewöhnt eure Kinder beim Baden mit Spritztieren, Quietscheentchen und Co. bereits an den Kontakt mit dem nassen Element.

Erst, wenn sich eure Babys und Kleinkinder mit diesem Gefühl auf der eigenen Haut vertraut gemacht haben, kann das Babyschwimmen in Erwägung gezogen werden.

Der früheste Zeitpunkt zur Anmeldung zum Babyschwimmen ist der vierte Lebensmonat eurer Kinder. Ab diesem Alter können sie ihre Körpertemperatur selbstständig steuern, was für den Wasserkontakt essenziell ist.

Um den richtigen Babyschwimmkurs für euch zu finden, geht ihr am besten zu mehreren verschiedenen Schnupperstunden. Einen guten Kurs zeichnet das altersgemäße, pädagogisch sinnvolle und kindersichere Vorgehen aus.

Das Kindeswohl steht im Fokus und das bekommt ihr als Eltern deutlich zu spüren. Außerdem zeichnet sich ein geeigneter Schwimmkurs dadurch aus, dass ihr nicht zu viele Personen seid, sodass sich der Schwimmtrainer auf alle Teilnehmer gleichermaßen konzentrieren kann.

Einen guten Schwimmlehrer erkennt ihr vor allem an seinen Fähigkeiten und seiner Transparenz bezüglich vorhandener Ausbildungen. Er vermittelt euch den Eindruck, Sicherheit herzustellen und die Sorgen und Ängste von Eltern ernst zu nehmen.

Habt ihr euch für einen Babyschwimmkurs entschieden, sammelt ihr von nun an gemeinsame Erfahrungen, die eure emotionale Bindung weiter verstärken.

Spielerisch erweitern eure Babys und Kleinkinder ihren Bewegungsspielraum, der zugleich ihre Koordinationsfähigkeit schult. Schritt für Schritt verbessert sich eure Wassersicherheit, die euch in Richtung erfolgreiche „Schwimmkarriere“ führen.

Baderegeln für euer Schwimmtraining

  • Geht niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Schwimmbecken.
  • Eure Kinder gehen nur ins Wasser, wenn sie euch oder dem Schwimmtrainer Bescheid geben.
  • Nichtschwimmer gehen nur bis zum Bauch ins Wasser. Außerdem sollten sie im Nichtschwimmerbecken stehen können.
  • Nichtschwimmer gehen so lange, bis sie sich bei ihren Schwimmversuchen sicher fühlen, nur in das Nichtschwimmerbecken.
  • In der Nähe der Schwimmbecken wird nicht gerannt!
  • Behaltet im Hinterkopf, dass (aufblasbare) Schwimm- und Auftriebshilfen keine zuverlässige Sicherheit bieten und wirklich nur als Hilfsmittel während des Schwimmtrainings eingesetzt werden.
  • Keiner taucht den jeweils anderen unter oder stößt ihn ins Wasser.
  • Kinder werden nicht zum Schwimmen gezwungen. Sie gehen ihrem eigenen Tempo nach.
  • Beachtet immer die Altersbeschränkungen und Sicherheitshinweise, die an den Wasserrutschen zu finden sind. Außerdem rutscht ihr nur nacheinander und mit den Füßen voran. Sobald ihr im Wasser seid, verlasst ihr den Rutschbereich sofort.

Das lernen eure Kinder in Schwimmkursen

Schwimmen lernen: Junge mit Taucherbrille

Haben eure Kinder die ersten Erfahrungen im Wasser gesammelt, geht es jetzt so richtig los.

Schwimmkurse können schon im Alter zwischen zwei und fünf Jahren absolviert werden.

Beachtet jedoch, dass sie die Grundtechniken erst ab vier oder fünf Jahren erlernen können.

Vorher ist es euren Kids nur bedingt möglich, sich mit leichten Kraulbewegungen (ähnlich dem Paddeln eines Hundes) für kurze Zeit über Wasser zu halten.

Mit fünf Jahren sind ihre motorischen Fähigkeiten so weit ausgereift, dass ihnen auch komplexere Bewegungsabläufe und grundlegende Schwimmtechniken leichter fallen.

Grundsätzlich könnt ihr bei der Schwimmkurs-Auswahl folgende Kriterien berücksichtigen: In einem guten Kurs sind nicht mehr als acht Kinder pro Betreuungsperson. Die Schwimmlehrer setzen nicht auf Schocktherapie, vielmehr geht es um Empathie. Denn: Schwimmunterricht solltein erster Linie nie mit Druck oder Gruppenzwang verbunden sein. Außerdem sollten Schwimmlehrer die Schwimmbewegungen kindgerecht und in kleinen und ausführlich erklärten Schritten vermitteln.

Um ein passendes Angebot für einen Kinder-Schwimmkurs zu finden, empfiehlt es sich, euch im Bekanntenkreis nach Erfahrungen zu erkundigen oder mehrere Schnupperstunden bei verschiedenen Schwimmvereinen wahrzunehmen. Euer Gefühl und Instinkt werden euch schon leiten. Lasst eure Kids mitentscheiden, schließlich geht es ja in erster Linie auch um ihr Wohlergehen. Außerdem dürfen Eltern sowohl in den Schnupperstunden als auch in vielen Vereinen während des Unterrichts begleitend dabei sein und ihre Wassermäuse sogar während der Schwimmübungen unterstützen.

Die Inhalte der Schwimmkurse unterscheiden sich nach Altersklassen. Während am Anfang Schwimmflügel und andere Schwimm- und Auftriebshilfen als Unterstützung im Wasser eingesetzt werden, kommen nach und nach spielerisch verschiedene Übungen des Freischwimmens hinzu. Ziel ist es, die Grundtechniken des Kraulens, Rückenschwimmens und auch Brustschwimmens zu erlernen sowie später das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ zu erarbeiten.

In der Regel benötigen Kinder dafür etwa 15 bis 20 Übungsstunden zu je 30 Minuten. Wie lange eure Kids tatsächlich fürs Schwimmenlernen brauchen, ist jedoch vollkommen typabhängig. Alle Wassermäuse haben schließlich ihr eigenes Lerntempo, um ihr Schwimmabzeichen zu erhalten.

Im Fokus von Schwimmkursen steht immer die Kombination aus Spielspaß und Lernerfolg. Spielerisch erlangen eure Kinder einen leichteren Zugang zu den Übungen und dem Schwimmen im Allgemeinen. JAKO-O hat euch die wichtigsten Schritte der Kursinhalte hier einmal grob zusammengefasst.

1. Beinarbeit

Eure Kinder lernen Schritt für Schritt in Trocken- und später auch in Schwimmübungen die Techniken zur Fortbewegung im Wasser kennen. Der komplizierteste Schritt scheint zunächst die Beinarbeit. Am anschaulichsten ist es, wenn ihnen erklärt wird, dass sie ihre Beine wie „Froschbeine“ bewegen sollen.

Das üben eure Kids im Schwimmunterricht in der Regel erst einmal im Trockenen. Die Übung wird dann am Beckenrand sitzend und später im Wasser liegend mit den Händen am Beckenrand so lange geübt, bis sie ein Gefühl für die Bewegung erhalten haben.

Die Schwimmbewegungen sollen irgendwann in Fleisch und Blut übergehen, sodass eure Kinder sie als selbstverständlich ansehen. Sitzen die Bewegungsabläufe, wird ein Schwimmbrett als Hilfe für die ersten Bahnen hinzugezogen.

2. Die Arme dazu

Der weitere Schritt sind die Armbewegungen. Diese erscheinen euren Kindern in der Regel viel leichter als die Beinarbeit. Ihnen wird erklärt, dass sie die Bewegungmit den Armen als halbe Sonne sehen können, die sie erst aufmalen und anschließend wieder durchschneiden. Die Fingerchen sollen dabei zusammengehalten werden.

Auch diese Bewegungsabläufe lernen eure Kinder zunächst im Trockenen. Am Beckenrand ahmen sie die Armarbeit nach, um auch deutlich zu erkennen, wie es aussehen muss. Im Wasser kommen dann oft Schwimmflügel und Schwimmnudeln als Unterstützung zum Einsatz.

Schwimmflügel halten eure Kinder erst einmal über Wasser. Hier müsst ihr nur schauen, dass sie genügend Bewegungsfreiheit haben. Schwimmnudeln werden unter den Armen positioniert, sodass sie richtig im Wasser liegen.

3. Koordination trainieren

Haben eure Kinder Bein- und Armarbeit kennengelernt und fleißig einstudiert, geht es nun darum die beiden Komponenten zusammenzuführen.

Die Schwimmnudel eignet sich auch in diesem Schritt als Unterstützung für erste Schwimmversuche. Außerdem werden oft auch Schwimmgurt oder Schwimmkissen eingesetzt.

Am besten ist es jedoch, wenn ihr oder die Schwimmlehrer als helfende Hände nebendran stehen. Oft hilft es sogar, wenn ihr die Bewegungen laut im Takt ansagt. Erst die Arme, dann die Beine und wenn die Grätsche ans Ende gelangt, wieder mit den Armen weitermachen.

Schwimmflügel sollten so schnell wie möglich nicht mehr eingesetzt werden. Diese dienen nur als Auftriebsmittel und können den gesamten Bewegungsfluss unterbrechen beziehungsweise erschweren.

4. Spaß dabei

Spaß sollte im Schwimmunterricht immer an erster Stelle stehen. Daher ist es wichtig, dass eure Kinder die Möglichkeit erhalten, das Wasser auf verschiedene Art und Weise zu entdecken. Nur so schöpfen sie Vertrauen.

Ob Tauchübungen, Sprünge vom Beckenrand oder Wasserspiele mit entsprechenden Spielzeugen – all das ist spielerischer Bestandteil des Schwimmenlernens.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass eure Kinder nur mit Spielspaß, ein Gefühl von Sicherheit im Wasser erlangen. Denn der Lernprozess ist dann mit wenig Druck verbunden, sodass sie Gefallen am Schwimmen bekommen und die Motivation erhalten bleibt.

Fühlen sich eure Kids im Wasser sicher, sind sie bereit auch herausfordernde und komplexere Bewegungsabläufe kennenzulernen. Auch in Gefahrensituationen können sie so leichter reagieren.

Den Kindern das Schwimmen selbst beibringen – so geht’s

Neben Schwimmkursen könnt auch ihr Eltern euren Kindern ab vier Jahren das Schwimmen lehren – vorausgesetzt ihr seid selbst sichere Schwimmer. Denn nur, wenn ihr euch selbst im Wasser wohl fühlt und gerne schwimmt, könnt ihr euren Wassermäusen Sicherheit vermitteln. Gerade Kleinkinder achten sehr darauf, wie ihr Eltern den Umgang mit dem Wasser empfindet. Eure Begeisterung überträgt sich quasi auf eure Kids.

Außerdem ist es wichtig, dass ihr eine gewisse Ruhe ausstrahlt sowie Zeit und Geduld aufbringt. Gerade am Anfang sind eure Kinder vielleicht noch sehr zögerlich was die Schwimmübungen angeht. Damit sie die Schwimmtechniken auch wirklich beherrschen, ist eine Menge Übung und Wiederholung nötig. Euer Lob und das Verständnis für ihr Lerntempo wird sie in ihrer Entwicklung bestätigen. Das steigert die Motivation eurer Kinder und führt langfristig zu kleinen und großen Erfolgen.

Wechselt nicht zu oft euren Trainingsort. Das kann eure Kinder ganz schön aus der Bahn werfen. Am besten sucht ihr euch einen Ort aus, an dem ihr jedes Mal eure Schwimmübungen ausführt. Ob Schwimmbäder, der eigene Pool im Garten oder Freibäder – die Entscheidung liegt ganz bei euch. Sind eure Kinder etwas sicherer beim Schwimmen, dürft ihr die Orte wechseln, sodass erste Badeausflüge mit Schwimmversuchen kombiniert werden. Gebt euren Kids dann allerdings etwas Eingewöhnungszeit. Auch hier gilt wieder: Habt viel Geduld.

Es ist wichtig, dass ihr Eltern alle Kenntnisse zur richtigen Vorgehensweise besitzt. Die Lernmethoden sollten sich in der Regel kaum von denen in einem Schwimmverein unterscheiden.

Schwimmen lernen: Mutter und Tochter beim Üben

Unterrichtseinheiten festlegen

Ähnlich wie in Schwimmvereinen solltet ihr eine Art Stundenplan erstellen. Legt im Vorhinein gemeinsam feste Tage und Uhrzeiten fest, die ihr für euren Schwimmunterricht nutzen möchtet. Feste und abgesprochene Trainingszeiten ermöglichen es euch, die Konzentration und Aufmerksamkeit auf das Schwimmenlernen zu richten – ganz ohne Ablenkung vom Alltagsstress.

Eine Übungseinheit sollte eine halbe Stunde dauern und mindestens zweimal die Woche eingeplant werden – so zeigen sich ganz schnell tolle Erfolge, die zum Weitermachen ermuntern.

Zuerst Trockenübungen machen

Die Schwimmbewegungen, die es zu lernen gilt, sollten immer zuerst im Trockenen einstudiert werden. Angefangen bei der Beinarbeit hin zu der Armarbeit, verfestigen sich diese Abläufe in den Köpfen eurer Kinder. Außerdem werden ihnen die Bewegungen deutlich leichter fallen, wenn sie im Wasser sind – sie sind eben mit ihnen vertraut.

Beinbewegungen können beispielsweise auf einem Stuhl geübt werden. Ziel ist es, Bein- und Armarbeit zu kombinieren. Sind die Grundbewegungen einstudiert, geht es im Wasser weiter.

Strampeln üben – die erste Beinarbeit

Jetzt wird zuerst die Beinarbeit im Wasser ausgeführt. Fordert eure Kinder dazu auf, mit den Beinen im Wasser zu strampeln.

Dazu halten sie sich am Beckenrand fest, der Körper liegt auf der Wasseroberfläche und die Beine werden gleichmäßig wie Froschbeine zum Körper hin und wieder fortbewegt.

Viele Kinder neigen dazu, ihre Beine nach unten sinken zu lassen. Unterstützt sie dabei, dem Auftrieb zu vertrauen und ihren Körper auszubalancieren.

Die richtige Atmung trainieren

Klappt das Strampeln, zeigt euren Kindern, wie die richtige Atmung funktioniert: So bleiben sie auch in kleinen Unterwassermomenten gelassen.

Bringt euren Wassermäusen bei, wie sie im Wasser Blasen erzeugen können. Luft anhalten, Mund und dann die Nase unter Wasser eintauchen – das hilft, Vertrauen zu gewinnen.

Nicht alle Kinder trauen es sich direkt die Übungen anzugehen. Macht es ihnen im ersten Schritt am besten vor. So sehen sie, dass ihnen nichts geschehen kann.

Paddeln üben (Armarbeit)

Beinarbeit und Atmung habt ihr erlernt, jetzt kommen die Arme hinzu. Um sich eigenständig fortbewegen zu können, übt ihr zunächst einmal nur die Armarbeit im Wasser. Der Bewegungsablauf ist euch durch die Trockenübungen ja schon bekannt. Erst danach könnt ihr euch langsam an die Kombination aus allen Bewegungen herantasten.

Kleinkindern fällt es zuerst vermutlich leichter eine Art Paddeln anzugehen, bevor sie genügend Kraft für präzise Ausführungen haben. Lasst sie daher ruhig abwechselnd mit beiden Beinen und gleichzeitig mit den Armen paddeln. Jetzt heißt es üben, üben, üben, bis sie sichere Schwimmbewegungen ausführen.

Spielspaß mit einbauen

Langeweile sollte in euren Schwimmtrainings gar nicht erst aufkommen. Verbindet das Lernen immer mit lustigen Wasserspielen und kleinen Planschpausen. So nehmen eure Kinder den Lernprozess als etwas Positives wahr. Die Motivation steigt und sie möchten ganz von allein immer mehr Neues dazulernen.

Wasserspielzeuge oder Utensilien wie ein Hula-Hoop-Reifen machen aus trockenen Lerneinheiten moderne Lernmethoden, die mit großer Freude von euren Kindern angenommen werden. Eine große Portion Spaß kommt außerdem nicht nur bei den Kleinsten gut an. Sicherlich kommt auch ihr Eltern in euren Schwimmstunden auf eure Kosten.

Schwimmhilfen zur Unterstützung beim Schwimmenlernen

Schwimmhilfen wie Schwimmflügel, Schwimmnudel und Schwimmbrett sind fürs Lernen der Schwimmbewegungen hilfreich. Lange sollten sie jedoch nicht zum Einsatz kommen. Denn es gilt Folgendes im Hinterkopf zu behalten:

Schwimmhilfen dienen beim Schwimmenlernen nur als Hilfsmittel zum Erlernen der einzelnen Bewegungsabläufe. Sie sollten nie als zuverlässige Sicherheitshilfen angesehen werden, da sie teilweise sogar in Notfallsituationen die Rettung erschweren oder gar für Schwimmunfälle verantwortlich sind.

Seht Schwimmhilfen in erster Linie also eher als eine Art „Wasserspielzeuge“, die die ersten Schwimmversuche erleichtern, aber nicht eure helfenden Hände ersetzen. Grundsätzlich solltet ihr auch darauf achten, dass die Auftriebshilfen eine bestimmte Prüfnorm aufweisen, bevor ihr sie zum Schwimmenlernen einsetzt. Die Kennung EN 13138-1 spricht für eine „sichere“ Schwimmhilfe, die ihr für eure Trainingseinheiten verwenden könnt. Auch das Gütesiegel GS sollte auf der Verpackung oder der Schwimmhilfe stehen.

Verwendet ihr Schwimmflügel und Co., sollten sie aus zwei oder mehr getrennten Luftkammern bestehen. Wichtig ist, dass die Hilfen keinen Klettverschluss oder spitze Kanten haben – das führt nur zu einem unbequemen Gefühl für eure Kinder und außerdem können sie sich so von selbst lösen.

Seepferdchen & Co.: Wann gelten Kinder als sichere Schwimmer?

Schwimmen lernen: Junge taucht

Haben eure Kinder das Kraulen sowie Brustschwimmen so weit drauf, dürfen sie das Seepferdchen machen.

Das Schwimmabzeichen erhalten sie, wenn sie es schaffen eine 25 Meter lange Bahn zu schwimmen, ins schwimmtiefe Wasser zu springen und einen Gegenstand in brusttiefem Wasser von Boden hervorzuholen.

Grundsätzlich handelt es sich dabei allerdings nur um ein Motivationsabzeichen.

Nach dem Seepferdchen sind eure Kinder keineswegs gleich sichere Schwimmer. Es sagt nicht viel über die tatsächliche Schwimmfähigkeit aus, sodass Kinder oft überschätzt werden oder sich gar selbst überschätzen. Gefahrensituationen können also dennoch entstehen. Vor allem, weil sie auf längeren Strecken bereits nach kurzer Zeit sehr schnell ermüden.

Damit eure Kinder wassersicher und als sicherere Schwimmer bezeichnet werden können, solltet ihr am Ball bleiben. Übt weiterhin regelmäßig schwimmen. Erst mit dem Jugendschwimmabzeichen Bronze gelten eure Kinder als sichere Schwimmer. Das Schwimmabzeichen besagt, dass sie auch mehrere kurze Strecken schwimmen und sich über wie unter Wasser orientieren können. 

Häufige Fragen zum Schwimmenlernen

Lernen Kinder durch das Babyschwimmen schneller schwimmen?

Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Babyschwimmkurse dienen in erster Linie nur zur Wassergewöhnung und dem ersten Vertrautmachen mit dem Element. Sie lernen ihr Körpergefühl neu kennen und spüren erstmals die zarte Berührung von dem Wasser auf ihrer Haut. Das Babyschwimmen ist also eine Art, die Begeisterung fürs Schwimmen herauszukitzeln. Das Schwimmenlernen ist allerdings nochmal mit ganz anderen Bedingungen verknüpft. Und so können selbst Kleinkinder, die das Babyschwimmen besucht haben, später langsamer Schwimmen lernen als Kinder, die einfach Spaß am Lernen haben.

Was fördert das Schwimmenlernen bei Kindern?

Wann gelten Kinder als wassersicher?

Eure Wassermäuse gelten erst dann als wassersicher, wenn sie sich unter Wasser genauso gut orientieren und zurechtfinden wie über dem Wasser. Sie sollten bis zu 15 Minuten ohne Anhalten oder elterliche Hilfestellungim tiefen Wasser schwimmen können. Auch das Rückenschwimmen bereitet ihnen keine Angst und Probleme mehr. Kinder, die als wassersicher gelten, verspüren beim Schlucken von Wasser keine Unsicherheit, sie fühlen sich eben durch und durch im Wasser sicher.