Bettnässen bei Kindern:

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Was sind die Ursachen und was kann ich tun?

Dass Kinder während des Trockenwerdens noch hin und wieder ins Bett machen, ist ganz normal: Bis das Gehirn die Signale, die die volle Blase aussendet „im Schlaf“ beherrscht, dauert es nun mal seine Zeit. Aber was, wenn Kinder noch weit über die Windel-Zeit hinaus ins Bett machen? Bettnässen bei Kindern ist viel häufiger, als die meisten Menschen denken – es wird einfach nicht gern darüber gesprochen.

Welche Gründe gibt es für das Bettnässen bei Kindern?

Hier ein paar Fakten:

  • Geschätzt zwei von zehn Fünfjährigen sind nachts noch nicht trocken
  • Ebenso macht einer von zehn Siebenjährigen nachts noch regelmäßig ins Bett
  • Jungen sind doppelt so häufig Bettnässer wie Mädchen

Auch wenn es nichts Ungewöhnliches ist, kann das nächtliche Bettnässen auf Dauer belastend für ein Kind sein, und für die Eltern nicht weniger. Zwar gibt sich das Problem in den meisten Fällen mit der Zeit von allein – wir haben dennoch ein paar Anregungen gesammelt, welche Gründe es für Bettnässen bei Kindern gibt und wie Sie Ihr Kind am besten unterstützen können.

Grundsätzlich kann man beim Bettnässen unterscheiden zwischen Kindern, die entwicklungsbedingt auch mit fünf oder sechs Jahren noch nicht trocken durch die Nacht kommen und solchen, die schon trocken waren und aus unterschiedlichen Gründen plötzlich wieder anfangen, ins Bett zu machen. Bei beiden Gruppen gibt es unterschiedliche Ursachen, nicht selten auch mehrere verschiedene.

Kein Stress:

So verhalten Sie sich, wenn Ihr Kind ins Bett macht

  • Nicht schimpfen: In einem nassen Bett aufzuwachen ist unangenehm für jedes Kind, insbesondere, wenn es häufig vorkommt. Verstärken Sie nicht den Druck, indem Sie es ausschimpfen. Auch die Frage „Warum klappt das nicht?“ wird Ihr Kind kaum beantworten können. Besser: Gemeinsam das Bett neu beziehen und sich darauf verständigen, dass es vielleicht in der nächsten Nacht klappt.
  • Geduld haben: Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn ein Kind mit vier Jahren noch nachts eine Windel braucht, auch, wenn es tagsüber schon längst trocken ist. Stecken Sie Ihre Ziele darum nicht zu hoch. Erlauben Sie Ihrem Kind, in seinem eigenen Tempo trocken zu werden und rechnen Sie mit kleinen Rückschlägen.
  • Keine Absicht unterstellen: Wenn Sie in der dritten Nacht in Folge neue Bettwäsche aus dem Schrank holen müssen, dann kann das leicht wie eine gezielte Provokation erscheinen. Aber: Ihr Kind stört das Bettnässen mit großer Wahrscheinlichkeit genau so sehr wie Sie.
  • Ohne Windel schlafen: Natürlich ist eine Windel praktisch. Aber wenn Ihr Kind im Grundschulalter nachts noch nicht trocken ist, zögert eine Windel das Problem eher heraus, als es zu lösen. Oft helfen dünne Windelhöschen bei der Umstellung. Sie lassen sich wie Unterwäsche an- und ausziehen und sind wesentlich dünner als Baby-Windeln.
  • Nicht zum Pipimachen wecken: Kinder nachts aufzuwecken, um sie zur Toilette zu bringen, hat erfahrungsgemäß keinen großen Einfluss auf das Trockenwerden. Dafür kann es die Kinder durcheinanderbringen und das Gefühl verstärken, dass etwas nicht in Ordnung ist.
  • Mögliche Ursachen finden: Wenn Ihr Kind plötzlich wieder anfängt, ins Bett zu machen, dann können große Veränderungen oder einschneidende Erlebnisse die Ursache sein. Versuchen Sie solche Ursachen gemeinsam zu ergründen und helfen Sie Ihrem Kind, Veränderungen zu verarbeiten, anstatt das Bettnässen zu kritisieren.
  • Kinderarzt aufsuchen: Wenn Ihr Kind mit dem Grundschulalter noch häufig nachts ins Bett macht, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen, um eventuelle medizinische Ursachen abzuklären.