Bis zu welchem Alter brauchen Kinder einen Mittagschlaf?

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In den ersten Lebensmonaten eines Kindes ist Mittagschlaf noch kein Thema. Das Baby schläft, wenn es müde ist, mitunter 16-18 Stunden pro Tag. Aber spätestens nach dem ersten halben Jahr, wenn Kinder mobiler und die Tage aktiver werden, führen die meisten Eltern tagsüber feste Schlafenszeiten ein. Das tut sowohl dem Kind als auch den Eltern gut. Aber bis zu welchem Alter sollte ein Kind überhaupt einen Mittagschlaf machen? Wir haben ein paar Fakten und Infos rund um den Mittagschlaf gesammelt.

Mittagsschlaf tut Kindern und Eltern gut

Einige Kinder verlangen nach dem Essen vehement Bettchen und Lieblingsstofftier, andere würden sich am liebsten überhaupt nicht zum Schlafen hinlegen. Das Schlafbedürfnis von Kindern ist in jedem Alter sehr unterschiedlich. Unabhängig davon sind sich Experten einig, dass kleine Kinder sehr von einem Mittagsschlaf profitieren.

Mittagsschlaf verbessert den Nachtschlaf: Kinder, die abends völlig übermüdet ist, schlafen paradoxerweise häufig unruhiger als solche, die tagsüber eine kleine Pause hatten. Zusätzlich bringt die Mittagspause Struktur in den Tagesablauf, sodass die Kinder abends leichter zur Ruhe kommen.

Mittagsschlaf ist Erholung für Eltern: Auch Eltern profitieren von der kleinen Auszeit nach dem Mittagessen. Ganz gleich, ob sie sich selbst hinlegen oder die kinderfreie Zeit ganz bewusst genießen – der Mittagsschlaf gibt Kraft für den Rest des Tages.

Wer schläft, lernt besser: US-Wissenschaftler haben in einer Studie belegt, dass Kleinkinder, die einen Mittagsschlaf machen, sich besser an zuvor gelernte Dinge erinnern konnten als ihre Altersgenossen, die mittags nicht geschlafen hatten. Anscheinend nutzt das Gehirn die zusätzliche Ruhephase, um Gelerntes richtig zu verarbeiten.

Wichtig: Ein geregelter Rhythmus für den Mittagschlaf

Kinder brauchen möglichst geregelte Schlafenszeiten, das gilt auch für den Mittagsschlaf. Zum einen geben feste Zeiten dem Tag Struktur und helfen Ihrem Kind, sich zurechtzufinden. Zum anderen begünstigen sie einen gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus, so dass Ihr Kind schneller zur Ruhe kommt, insgesamt besser schläft und tagsüber fit ist.

Nicht zuletzt macht eine feste Mittagsstunde den Tag planbarer für die Eltern. Wenn das Kind nach dem Essen immer eine Stunde schläft, ist das der optimale Zeitpunkt für ein wichtiges Telefonat, um endlich das Bad zu putzen oder um sich einfach gemütlich dazuzulegen und auch etwas auszuruhen.

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So geht‘s: Tipps für den Mittagschlaf

  • Feste Zeiten: Möglichst immer zur gleichen Zeit schlafen gehen, im Idealfall bald nach dem Mittagessen.
  • Richtige Schlafumgebung: Ein ruhiges Zimmer, eine leichte Decke und Vorhänge, die den Raum gut abdunkeln, sind die richtigen Helfer für einen guten Mittagschlaf.
  • Aufwachen lassen: Wenn Ihr Kind nicht wie sonst eine Stunde, sondern nur eine halbe Stunde schläft, lassen Sie es ruhig aufstehen – sonst wird der Mittagschlaf schnell zum Frust.
  • Kein Zwang: Zwingen Sie Ihr Kind nicht, wenn es mittags nicht mehr schlafen will – vielleicht braucht es den Schlaf nicht mehr.
  • Schlafverhalten beobachten: Wenn Ihr Kind abends lange wach ist oder nur schwer zur Ruhe kommt, sollten Sie ggf. den Mittagschlaf reduzieren oder ganz streichen.
  • Ruhezeit statt Schlafenszeit: Auch, wenn Ihr Kind mittags nicht schlafen will, können Sie nach dem Essen eine Art „Ruhezeit“ einführen, um gemeinsam oder allein etwas zu entspannen und Kraft für den Nachmittag zu tanken.