Was tun, wenn Babys zahnen?

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Bei einigen Babys passiert es mehr oder weniger unbemerkt, bei den meisten geht es mit viel Gequengel und einigen unruhigen Nächten einher: Die ersten Zähne sind ein Meilenstein in der Entwicklung –und für Kinder und Eltern gleichermaßen aufregend.

Anders als zum Beispiel das Laufenlernen, ist das Zahnen nicht in ein paar Tagen oder Wochen abgeschlossen. Bis alle 20 Milchzähne vollständig sind, kann es bis in das dritte Lebensjahr hinein dauern. Und nicht immer sind die ersten Zähne die schwierigsten: Viele Babys tun sich vor allem mit den dicken Backenzähnen schwer, die in der Regel erst im zweiten Lebensjahr kommen.

Trotz aller Strapazen, die das Zahnen bedeuten kann: Die ersten Zähne sind immer auch ein besonderes Erlebnis und ein Zeichen, dass Ihr Kind wächst und sich entwickelt. Wir haben ein paar hilfreiche Tipps rund um das Zahnen für Sie zusammengestellt, damit Sie und Ihr Baby diese spannende Phase möglichst stressfrei überstehen.

Die ersten Zähnchen

Erste Anzeichen: So kündigen sich die Zähne an

Wann Babys ihren ersten Zahn bekommen, ist sehr unterschiedlich. Es gibt sogar Babys, die schon mit einem Zahn auf die Welt kommen. Bei anderen zeigen sich erst mit zehn Monaten oder später die ersten Zähnchen. Die meisten Babys beginnen aber zwischen dem 5. und 6. Lebensmonat zu zahnen. Meist brechen die zwei unteren Schneidezähne zuerst durch, gefolgt von den zwei oberen.

Grundlage für Zähne schon im Mutterleib: Die Zahnknospen, aus denen die Milchzähne entstehen, bilden sich schon während der Schwangerschaft im Kiefer des Babys. Nach der Geburt wachsen die Zahnknospen weiter, bis sie die Oberfläche des Zahnfleisches durchstoßen.

Kauen und Sabbern: Bei den meisten Kindern deutet sich das Zahnen zuerst durch starken Speichelfluss an. Zudem beginnen sie auf allen verfügbaren Gegenständen herumzukauen –mit Vorliebe auf ihren eigenen Fingern oder auf Spielzeugen.

Erhöhte Temperatur: Es gibt keinen medizinisch erwiesenen Zusammenhang zwischen dem Zahnen und Fieber. Dennoch machen viele Eltern die Erfahrung, dass ihre Kinder leicht fiebern, wenn sie Zähne bekommen. Möglicherweise ist das Immunsystem in dieser Situation etwas geschwächt, sodass fiebrige Infekte sich leichter durchsetzen können. In der Regel ist das „Zähnchenfieber“ aber harmlos – ebenso wie Durchfall, der manchmal als Symptom für das Zahnen genannt wird.

Unruhe und häufiges Aufwachen: Babys, die zahnen, sind häufig unruhig und weinerlich. Es kann sein, dass ihr Baby jetzt nachts häufiger aufwacht. Nicht immer müssen das Schmerzen sein – mitunter sind Babys einfach „genervt“ vom ungewohnten Druck gegen das Zahnfleisch.

Rote, geschwollene Wangen: Vor allem bei den Backenzähnen kann das Gesicht Ihres Babys ein wenig anschwellen. Viele Kinder bekommen einseitig rote Wangen, als ob sie Fieber hätten. Auch das empfindliche Zahnfleisch schwillt häufig für kurze Zeit an.

So lindern Sie Zahnungsschmerzen

Etwas zum Kauen geben – zum Beispiel ein mit Flüssigkeit gefüllter Beißring, der im Kühlschrank gekühlt werden kann

Kühle Speisen: Bei Kindern, die bereits Beikost bekommen, kann gekühlter Obstbrei oder Joghurt Schmerzen lindern

Ablenkung: Jetzt besonders viel spielen, vorlesen und kuscheln – mit etwas Glück lässt sich Ihr Baby von den störenden Zähnen ablenken

Trösten: Viele Babys sind in der Zahnungsphase sehr anhänglich – gehen Sie auf ihr Kuschelbedürfnis ein, um über Schmerzen hinwegzutrösten

Zahnmassage: Ihr Baby hat wahrscheinlich ohnehin ständig die Finger im Mund, aber wenn es Sie lässt, können Sie probieren, das Zahnfleisch sanft mit dem Zeigefinger zu massieren

Zahnungsgel: lindert Schmerzen punktuell und hilft vielen Babys ruhiger zu schlafen – aber keine Dauerlösung

Homöopathische Mittel, wie zum Beispiel Osanit-Kügelchen oder Escatitone-Tropfen helfen möglicherweise, wenn Ihr Baby starke Schmerzen hat – im Zweifelsfall Hebamme oder Kinderarzt fragen

Paracetamol sollte nur eine Notlösung sein und bei Zahnungsschmerzen am besten nur in Rücksprache mit dem Kinderarzt gegeben werden

Veilchen-Wurzel: Dieses alte Hausmittel gilt als effektiver Schmerzstiller und ist in der Apotheke erhältlich. Babys kauen gerne auf der getrockneten Wurzel herum, sollten dabei jedoch nicht alleine gelassen werden, um zu tiefes Einführen zu vermeiden.

Putzen ab dem ersten Zahn – so klappt’s

Sobald der erste Zahn da ist, sollte geputzt werden. Das ist eine Herausforderung, denn kaum ein Baby kann sich für das Zähneputzen begeistern. Für die ersten Zähne eignen sich besonders weiche Kinderzahnbürsten und eine milde Zahnpasta für Kinder. Wenn Ihr Baby Fluorid-Tabletten bekommt, sollten Sie auf eine fluoridhaltige Zahnpasta verzichten.

Regelmäßig & konsequent putzen: Machen Sie das Zähneputzen von Anfang an zu einem festen Ritual, z. B. morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen. Abgestillte Babys sollten vor dem Einschlafen und auch nachts nur Wasser trinken – Flaschenmilch, Säfte oder süße Tees in der Nacht schaden den Milchzähnen.

Putzen beibringen: Lassen Sie Ihr Kind ruhig selbst mit der Zahnbürste hantieren, aber putzen Sie die Zähne immer gründlich nach. Zahnärzte empfehlen, das bis zum Grundschulalter zu tun.

Zahnvorsorge: Etwa ab drei Jahren sollten Sie mit Ihrem Kind zweimal jährlich zum Zahnarzt gehen. Oft haben Kinder weniger Hemmungen, wenn sie ihre Eltern schon mit einem oder zwei Jahren spielerisch beim Zahnarztbesuch begleiten.